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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-01-09 · Heft 2 (9.1.1866) · p. Seite 24

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 2 (9.1.1866)
Date
1866-01-09
Page
Seite 24 (sequence 10)
Language
German
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24 wurden, sich an den Wahlen zu betheiligen, und daß sie diesex : Aufforderung auch nachkamen. Die betreffende Stelle des., kö.nigl.. Rescriptes lautet: Damit; aber auf diesem LandtagsWch. die früher nicht.berechs tigt gewesen e n /. durch die von Ans wiederholt, ausgesprochene und sichergestellte Gleichheit aller Unserer Unterthanen vor dem Gesetze, durch die. allen verbürgte freie Religionsübung, von Stand und Geburt unabhängige Aemterfähigkeit und allen obliegende gemeinsame und gleiche Wehr- und Steuerpflicht und durch die Beseitigung der Frohnen in volle Gleichberechtigung getretenen Volksklassen und. Personen ebenfalls angemessen vertreten erscheinen, haben Wir nicht nur alle jene zur Betheiligung an den Wahlen zu diesem Landtage als berechtigt erklärt, welche an directen Steuern ohne Zuschlag und Kopfsteuern nach den letzten abgeschlossenen Steuertabellen den Betrag, von acht Gulden entrichtet haben; — sondern Wir haben auch Sorge getragen, daß Angehörige dieser früher nicht vertretenen Volksklassen in die Reihe der übrigen Bestandtheile dieses Landtages ausgenommen seien.*) Der Landtag beharrte nun auf der von der 1848er Landesvertretung, durchgesetzten, aber seitdem von der Regierung noch nicht anerkannten und von der nichtungarischen Bevölkerung (Rumänen und Sachsen) wie früher; so auch gegenwärtig angefochtenen engen Union Siebenbürgens mit Ungarn, und ging in der Antworts-Adresse Se. Majestät an, im Sinne des 1848er Unionsgesetzes in Siebenbürgen die Wahlen zum ungarischen Reichstage anordnen zu lassen. Welche Anomalie infolge der eventuellen Ausschreibung dieser Wahlen bezüglich der siebenbürgischen Israeliten entstehen könnte, setzt das dortländische magyarische Blatt „Korunk" in einem sehr interessanten Leitartikel auseinander. (S. oben.) Schließlich verlangt' „Korunk", die Regierung, welche unter diesen Umständen allein berufen ist, die allerhöchste Absicht Sr. Majestät zur Geltung zu bringen, möge die entsprechende Verfügung treffen. Der eine Wunsch dieses freisinnigen Blattes ist *) Unter diesen „übrigen Bestandtheilen des Landtages" sind die von der Krone berufenen sogenannten „Regalisten". zu verstehen, unter denen sich aber, unseres Wissens, kein Jude befindet. (Corresp.) - bereits.,in. Erfüllung gegangen, wie folgende Stelle der?! siebenbürgischen Landtags-Adresse beweiset:, f \ .„Das die Beglückung aller Völker anstrebende väterliche Herz Ew^ k. k. apostolischen Majestät und die. j anerkannte Freisinnigkeit und Gerechtigkeit des gemein-, i samen Reichstages (nämlich des ungarischen,. Corresp.) ' bieterf genügende Sicherheit dafür, daß die Rechte, Interessen und Ansprüche der einzelnen Theile, Confes- ' sionen und Nationen Siebenbürgens bei Durchführung der Union in allen Einzelnheiten gehörig berücksichtigt ,und auf Grund der Rechtsgleichheit und Billigkeit befriedigt werden, was wir wünschen, hoffen und auch bitten." — . Mit der Leitung des stenographischen Büreaus beim Ungar. Reichstage sind die Israeliten Konyi und Fenyvessh (Fenjweschi) betraut worden; demnach werden schon beim gegenwärtigen Reichstage Juden Mitwirken! Sal. Blum. - Prag, Ende December. Der frühere Präses der hiesigen israel. Repräsentanz hat vom Kaiser wegen seines vieljährigen gemeinnützigen Wirkens das, goldene Verdienstkreuz mit der Krone erhalten. — Die Anklage, welche die Staatsanwaltschaft zu Wien gegen die Wiener Kirchenzeitung wegen Schmähung des Judenthums aus Citaten des Talmuds erhoben hatte,, ist,, wie ged. Blatt meldet, fallen gelassen worden. Bekanntlich hatten die Juden selbst es nicht für der Mühe werth gehalten, dieses Schmähblatt zu verklagen, sondern überlassen es gern seiner Unbedeutendheit und seinen wüsten Leidenschaften. Sie wissen es. zu gut, daß dieses Blatt nur Aufsehen machen will, , um einige Abonnenten zu gewinnen, und derartige, Anklagen, die seinen Namen wieder einmal öffentlich nennen lassen, sind ihm höchst willkommen. Die Art, wie die Jnscenesetzung der Anklage vorgenommen, wurde, ließ schon damals voraussehen, daß die Sache zu nichts führen werde. ■ Belgien. Brüffel , 27. December.. (Privatmitth.): Die politischen Blätter Belgiens haben die großen Ereignisse, die in Belgien in den letzten Wochen geschehen, genugsam bekannt gemacht; sie haben öffentlich den großen, Tugenden des weisen, konstitutionellen Königs -ihre:

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