Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 51 (19.12.1865)
- Date
- 1865-12-19
- Page
- Seite 791 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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ron Eötvös und Vambsrh, Professor an der hiesigen Universität und durch seine asiatischen Reisen sattsam bekannt, erschienen. Sowohl Deäk, Eötvös, als Kemsnh haben sich in ihren Organen sehr warm zu Gunsten der Juden ausgesprochen. R. Nagy-Mihrily, im December. (Privatmitth.) Es wird Sie, hochürdiger Herr Redacteur, nicht wenig wundern, gerade aus unserem unansehnlichen Marktflecken, wo alles seit Jahren im alten Schlendrian geht, einen Bericht zu erhalten, und doch verdient das Treiben der Orthodoxie die Aufmerksamkeit-des gebildeten Europas. In den letzten Tagen des Monates November versammelten sich dahier unter dem Präsidium des Tollhäuslers Rabbi Hilel aus Szikszb an 20 Rabbinen, um nichts weniger zu thun, als beim Landtage zu petitioniren 1) gegen die Errichtung des Rabbinerseminars, 2) gegen die — Emancipation —, die ihnen ein Dorn im Auge. Da die Herren um die Erlaubnis, eine Versammlung abhalten zu dürfen, nicht einkamen, so wurden sie von der Behörde verjagt. Die anwesenden Rabbinen gehören der chassidischen und orthodoxen Richtung an. Unter den anwesenden Herren bemerken wir auch den noch jungen, zum Chassidismus sich hinneigenden orthodoxen Rabbi Schreiber ans Sajö Szent Pöler. Italien. Aus Oberitalien, 4. Dec. (Privatmitth.) Noch sehr lebhaft ertönen die Schmerzensrufe und Trauerklänge über das plötzliche Verscheiden des großen Luzzatto. Allenthalben, gewiß in sämmtlichen nur etwas bedeutenden Gemeinden Italiens waren die verdienten Lobeserhebungen des ruhmvollen Professors zu vernehmen, und das jüngste Monatheft des Rorriere Israelitico von Triest ist noch voll von Berichten über die zu Ehren des Verblichenen abgehaltenen Feierlichkeiten. Auch eine nichtisraelitische Stimme, die des an der Universität zu Pisa angestellten Professors der orientalischen Sprachen, Herrn F. Lasinio, ließ sich in einem Schreiben an die Direktion des Oorriere Isrnelttico vernehmen. Er macht den Vorschlag, den reichen literarischen Nachlaß, so wie die in so mannigfachen Veröffentlichungen zerstreuten hebräischen Geisteserzeugnisse des Verewigten zu sammeln, und in einem oder mehreren Bänden der Gelehrtenwelt zu übergeben. Hieran reiht sich der Wunsch, auch die noch nicht herausgegebenen Arbeiten des bewunderungswürdigen Filosseno, S. D. L.'s Sohn, mit dessen bereits aufgelegten Werken zu veröffentlichen. Er schlägt zu diesem Behufe die Bildung eines Comits's vor, dessen Aufgabe es sein sollte, die besagte Sammlung zu Stande zu bringen, so wie den hierzu nöthigen Geldbetrag durch Actien zu wenigen Francs aufzubringen. Herr Prof. Lasinio hat deßhalb auch an Herrn Dr. Steinschneider geschrieben. Gebe der Himmel, es möge ein solch schönes Projekt zu Stande kommen. Leider hat sich das auch in Ihrem letzterhaltenen Blatte No. 48 erwähnte Comitö zu Gunsten Luzzatto's nicht bewährt. Professor Ascoli erklärt im Corriere Israelitico seinen Austritt, jedoch nicht wegen Mangels an Einverständniß mit den anderen zwei Mitgliedern desselben. Es ist zwar sehr verfänglich, in einer so zarten Angelegenheit ohne nähere Kenntniß der Umstände zu sprechen; allein es.kann nicht umhin zu befremden, daß bis heute noch kein öffentliches Organ mitgetheilt habe, ob und mit welcher Summe das mit der obersten Leitung des Collegio Convitto Rabbinico betraute Organ der fünf Lomb.-Venetianischen Gemeinden zur Versorgung der vom armen Luzzatto hinterlassenen Familie beizutragen gesonnen ist oder beiträgt. Luzzatto zählt am Collegium 36 Dienstjahre, und was für Dienstjahre! Zur provisorischen Besetzung des durch S. D. L's. Hintritt vacant gewordenen Lehrstuhls am Collegium wurde Herr Rabbiner Eude Lolh aus Görz, des verewigten Verwandter und Schüler, berufen; unter den obwaltenden Umständen eine glückliche Wahl. Herr Lolh ist ein anspruchsloser, aber der Wissenschaft treu obliegender Gelehrter. Freilich dürfen wirjetzt keine Vergleiche anstellen; allein es wäre auch verzweifelt, wenn dies geschehen müßte!. Bei der jüngst in Triest stattgefundenen Neuwahl zur Ernennung der Stadt-Provincial-Räthe, sind auch acht Bürger unseres Glaubens ernannt worden. Ein reicher Anonymus von Venedig bestimmte am letzten Jom-Kippur die Summe von Tausend Gulden in klingender Münze, zur Unterstützung eines auf eine nicht häufig betriebene Kunst, oder sonstiges besonders nützliches Gewerbe sich verlegenden Israeliten. Erwähnter Betrag soll zur Ausbildung und zur etwaigen An-