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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-11-14 · Heft 46 (14.11.1865) · p. Seite 715

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 46 (14.11.1865)
Date
1865-11-14
Page
Seite 715 (sequence 11)
Language
German
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NKW WMWMWWWff 715 schen Propheten geblendeten Partei preisgegeben werden wird. — Das Resultat der Prüfung ist, den Umständen Rechnung tragend, ein ziemlich günstiges zu nennen; die Lehrer thaten ihr Möglichstes, und das leitende Comitö, an dessen Spitze Herr Joseph Deutsch, ein äußerst intelligenter Mann, steht, hat in Berücksichtigung der Mängel dieses Institutes, dem Gemeinde- Vorstände ans Herz gelegt, einen Direktor aus dem Auslande für die Schule kommen zu lassen, um ihm die Leitung derselben anzuvertrauen. — Der Bau unseres Tempels schreitet seiner baldigen Vollendung entgegen, und neben vieler Opferwilligkeit, die ein jedes Mitglied der Tempel -Fraktion an den Tag gelegt, muß ich wiederholt die Verdienste des Herrn Jacob Löbel hervorheben, der mit großer Energie seinen Einfluß geltend zu machen wußte, um dem Ziele näher zu kommen. — Auch die Mitglieder der portugiesischen Gemeinde, die leider für das Gebühren ihrer Schweftergemeinde sehr indifferent bleibt, scheinen diesmal eine Ausnahme machen zu wollen, durch materielle Betheiligung an dem Tempelbaue. Unser Ex-Rabbiner, Herr Malbim, kann mit seinen Verläumdungen unserer Gemeinde in der Zeitschrift „Libanon" fortfahren, und der Redacteur dieses Kirchenblattes in seinen Bemerkungen „banba oder gar „a-nniuw"' nennen, wir antworten nicht mit Worten, sondern mit Thatsachen, und zwar: Seit der Exilirung Malbims ist die Schule wieder restaurirt, und steht unangefochten da, und in dieser Spanne Zeit ist ein Chor-Tempel errichtet worden, ein Gotteshaus bestimmt, den Gottesdienst zu verherrlichen, und die hier zum Sprichwort gewordene Juden-Synagoge aus ihrem Staube zu erheben und ihr ihren wahren Glanz zu verleihen. — D. R. Correspondenz. Ium 1. Oktober. Wien, 10. October 1865. Der 17.October, der Geburtstag des sel.Hrn. Prediger I. N. Mannheimer, wird bei seinen, zahlreichen Freunden und Verehrern wehmüthig-heitere Gefühle erwecken. Leider ist es uns nicht mehr gegönnt, ihm an diesem Tage unsere Glück- und Segenswünsche zu bringen. Freilich hatte der Dahingeschiedene keine Freude an derartigen Ovationen. Als die Vorbereitungen zu seinem siebenzigsten Geburtstage getroffen wurden, bat er wiederholentlich darum, dieselben einzuftellen. Oesters beschäftigte ihn der Gedanke an diesem Tage zu verreisen. Er fürchtete, daß diese öffentliche Feier auf manchen einen moralischen Druck ausüben könnte, ihm so zu sagen eine Huldigung darzubringen, zu denen er sonst nicht bereit wäre, andererseits besorgte er die Opposition gegen sich aufzustacheln. — Mitoch sch’bacho ala ba lijde g’nuto. — Er liebte es überhaupt nicht, wenn andere sich für ihn und um ihn bemüheten. So dienstfertig er gegen Jedermann war, so sorgfältig vermied er es, sich einen Dienst erweisen zu laßen. Als in den letzten Jahren die Gemeinde sehr anwuchs und er noch allein das Predigtamt versah, wo es ihm manchmal unmöglich wurde, allen Anforderungen zu genügen; und in der letzten Zeit, als er kränklich wurde, sah er sich genöthigt, manches amtliche Geschäft zu übertragen. Doch wir wollen nicht von dem Privatcharakter des Dahingeschiedenen sprechen. Es ist bekannt, daß er mit seiner ganzen Persönlichkeit für sein Volk und für seinen Glauben eintrat. Um dem belehrenden Worte Eingang in die Herzen zu verschaffen, verwendete er große Sorgfalt auf seine Predigten und es sind in der Beziehung die Brouillons zu denselben für angehende Prediger sehr belehrend. Es stand ihm das Wort in hohem Grade zu Gebote, nichtsdestoweniger wurde er nicht müde, zu streichen, zu feilen und zu verbessern, um die Aepfel seiner Gedanken auf silbernen Schalen gediegener Beredtsamkeir zu bieten. Er stellte diese Forderungen vom ersten Momenten seiner Wirksamkeit an sich selbst; und stellte sie auch an andere, die sich diesem heiligen Berufe, Lehrer des göttlichen Wortes zu sein, widmeten. Wir theilen in dieser Beziehung ein Schreiben des sel. Herrn Predigers Mannheimer an die Vorsteher der Gesellschaft: „chased Näurirn“ in Pest, welche einen Prediger im Jahre 1827 acquiriren wollte, mit. (Das Originalschreiben wurde uns von einem der damaligen Vorsteher der genannten Gesellschaft, Herrn Falk., Vater des rühmlichst bekannten Schriftstellers, als Geschenk übergeben.) Dasselbe dürfte auch heute noch von allgemeinem Interesse sein. Es lautet: ' 46**

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