Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 3 (16.1.1866)
- Date
- 1866-01-16
- Page
- Seite 42 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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.ausfüllt, kurz, r-iKft nsi h'pa -narr aiTKin 1-2, — welches rechtlich genommen, rühmlich ist, denn alles hat Interesse für den großenLeserkeis — kann doch unmöglich sein Versprechen halten, und glauben Sie, daß da etwas anderes zu Grunde liegtals Träumerei? Denn an der Ehrlichkeit und Fähigkeit der Redaction ist nicht zu zweifeln. Ein gelehrter Prediger wiegt sich seit seiner Jugend mit dem Gedanken eines B e th hamidrasch; er führt seinen Gedanken zur Wirklichkeit durch den Druck eines solchen Werkes. Was sind aber todte Buchstaben? Das Wort lebt. Zu :einer' solchen Anstalt gehört aber ein gelehriger^ religiöser und unparteiischer Geist der Ansässigen der- Stadt; da aber, wo ein Prediger durch Fabrikanten kölnischen Wassers empfohlen werden kann, wo ein Religionslehrer durch die Gunst eines Banquier angestellt wird, und^ wo ein nützliches Subject einer K inderbewahranstält durch die Ungnade eines Vorstehers abgesetzt werden kann, ist das Gelingen eines Beth hamidrasch nur-Tr ä um er ei. Es constituirt sich eine jüdische Literaturgesellschaft — sehr erfreulich — sie kündigt einen Band hebräischer Poesien in einer modernen-Sprache an — meinetwegen französisch, da diese -doch die Weltsprache ist — ohne Rechnung zu tragen, ob jemand im Stande sein wird, eine solche'Arbeit zu übernehmen; im Traume ist man Alles im Stande, lassen Sie es aber nur zur That kommen. Sie seHen, auch mich führt der Traum zu weit und ich verfalle auch in Träumereien; aber ich habe das Recht dazu, denn ich befinde mich in schlafendem Zustande, denn ich fühle mich von China nach Paris versetzt, eine schöne Strecke, werden Sie eingestehen müssen. Ich werde Ihnen nichts von meiner Reise erzählen, sie wurde zu schnell zurückgelegt, als daß ich hätte etwas von ihr wahrnehmen können; übrigens kann jeder Bädekers Reisebuch zur Hand nehmen, wenn er Ausschluß haben will über den Weg, den ich zurückgelegt habe. In der großen Weltstadt angelangt, war ich wirklich von dem Leben und Treiben überrascht; Gewühl, Geprassel, Wagengeroll, ein Rennen und Laufen, ein Fahren und Reiten, welches ich mir als Chinese xur sang, wo Alles nur still und ruhig hergeht, kaum erklären konnte. Zu dem war es ja Nacht für mich, was muß da erst am Tage Vorgehen, oder herrscht hier eine ewige Tag- und Nachtgleiche, dann gehören die Pariser zur Klasse, von denen Jesaias sagt ‘V,fi6 dies Alles war aber nur Nebensache für mich, auch die gradlinigen langen und breiten Straßen, welche, wenn in Ihrem armen: Deutschland angelegt, drei Fürsiettthümer ' durchschreiten würden , und Hier. Boulevard genannt, hatten nur wenig Reiz [für mich. Alles was ich wollte, ist die jüdischen Zustände hier kennen zu lernen, mit einem Worte wp.au 'Ndr nx; wenn ich meine Bruder suche, so kann ich hierunter nicht die ganze Gemeinde verstehen — übrigens giebt es eine solche gar nicht in Paris, ich kann Ihnen dieses später auseinander setzen — sondern die obersten derselben, welche für jeden Fremden die R a b b i n e n sind. Wenn jemand vielleicht die Anspielung machen will .«ana pDip so nehme ich es gerne an, denn -in Frankreich sind die Laien nur als Idioten anzusehen, denn.sie müssen sich von den Rabbinen und Consistorialräthen am Gängelband leiten lassen. Die Vorsteher sind nicht zu Hause und überhaupt zu beschäfttgt, um jemand empfangen, zu können, heißt es; was geht denn vor, fragte ich, vielleicht wird wieder ein Synhedrin anberaumt werden, welches die Beschlüsse -des vorigen zurücknimmt, welches mit vieler Mühe den Reformbeschluß gefaßt hat, die Pijutim von Kalir abzuschaffen, welche aber doch immer recitirt werden! Man. sieht, daß Sie ftemd sind, gab man mir zur Antwort, daß Sie das Weltereigniß nicht kennen; ein Großrabbiner für ganz Frankreich wird gewählt und nun ist die Vorsitzung. Doch hören Sie, Ihr Zopf gefällt mir und den Herrn darin wird er auch Vergnügen machenich werde Ihnen Einlaß bewirken, doch plaudern Sie nichts aus. — Ich werde Wort halten und sage jetzt gar-nichts, doch im nächsten theile ich Ihnen meine eigenen Reflexionen mit und ich hoffe, daß Sie sie nicht der Oeffentlichkeit übergeben werden — auch ein Traum.— :!i A n z e Lg e n. Der hier seit 15 Jahren fungirende Lehrer Hohenstein verläßt dieses Fach und wird dadurch-dessen Stelle als Schächter, Cantor und Lehrer, mit welcher außer Nebenrevenuen bei freier Wohnung ein jährliches Gehalt von 300 Thlr. und für die Seelsorge bei den-jüdischen Gefangenen der Strafanstalt: eine Regierungs- Revenue von 30 Thlr. verbunden ist, zum Oktober c, vacant. — Geeignete Bewerber ersuchen wir sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse zu melden. — Naugard, im Januar 1866. Der Vorstand der Shnagogen-Gememde. A. Ascher.