Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-01-09 · Heft 2 (9.1.1866) · p. Seite 26

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 2 (9.1.1866)
Date
1866-01-09
Page
Seite 26 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3226527-3226530--23634-3250947
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Synagogey, wo eine Orgel ist, eingeführjt. und vor der , . Predigt gesungen.' Das> Schlußgebet bildete der Psalm j 150. Der Eindruck dieseff Gottesdienstes wird lange i in der Erinnerung der, hiesigen,Gemeinde bleiben, wie? das'Andenken'des. .Königs-'selbst-,rr. .! ^;;//. ' l. k.; .Brüssel,. 28. December. (Privatmitth.) Eff ist in d. Bl. schon öfters angedeutet worden, bis zu welchen Extremen die. beiden .Parteien der Ultramontanen und; der Radikalen sich in .Belgien verlieren, und..man - braucht nicht erst an. die klerikale Versammlung zu' Mecheln und an die Studentenversammlnng zu Lüttich ' mit ihren entgegengesetzten Extravaganzen zu erinnern; j bis in die unbedeutendsten Aeilßerungen hinein schattiren? sich diese Färbungen ab. So z. B. läßt es das radikale- Blatt.^ielibre exoineu" von hier noch allenfalls zu, daß. die Geistlichkeit der drei Confesstonen (katholisch, protestantisch und israelitisch) bei dem Leichenbegängniß des j verstorbenen Königs zugegen war, denn da wären ja^ auch noch besondere Vereine' und Gesellschaften reprä-; sentirt gewesen. Aber es geräth in große Wuch, daßam anderen Morgen die Vertreter der. drei Confesstonen zum Könige geladen waren;,.dies wäre eine „unkonstitutionelle Anerkennung der drei Culte";. .das ,wäre' eine Erinnerung. an., ein Concordat;, der Staatz habe, einfach , die Religion zu ignoriren. Wir brauchen uns - wohl auf die Widerlegung dieses krassen Unsinns nicht einzulassen. Der Staat soll nicht konfessionell sein, aber die Religion, dieses wichtigste Moment des Menschenlebens, als gar nicht bestehend zu übersehen, stecht dem; Staate gewiß nicht zu. Das thut die amerikanische Union, nicht, und läßt z. B. jede Sitzung der Repräsentanten mit dem Gebete eines Geistlichen, und zwar abwechselnd von einem der verschiedenen Confesstonen beginnen. Es ist dies aber ein gefährlicher Zustand, weil eben jedes Extrem das andere um so mehr aufruft, und gewissermaßen Jedermann zwingt, sich einem derselben in die Arme zu werfen. Es käme Alles darauf an, endlich auch in Belgien eine starke Partei der Mitte zu schaffen, die freilich längst, wie überall, vorhanden ist, aber noch keinen Führer und keine Organisation hat. . Nordamerika. Bonn, 1. Jan. (Privatmitth.) Bei dem großen Interesse, welches auch wir der Sklavenftage in der nordamerikänischen Union widmen, da wir die glückliche Entscheidung derselben mit der Aufhebung der Leibeigenschaft in Rußland für die beiden größten Ereignisse unseres Jahrhunderts halten (s. d. Leitartikel S. A83 vor. I.), können wir nur mit großer Befriedigung auf den letzten Vorgang im eben verflossenen Jahre in dieser Beziehung blicken, und'den Bericht darüber als ein wahres Neujahrgeschenk an die Menschheit betrachten. " /' Nachdem nämlich nun auch der Staat Georgia dem Anträge aus eine Veränderung in der Verfassung in Bezug auf die, Sklaverei beigestimmt, haben.'sich siebenund'zwanzig von sechsünddreißigStaatenfür diesen Antrag ausgesprochen und derselbe hat'nun bereits Gesetzeskraft erlangt, da zu jeder Veränderung an der Verfassung die Zustimmung von mindestens drei Vierteln von den Vereinigten Staaten erforderlich . ist. Die Sklaverei ist somit jetzt in den Vereinigten Staaten als ges etzlich abgeschafft zu betrachten. — Daß nunmehr noch der Kampf für die völlige bürgerliche Gleichberechtigung den Farbigen bevorsteht, ist bekannt. ' V . . SdiaHtrag. Wien, 2. Januar. (Privatmitth.) Der. Graf Goluchowski hat einen, für seine Stellung zuf den. galizischen Israeliten sehr ^bezeichnenden Schritt, ,gethan.; er, der als Minister die Beschränkung der Fähigkeit zum Grunderwerb ftir die Juden Galiziens auf Diejenigen, roelche ein Gymnasium oder Realschule, besucht haben, promulgirt hat', hat jetzt als Abgeordneter im galizischen Landtage den Antrag auf BeseiLigung aster Beschränkungen gestellt. Der Graf hat. hiermit. in. diesem Bezüge seiner.Vergangenheit ein glänzendes'Hementi gegeben , und dies ist immer ein rühmenswerther Schritt. Andererseits können/ diMwbexWHjrae-' liten dies als hie Frücht ihrer. Conseqüenz und Selbstständigkeit hei. den Wahlen ansehen. In der Politik wird PertrauW .Ms bestraft, tpieDißtrMn chelbhnt'

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.