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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-01-09 · Heft 2 (9.1.1866) · p. Seite 27

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 2 (9.1.1866)
Date
1866-01-09
Page
Seite 27 (sequence 13)
Language
German
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27 den Gegner, sucht- Mn zu, gewinneil, den. Nachgiebigen i setzt man hinten an. — In diesem Monat wird der Oberkantor Sulzer sein vierzigjähriges Jubiläum an l seinem 62jährigen Geburtstage feiern. — Als ein gutes Zeichen sieht man es an, daß am 27. December ein Herr Leopold Libitzkh zum Advokaten ernannt worden' und den Eid abgelegt hat, weil dies der erste Israelit unter dem jetzigen Ministerium ist, das somit erwiesen hat, es werde hinsichtlich der Juden keine Rückschritte machen. — Gestern feierte der hiesige israelitische Frauenverein sein 50 jähriges Jubiläum mit einem feierlichen Gottesdienst im Tempel. . Paris, 2. Januar. Hier sind zum Mitgliede des Departementalconsistoriums mit .537 Stimmen von 1395 . Votanten Herr Saint-Paul und zu den zwei Delegirten behufs der Wahl des Großrabbinen des - Centralconsistoriums Gustav v. Rothschild mit 740 und, Albert Cohn mit 688 Stimmen gewählt worden. Gegen die erstere Wahl ist eine Protestation abgegeben worden. In Metz standen sich das Consistorium und der Großrabbiner gegenüber. In der Stadt erhielt der letztere, im Sprengel das erstere die Mehrheit, so Laß der Sieg dem letzteren verblieb; -aber auch hier-; gegen ist Protestation eingelegt worden. Correspond enz. Brief eines Chinesen, n. Lange, sehr lange, Verehrtester Herr Redacteur, habe ich Ihnen nicht geschrieben und fragen Sie mich warum, weil ich leider gehört, daß es dem electrischen Erub nicht besser ergangen als dem Kabel,, beide sind ins Wasser gefallen. Nicht nur, daß mein Gebäude über die.Thätigkeit des Telegraphen am Sabbath, durch einen Juden bewirkt, wo ich mich auf die hohe orthodoxe Entscheidung in Frankfurt stützen wollte, zusammengeftürzt ist, es ist auch der orthodoxen-Gemeinde daselbst ein moralischer Schlag beigebracht worden, denn mit den -Erub hatte sie wenigstens einen;2-, , so hat sie gar nichts. — Jeder muß sich; in sein Geschick fügen, wahrlich, Gott wird seine Frommen nicht verlassen und das "j"a, welches in Frankfurt beisammensaß, wird schon Rath finden; übrigens soll Jemand sich geäußert haben, ■ da Herr Rabb. Hirsch jeden einzelnen mit seinem Faden umstrickt hat, so kann dieser doch als Erub gelten. > Wenn ich Ihnen von dem gesprochen habe, so muß ich auch als li o r r e n d u m erwähnen, daß der presburger Rabbiner den frankfurter Sch och et nicht fromm genug gefunden und daher seinen eignen mit sich gebracht hat, dafür hat der Würzburger wieder seinen eignen Lehnsessel zur Sitzung mitgenommen, weil er zweifelte, ob bei den anderen kein wäre, sie transit munäus. Ein schrecklicher Stoß für die Mainz-Frankfurter Firma, um so mehr da, wie ich wenigstens sagen hörte, sich sowohl der Rabbiner wie auch der Schochet für ein öffentliches eclatantes Examen aus vorbereitet haben soll und der orthodoxe Rabbi alle Fauteuils einige Tage früher aufschneiden ließ; übrigens ist dies nicht die erste Aufschneiderei seinerseits. —; In dem geheimen Conclave soll viel gegen den neuen Verein für das allgem eine Interesse des Judenthums, von Ihnen und Geiger so lebhaft zur Welt gefördert, gesprochen worden sein; da Papst und Gegenpapst schon in Frankfurt und Mainz existiren, ebenso eine Gegenbibelgesellschaft von der tartüffen Partei gegründet wurde, so soll auch ein Gegenverein unter dem Namen für gemeine Interessen des Judenthums ins Leben gerufen werden, und sollte, wie es einen Augenblick gewünscht wurde, der Verein für geistige Interessen genannt werden, so kann er von anderer Seite mit Recht für nichtgeistige heißen; die Gegensätze sind der Hebel dieser Partei, und werden diese in Bewegung gesetzt, sobald irgend welches Unternehmen, und sei es das beste und zweckmäßigste, nicht in ihrem Neste ausgebrütet wird. Was zu bedauern, ist, daß wahrhaft gelehrte Männer wie S. Frankel und Rappoport sich dieser Clique anschließen, und ist es nicht bedacht, wenn letzterer ohne noch den eigentlichen Zweck des Vereines zu kennen und nicht einmal bedingungsweise diesen schon verdammt — aus persönlichen Rücksichten also. Wänkelmuth und Altersschwäche sind daher mit Nachsicht zu behandeln; Rappoport wird noch länge leben, hoffe ich, und der Verein wird bestehen und sicherlich auch in Prag Anklang finden. — Eine Hauptunterredung der orthodoxen Trinität soll die Besetzung der jetzt vacanten Stellen in bedeutenden Städten gewesen sein; ihren Einfluß wollen sie höchstmöglich dabei geltend machen und ihre Nase überall^ hineinstecken. Für Paris wird auf Rahb. Klein aus Colmar gepocht und im Hui vors.

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