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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-01-16 · Heft 3 (16.1.1866) · p. Seite 41

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 3 (16.1.1866)
Date
1866-01-16
Page
Seite 41 (sequence 23)
Language
German
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Indessen hat der Herr Pfarrer schon früher solche Ausschließungsgesinnungen, die ihn zu beseelen scheinen, .manifestirt,- und . zwar bei folgender- Veranlassung.^, , ’ Der Mann der Dame, einer unserer achtbarsten Mitbürger war vorgeschlagen worden vor einigen Iah-; reu, um dem Secketär der Gesellschaft zu gegenseitiger j Unterstützung, der soeben verstorben war, nachzufolgen.; Bei der Versammlung des Verwaltungsrathes , in welcher dieser^Vorschlag^'gemacht wurde, wollte der Herr Pfarrer diesen Mann nicht accepttren, weil; er Israelit sei. Man bemerkte ihm, daß es sich hierum keine religiöse, sondern um eine Wohlthätigkeits-! anstatt handle, und-'daß die Mitwirkung dieses ehren-? hasten Israeliten der Gesellschaft wichtig sei. Der Pfarrer bestand auf seiner Meinung, aber sämmtliche Stimmen wurden dem Israeliten gegeben.'Der Pfarrer! zog daraus - einen wahrhaften Widerwillen und erklärte,! nicht - mehr bei den Sitzungen der Gesellschaft zu erscheinen, .welche sich dieserhalb um nichts schlechter befand. - - - ' Dieselbe ' Gesellschaft zur gegenseitigen Unterstützung vertheilt jährlich ain Stiftungsfeste Preise an die Kinder 'der theilnehmendenMitglieder. ..... i§s finden sich Israeliten nur unter den zahlenden Mitgliedern. Man begab sich, wie gewöhnlich im letzten Jahre, -zu dem Pfarrer um seine Gabe zu den Kosten-des. Ankaufs der Preise zu erhalten. Er verweigerte dieselbe,, indem er folgende charakterisirende Phrase sagte: . „Das. soll. ohne Zweifel dazu bestimmt sein, um Juden zu krönen? ich gebe nichts." . Der-Herr Pfarrer vergißt das Jahrhundert, in welchem er lebt, die Gesetze des Staates, der ihn bezahlt, und wir glauben, daß. er den Interessen der Religion, deren Diener er ist, schlecht dient, wenn er Ausschließungen schaffen will,"die man dem glückseligen Mittelälter'überlassen muß. Sie sind nicht mehr die Zeiten, wo man in das Gewissen Anderer emgreisen und-diejenigen in. die Ghettos sperren konnte, die nicht wie . die Katholiken dachten. Haltens der Herr Pfarrer nicht'für ungut, wiese Zeiten-kommen Nicht'wieder. Correfpond enz. Brief eines Chinesen. n. ' ' Bekanntlich ist der Schall viel langsamer als das Licht, dieses langsamer als die Electrieität, was ist aber schneller als dieses Fluidmn, welches in wenigen Stunden die beiden Weltcontinente in Verbindung? setzt Ich möchte fast wetten, daß es kein Naturforscher erratheu wird und stellt er auch noch so viele Versuche in seinem Laboratorium an; also hören Sie die große Entdeckung vom Pagodenbewohner. Der Traum, der jüngere Bruder des Somnambulismus, ist es, der im Stande ist, uns in die entferntesten Gegenden in einem Nu*zu bringen, abgesehen davon, daß er uns die glücklichen Nummern der Lotterie kund thut und sogar einem Nichtpoeten Verse ein-, flößt, wie dies von einem spanischen Dichter, der jüdischen Blüthezeit angehörig, erzählt wird. .Daher wahrscheinlich das allgemeine Sprüchwort: „Das hätte er sich doch nie träumen lassen." Es würde mich zu weit führen, zu erzählen, wie viel auf literarischem Gebiete im Allgemeinen geträumt wird; man schreibt das Leben Jesu,, ohne neue Dokumente entdeckt zu haben, nur wie.man sich diesen Mann im Traume vorstellt. Wenn ich selbst von dem beschränkten Gebiete der jüdischen Literatur und des Judenthums im allgemeinen Beispiele anführen wollte, könnte der'Raum , den Sie mir so freundlich gestatten, auch nicht.genügen; man wirft diesem oder, jenem jüdischen Literator vor, Facta erdichtet zu Haben, welches eigentlich grundfalsch ist. Der Traum einzig und allein ist daran schuld; wer weiß, ob . der . gelehrte Mann - nicht bei der Abfassung seines.Werkes einer Lethargie Preis gegeben war» Md so Vieles. träumend geschrieben. — Eine -jüdische Zeitung verspricht für.jüdische Theologie zu .arbeiten, und Beilagen für homiletische, didaktische, talmudische, ,jüd isch - astronomische, . historische, poetische Fächer und was noch alles mit ischc endigen kann, zu geben; ein Blatt, das' nur wöchentlich erscheint, 16 Spalten , hat, Annoncen, giebt, und» so vielen. Raum mit Nachrichten verschiedener Art, vom Sch ulklopfer bis zum.Prediger, von Schaletangelegenheilen bis zur Iudenemancipationsfrage, 3**

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