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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-01-16 · Heft 3 (16.1.1866) · p. Seite 38

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 3 (16.1.1866)
Date
1866-01-16
Page
Seite 38 (sequence 20)
Language
German
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38 ‘ dringendste ersucht wird, dort zu bleiben, Der we-. gen seiner Iudenfeindschast bekannte' Prediger Stef a n n an der hiesigen' Bartholomäuskirche ist - inder Neujahrsnacht Gegenständ ihm gewiß sehr unliebsamer Ovationen geworden, indem ein großer Volkshaufe sich vor seinen Fenstern, versammelte' und seiner Verehrung für den würdigen Seelenhirten in einem unzweideutigen Katzenconcerte Luft machte. Wie die „Tribüne" berichtet,;: ist die Trichinenkrankheit bei. einer hiesigen jüdischen Familie ausgebrochen, die sonst stets koscher 'lebt, s aber ihr koscheres Fleisch von einem christlichen Schlächter bezieht. 'Man nimmt an, daß derselbe das koschere Fleisch auf. einem Klotze gehackt hat, auf dem er vorher das Schweinefleisch zertheilt hatte. ' Bonn,' 3. Januar. (Privatmitth.) Mit großer Befriedigung erfahren wir soeben, daß der Herr vr. Jacob Äernays, Docent am jüdisch-theologischen Seminar zu 'Breslau, zum außerordentlichen Professor im Fache der klassischen Philologie und zum Oberbibliothekar an 'der Hiesigen" Universität ernannt worden ist. Derselbe war früher hier als Privatdocent häbilitirt, und soll mit dem Professor Usener aus Greifswälde den Prof. Ritschl ersetzen. Es ist dies ein sehr erfreuliches Ereigniß und beweist abermals, daß auch der Jude durch tüchtige Leistungen mit der Zeit die Schwierigkeiten zu überwinden vermag, die ihm einmal durch die obwaltenden Verhältnisse entgegenstehen. Das Seminar hat somit in kurzer Zeit einen zweiten bedeutenden Verlust erlitten. ' y Oesterreichischer Kaiserstaat. Bonn, im Januar. Wir haben bereits mehrfache Berichte über die in Wien jetzt abgehaltenen Probepredigten erhalten, die einen zu Gunsten, die andern zu Ungunsten dieses oder jenes Candidaten. Unserer ausgesprochenen Ansicht gemäß, theilen wir dieselben micht mit; da einencheils solche Predigtberichte und Predigtkritiken für das größere Publikum gar kein Interesse haben /: die /: Wiener > Gemeinde aber, die es besönders angeht,- sich ihr Urtheil selbst bildet, anderntheils in derartige Referate die subjective Meinung des Berichterstatters sich allzu sehr eindrängen muß. Es erweist sich - dies dadurch, daß in den verschiedenen Wiener Zeitungen: mehrmals - bereits über - einzelne Pre^ digten die entgegengesetztesten Urtheile enthalten waren. Lemberg, im Jan. Ueber den in diesem Blatte schon besprochenen Antrag' des Grafen Goluchowski schreibt-man der „N. fr. Pr":'„Im-galizischen Landtage' hat' ein Wunder sich ereignet : Graf' Goluchowski ist ein liberaler Mann geworden! Schade, daß der Liberalismus keine Auszeichnungen zu' verleihen hat, er müßte sonst dem Väter des Octvber-Diplöms ein großes Verdienstkreuz an seine Brust'heften.''Was Graf' Goluchowski' heute will, ist nicht mehr und nicht weniger als die volle unbeschränkte Besitzfähigkeit der Israeliten. Die' Verordnung vom ■ 18. November 1860, sagt Graf Goluchowski heute, laufe den konstitutionellen Grundsätzen zuwider, auch habe ' sie ihren Zweck nicht erreicht. Um dieser Erkenntniß willen seien die Recriminationen unterdrückt, zudenen die Bekehrung' Anlaß böte: Besser spät als niemals! Hoffentlich wird es nun dem Grafen Goluchowski darum zu thun sein, dem Anträge selbst zum Siege zu verhelfen, unbekümmert um wen Widerstand, den derselbe seitens der Ruthenen'.findet. Diese Kämpen der Civilisatton und der Cultur haben dem Goluchowski'- schen Anträge einmüthigihre Unterstützung verweigert; die Beschlußfassung indeß. wird kaum von ihrem Votum abhängen , wenn anders - die 'polnische Fractiön sich der Sache ernstlich und nicht blos zum Scheine annimmt. *) Ein anderer Weg als der der Petittön steht freilich ' in d i es e rr Fräge ohne Ueberschreitung seiner Competenz dem Landtage - nicht offen. Pest, 31. Dec. Pesti Hirnök formulirt das.Programm; der Conserdativen in'1 nachstehenden Hauptpunkten : Gleichheit vor - dem Gesetz undpersönliche Freiheit für Jedermann, der in Ungarn geborenf'W tonomie der Comitate; Unabhängigkeit der richterlichen Gewalt; Autonomie - der EonfessivnM-Untheilbärkert der Monarchie, aber zugleich unmittelbare Theiln'ähme an der CentralMegierüttg' zufolge wer Gleichberechtigung der Krone.' ' ' ' *j Das bekannte Gemeindestatut des. Lemberger Stadtraths' läßt - diesen Zweifel allerdings 'zu. ' -' ' / - '' - > v Redact. d. % Z. d?Süd-^

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