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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-11-28 · Heft 48 (28.11.1865) · p. Seite 748

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 48 (28.11.1865)
Date
1865-11-28
Page
Seite 748 (sequence 12)
Language
German
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748 der Vertheidiger des Angeklagten ein Jude, der junge Advokat Ernst Handle, welcher diese lügenhafte Behauptung mit Energie zurückwies. Rußland. Berditschew, im Oktober. Die Cholera hat bereits die Grenzen von Podolien und Volhynien überschritten und wüthet hieran einem ersrcheckenden Maße. Da die Städte zumeist von Juden bewohnt werden, wie namentlich unsere Stadt, so stellt die jüdische Bevölkerung ein sehr großes Contingent zu den zahlreichen Opferu dieser Seuche. Das Elend und die Noth sind sehr groß. Dänemark. Kopenhagen, 7. November. (Privatmitth.) Es regt sich in dieser Zeit ein gewisses Leben in unserer Gemeinde, was an und für sich nach so langem „do1c6 far niente“ als ein gutes Zeichen anzusehen, wenn es sich auch bis jetzt nur in einem schlechten Blatte um eine Agitation für ein neues Leichenhaus und nach jedoch gewiß grundlosen Gerüchten auch um Einrichtung eines Tempels handelt. Das Prognosticon des Blattes, welches den Titel „Jsraelitisk Tidende" (Zeitung) an der Stirn trägt, und von dem bereits zwei Nummern vor uns liegen, ist leicht gestellt; man braucht nur ihre Ankündigung in einem hiesigen Tageblatte zu lesen: „Der Inhalt ist arm, die Sprache schlecht und die Correctur nachlässig." — Es hat übrigens das jüdische Volksblatt gut ausgebeutet. Wir sagen ihm übrigens den gewissen Tod voraus, denn es fehlt hier gänzlich an heimischem Stoff zu einer solchen Zeitung und die Vortheile, wofür sie eigentlich zu kämpfen angewiesen wäre, sind hier schon längst ohne Kampf errungen. — Mit einem unserer Gemeinde würdigen Leichenhause mitten in der Stadt wird es dagegen hoffentlich zur Wirklichkeit kommen, und man kann sich nur wundern, daß unsere große und reiche Gemeinde in einer so langen Reihe von Jahren sich mit dem bisherigen höchst eingeschränkten, auf dem Friedhofe außer der Stadt gelegenen begnügt hat. Die feierliche Einweihung der Synagoge in Freverita (die älteste Gemeinde Dänemarks), zu der Herr Dr. Wolfs im Frühjahr bereits den Grundstein gelegtfand vorige Woche statt; die Weihe vollzog Herr Dr. Wolfs, in Gegenwart aller Stadtbeamten. Es ist dies die fünfte Synagoge, die unter Dr. W.'s Auspicienhier im Lande aufgebaut und von ihm eingeweiht wurde. — Wie es verlautet, hat unsere Religionsschule, nachdem der Oberlehrer (Dr. Mielziner*- nach New-Iork berufen worden, eine glückliche Acquisation gemacht an einem jungen Manne aus Frankl's Seminar. Ein Schüler der hiesigen jüdisch-theologischen Gesellschaft ist in diesen Tagen nach Paris gegangen, um sich in dem dortigen Rabbiner-Seminar auszubilden. Wir sind geneigt, zu glauben, daß man über die Nationalitätsfrage und die verschiedenen Differenzen mit dem Breslauer Seminar hätte hinwegkommen und den Candidaten doch nach Breslau senden sollen; denn es läßt sich nicht läugnen, daß die jüdisch-theologische Li-' teratur, auf die er ja eben hingewiesen ist, in Deutschland und nicht in Paris ihre Heimath hat. Diese augenblicklich berechtigte Abneigung gegen alles Deutsche hat auch darin ihren negativen Ausdruck gegeben, daß unsere Gemeinde, die sich sonst mit warmem Interesse allen allgemeinen jüdischen Zwecken anschließt, (man sehe nur die Abonnentenliste des isr. Literaturinstituts, wo Kopenhagen mit einer der größten Abonnentenzahl prangt), dem Vereine für allgemeine Angelegenheiten des Judenthums nicht beigetreten ist. Dem in diesem Blatte mehrmals erwähnten Commerzienrath I. W. Heymann R. p. p. ist eine seltene Ehre geworden, indem der schwedische Kronprinz Oscar bei seinem eintägigen Aufenhalte hier, sich bei diesem melden ließ und über eine Stunde bei ihm verweist hat. g—r—. Ueurstes. Berlin, den 19. Nov. (Privatmitth.) Während die Partei einer gemäßigten und zeitgemäßen Reform nur offen und im Hellen Lichte der Oeffentlichkeit auf die *) Nach amer. Blätter, wie auch nach eingegangenen Briefen aus New-Hork ist Dr. M. sehr wohl empfangen und von der Gemeinde schon allgemein beliebt worden. Corresp.

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