Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 2 (9.1.1866)
- Date
- 1866-01-09
- Page
- Seite 19 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Es freut uns, hier den zweiten Band von: „Die Rechte der Israeliten, Athener und Römer,' mit Rücksicht auf die neuen Gesetzgebungen für Juristen, Staatsmänner, Theologen , Philologen, -Philosophen und Geschichtsforscher in Parallelen dargestellt. Ein Beitrag zu einem Systeme und zu einer Geschichte des Universälrechts von Di\ Samuel Mayer, Rechtsanwalt ,ht Hechingen," von 'welchem der erste Band, das öffentliche Recht enthaltend, 1862 erschien, zur Anzeige bringen zu können. Dieser zweite Band enthält das Privatrecht, und behandelt demnach das Personenrecht, das Vermögensrecht und das Familienrecht: Der Vers, hat keine Neigung für philosophische Bearbeitung des Rechtes und läßt sich daher wenig in die allgemeinen Beziehungen ein. Ihm liegt es am meisten ob, das materielle Recht in möglichster Bestimmtheit klar zu legen. Wir finden daher in seiner Arbeit ein außerordentlich reiches Material für die vergleichende Rechtswissenschaft aus der alten Welt, und wenn er es Anderen überläßt, die höheren Gestchtspunkte zu erörtern, so bringt er dafür mit ungemeinem Fleiße, großer Belesenheit und Klarheit der Anordnung eine Stofffülle heran, wie sie in einem anderen Werke' noch nicht geboten worden. Dies ist um so anerkennenswerther, je seltener eine umfassende Kenntniß des biblisch-talmudischen Rechtes mit einer ebenso detaillirten des athenischen und römischen Rechtes, sowie der neueren Gesetzgebungen sich vereinigt findet. Es versteht sich von selbst, daß in vielen einzelnen Punkten, über welche die Ansichten so sehr auseinander gehen, sich mit dem Verf. streiten läßt; aber ebenso gewiß ist es, daß derselbe eine Menge streitiger Fragen in seiner Darstellung so weit geführt hat, wie sie eben in unserer Zeit liegen. Wir können daher..dem Vers, nur unseren vollen Dank aussprechen und wünschen sehr, daß er Muße und Lust finde, auch das Strafrecht zu bearbeiten. — Von dem chaldäischen Wörterbuch des Dr. I. Levy, über das wir in No. 51 v. I. berichtet haben, ist soeben die 2. Lieferung (Bogen 13—24) bis in die Mitte des He reichend, ausgegeben worden. Das Werk schreitet also im Drucke rasch vorwärts. — .La.uph.eim, im December. Das Literaturblatt von Menzel No. 62 vom Jahre 1865 zeigt folgendes Buch an :: Die Kirche und die Synagoge. Aus dem Französischen . des L. Rupert. Mit Beilagen von Sebastian Brunner. Schaffhaüsen, Hurter." Menzel referirt über diese Schrift: „Ein SündeuregiM in einer geschichtlichen Aneinanderreihung alles Bösen, das seit der Zerstörung Jerusalems von den Juden und über die Juden dem Gedächtniß aufbewahrt worden ist. Von einem großen Judenfeinde zusammengestellt. Aber gerade, weil hier allen der Stempel des Gehässigen aufgedrückt ist, muß man billig urtheilen." Wie groß muß die Bosheit des Buches gegen die Juden sein, wenn selbst Menzel die Gehässigkeit übertrieben findet. Doch führt auch er den Römer Aminianus Marcellirms an, der sagt : semper rebellant et semper male olent! Verzagt und boshaft in der Unterdrückung, aber gleich wieder gott- und rücksichtslos im Glück, wie sie es schon zu Zeiten Moses gewesen sind. — Unter den Judenfeinden werden auch aufgeführt und ihre gehässigen Aussprüche angeführt: Kant, Anthropologie Lpzg. 1833. 4. Auflage S. 187.— Fichte, Beiträge zur Berichtigung der Urtheile über die französische Revolution S. 186. Auch Herder muß sein Contingent zum heiligen Krieg gegen die Juden stellen: Ideen IV. 38 und Adrastea IV. 1. 157. Julian Schmidt wird von Sebastian Brunner auch ins Treffen geführt >—Ja, Brunner liebkost sogar Luther und marschirt mit ihm Arm in Arm gegen das arme Judenvolk, um in majorem dei gloriam es zu vernichten. Er läßt Luther sagen: „Man stecke ihre Synagogen mit Feuer an, und was nicht brennen will, überhäufe man mit Erde und beschütte es, daß kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Solches thue man unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, daß wir Christen seien. — Man zerbreche und zerstöre ihre Häuser. Man verbiete ihren Rabbinern bei Leib und Leben zu lehren. Man versage allen Juden Schutz und Geleit. Wenn alles nichts helfe, solle man sie wie tolle Hunde hinausjagen."— sic! — So wenig wie Dr. Martin Luther mit seinem Dintenfaß den Teufel auf der Wartburg letzen konnte, ebensowenig schadet Dr. Sebastianus Brunner mit seiner in Galle getauchten Feder; denn man kennt den Vogel an feinen Federn und all sein Rüstzeug aus der Geschirrkammer des Vorurtheils, des Jrrthums und des Fanatismus aus alter und neuer Zeit prallt ab am gesunden Menschenverstände und kehrt sich als geistige Waffe gegen den Urheber und Verbreiter solcher Schmähungen,' die, je boshafter sie werden, in-ihrem eigenen Nichts untergehen. Alexander Elsäßer. .Frankfurt a. d. Oder, im Jan. (T^ie Bibel auf' der Bühne.) Der strenge Kritiker Ludwig BÜ'rn'e"