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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-11-28 · Heft 48 (28.11.1865) · p. Seite 746

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 48 (28.11.1865)
Date
1865-11-28
Page
Seite 746 (sequence 10)
Language
German
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746 hiermit zu einem Eroberungskampf. Der Synagogenbau , eine Auskunft der Duldsamkeit, steht auf dem Punkte, ein Kampfplatz der Unduldsamkeit zu werden." Oesterreichischer Kaiserstaat. Lemberg, 9. Nov. Die „N. fr. Pr." schreibt: Was die hiesige Wahlbewegung anbelangt, muß ich auf meinen vor einer Woche erstatteten Bericht zurückkommen. Damals habe ich darauf hingewiesen, daß die Repräsentanten der israelitischen Gemeinde, welche in den Wahlcomitö-Äusschuß gewählt wurden, in dem Falle, daß dieser Ausschuß die Wahl Goluchowski's anempfehlen sollte, aus dem Ausschüsse austreten werden. Eben erfahre ich, daß die fünf israelitischen Ausschußmitglieder wirklich gestern aus diesem Ausschüsse ausgetreten sind, da sie den an die Wähler Lembergs zu richtenden Ausruf, man möge Niemandem als dem vom Comits anempfohlenen Candidaten Graf Goluchowöki Stimmen geben, nicht unterfertigen wollten. Ob die Israeliten ein besonderes Comits bilden oder sich nur passiv verhalten werden, ist mir noch nicht bekannt. Da es unter den Israeliten auch eine Fraction gibt, welche für den Grafen Goluchowski zu stimmen bereit wäre, nämlich die sogenannten Altgläubigen, wäre es daher möglich, daß an die Stelle der ausgetretenen Mitglieder einige Repräsentanten der erwähnten Fraction zum Ausschuß berufen werden. Die Wahlen in der Stadt Kolomea, welche auch gestern stattfinden sollten, sind auf den 16. d. M. verschoben worden. Unter Anderen candidiren dort Dr. Rodakowski und die hiesigen Advocaten, Dr. Landesberger und Dr. Hönigsmann (beide Israeliten). Der Vorstand der hiesigen israelitischen Gemeinde hat den Israeliten Kolomeas (und die Mehrzahl der Wähler sind Israeliten) den Dr. Landesberger anempfohlen. Lemberg, 15. Nov. Gestern Abend wurde unter ungeheurem Andrange der israelitischen Bevölkerung in der Haupt-Synagoge vom Prediger Loewenstein unter Assistenz des orthodoxen Rabbiners eine Wahlversammlung abgehalten. Prediger Loewenstein empfahl den Versammelten solidarisches Vorgehen und einstimmige Wahl des Dr. Rodakowski, dieselben gleichzeitig auffordernd, sich durch die zahlreich angezettelten Jntriguen in Ausübung des Wahlrechtes nicht beirren zu lassen und die gewährleistete Freiheit der Wahl nach allen Richtungen hin aufrecht zu erhalten.. Er sowohl als die Doctoren Hönigsmann und Landesberger betonten unter lebhaften Beifallsbezeigungen die Bedeutung der Wahl, die, ohne den Charakter politischer Animosität gegen irgend welche Partei zu tragen, ausschließlich der Ausdruck der Anerkennung für die bewährte Freisinnigkeit des Candidaten und dessen muthvolles Eintreten für die Rechte der Juden sei. Dieser Pflicht der Dankbarkeit würden die Juden auch durch die Resignation Rodakowski's nicht entbunden. Die Versammelten, erklärten einstimmig ihre Zustimmung, und mit einem Segensspruche Loewenstein's auf Se. Majestät den Kaiser, der von den Anwesenden andächtig wiederholt ward, wurde die Versammlung geschlossen. Der Versuch der Gazeta Narodowa, durch Entstellung der Reden und ähnliche Mittel Zwiespalt zwischen den reformirten und orthodoxen Juden hervorzurufen, ist gänzlich mißlungen. "Aus Mähren, im Nov. (Privatmitth.) Es ist in diesem Glatte schon häufig von dem ungarisch-jüdischen Fonds die Rede gewesen, der aus den Strafauflagen des bekannten Hainau geflossen, und von dem bis jetzt nur ein Theil der Zinsen zur Unterstützung von jüdischen Schulen verwendet wird; ebenso vor Kurzem von dem böhmisch-jüdischen Landesfonds von 300,000 fl., der noch unbenützt liegt. Es existirt auch ein mährisch-jüdischer Landesmassafonds, der bereits zu 874,672 fl. herangewachsen ist und noch immer der Bestimmung harrt. Er ist theils hypothekarisch ausgeliehen, theils in Staatsobligationen angelegt. Aber außer einigen kleinen Geldunterstützungen an arme Cultusbeamte, liegt diese große Summe gänzlich brach. Während die ganze Welt Anleihen machen muß, besitzen so die Juden dreier Kronländer zusammen Millionen, ohne daß ein Gebrauch davon gemacht wird. Und doch könnten die unentbehrlichsten Institute, wie Seminare, Waisenhäuser u. dgl. davon errichtet werden. —. Dem Vernehmen nach unterliegt gegenwärtig dem Staatsministerium ein interessanter Fall aus Galizien zur Entscheidung, ob nämlich ein Israelit daselbst Gemeindevorsteher (der betr. Stadt) sein darf. Italien. Pabrra, 12. Nov. Hier ist jetzt ein Comits zusammengetreten, um ein Kapital zu Gunsten der Fa-

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