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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-12-19 · Heft 51 (19.12.1865) · p. Seite 789

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 51 (19.12.1865)
Date
1865-12-19
Page
Seite 789 (sequence 5)
Language
German
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AMWWD ZW 78Ö tens des Appellationsgerichtes zu Greifswalde, trotz der Anciennetät wiederholt übergangen, und selbst die Fürsprache des hiesigen Gerichtskollegiums blieb fruchtlos. Herr S. sah sich so moralisch genöthigt, den Justizdienst zu quittiren, obschon er dadurch als Familienvater sein Drod zu verlieren in Gefahr stand. Da trat der hiesige erste Bürgermeister, früher Kreisgerichtsdirector, ein, beschäftigte ihn vorläufig bei der Stadt und hat ihn nunmehr mit Zustimmung des Rathes definitiv als Cassenrendant bei der städtischen Gasanstalt angestellt, obgleich sich mehrere christliche Bürger um die Stelle beworben hatten. Rheinberg, 23. Nov. (Privatmitth.) Der hiesige langjährige Stadtrath, Hr. Em. Philip, feierte gestern mit seiner Gattin Shbilla, geb. Isaak, die goldene Hochzeit unter der ausgedehntesten Theilnahme der gangen hiesigen Stadt. Ein Ständchen der Liedertafel am Vorabend, ein feierlicher Gottesdienst in der Synagoge, wobei der Jubelgreis, der seit langer Zeit Vorsteher der Gemeinde ist, einen kostbaren Silberschmuck für die Thorarolle schenkte, und ein großes Festessen feierten das seltene Fest. Alle städtischen Armen und wohlthätigen Anstalten waren reichlich bedacht worden. Berlin, 10. December. Das Resultat der Repräsentantenwahlen der hiesigen jüdischen Gemeindewahlett ist nunmehr ermittelt. Von 2864 Gemeindemitgliedern, welche sich an der Wahl durch Abgabe von Stimmzetteln betheiligt hatten, ist folgenden 25 Personen die absolute Stimmenmehrheit zugewandt worden, und sind diese demgemäß als gewählt zu betrachten: I. Repräsentanten: 1) H.Demuth (1826 Stimmen), 2) S. Beschütz (1744), 3) H. Makower (1739), 4) Dr. Jonas (1711), 5) vr. Oestreich (1703), 6) Perez Abrahm (1700), 7) M. S. Jacobh (1684), 8) Ludwig Lesser (1677), 9) L. A. Marcuse (1649), 10) S. I. Arnheim (1613). H. Stellvertreter: 11) Martin Meher (1583), 12) Albert Arons (1577), 13) Louis Friedberg (1566), 14) Louis Dahlheim (1555), 15) Joel Jacob Meher (1547), 16) S. Gumbert (1540), 17) Samuels Aron (1537), 18) M. S. Meher (1528), 19) B. Friedheim (1525), 20) Ferd. Reichenheim <1520), 21) Dr. Herrm. Sachs (1518), 22) D. S. Lehmann (1512), 23) Ed. Steinthal (1509), 24) Dr. Bram (1494), 25) S. Speyer (1407). Von diesen sind No. 1. 2. 4. und 8 wieder gewählt. Die liberale Partei hat also entschieden ihre Candidaten durchgebracht. Bromberg, 2. Dec. Der hiesige Magistrat hat den Beschluß der Stadtverordneten vom 21. September, den Unterricht in der jüdischen Religion versuchsweise in die städtischen Schulen einzuführen, nicht bestätigt. In ihrer Sitzung vom 1. December nahmen die Stadtverordneten den Antrag an, bei ihrem früheren Beschlüsse stehen zu bleiben. Königsberg, 3. Dec. (Kgsb. Hart. Zeitg.) In der Nacht von Freitag auf Sonnabend (2. u. 3. Dec.) wurde in die hiesige Synagoge vom Hofe aus über die Frauengallerie eingebrochen; jedoch wurden nur wenige Silbergeräthe und ein Stück Messing vom Kronleuchter entwendet. Oesterreichischer Kaiserstaat. Pest, 1. Dec. (Privatmitth. Da Sie in Ihrem" Blatte auch die -kleinen Zuge sammeln, aus welchen sich das große Gemälde der Emancipationsfrage zusammensetzt, so mag auch folgender nicht fehlen. Zu Ehren des hier gewählten! Abgeordneten Baron Kemönh wurde ein großes Bankett abgehalten. In einem Toaste brachte er das erste Glas auf seine Wähler, das zweite Glas auf jene Wähler der Leopoldstadt, die ihr Vertrauen nicht ihm zugewendet haben, aber doch treue Anhänger derselben Partei sind; das dritte Glas aus Jene, die „kein Wahlrecht haben, die wir aber eingeladen haben, weil wir dadurch erklären wollten, daß wir, sobald wir die Gelegenheit dazu haben werden, dahin streben werden, daß dieselben , die sich durch ihre Intelligenz, ihren Einfluß und, wie er glaube, durch ihren Patriotismus so sehr hervorgethan haben, durch Erlangung des activen und passiven Wahlrechtes jenen Platz einnehmen sollen, welchen sie wirklich verdient haben!" aus. Wahrscheinlich wollte er hiermit jene Zweideutigkeit ausgleichen, deren er sich in seiner Dankrede an seine Wähler, bezüglich der Emancipationsfrage der Israeliten schuldig gemacht. Wien, 4. Dec. Die hiesigen öffentl. Blätter (auch die „Köln. Ztg.") melden: Die Wiener Kirchenzeitung'

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