Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 45 (7.11.1865)
- Date
- 1865-11-07
- Page
- Seite 694 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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einen ^rechtem MttspMch /haLem 'Lässen ^Sie rttlch''4i1e'- | sen letzten Kranz auf ihr stilles Grab^ legen. -/Therest Wcwendorff/die wenig gekannte, aber dar- ) 'um-nicht'minder verehrte, anspruchslose Dichterin'der \ ^Meisten und seelenvollsteü Lieder des Hamburger' Tempel- - ^Gesangbuches ist am Rüsttäg des zweiten Bersöhmn:gs-! tagest dem 29. v. Mön.- nach längeren 'schmerzlichen , -Leiden-in die Ewigkeit hinübergeschlummert. Am Erew Jomkippur nahm sie der allgütige Vater da droben zu ) sich, 'als bedürfte sie nicht mehr der Versöhnung:' sie i hätte nie einen Menschen betrübt, nie eine Seele be-j leidigt. Ein echtes Kindesgemüth, schien sie nur dazu geboren - mit zulieben, nicht mit zu hassen. Sie, brauchte' sich diese kindliche Reinheit der Seele nicht; wieder -zu erwerben , sie hatte sie nie verloren. Ihr Gemüth schwärmte und feierte im Wohlthun , in im-> mer sich gleichbleibender Begeisterung für alles Große und "Edle: Sie war n icht verheirathet, aber sie füllte -diese Lücke ihres Daseins in der schönsten und heilig-' sten Weise aus. Wo nur etwas Edles - zu stiften, Noth zu Bindern war, - war sie voran, unter den Ersten-und Begeistertsten , überall die muthige -Fürsprecherin der Milde, das Muster zartester Weiblichkeit: So gehörte: sie fastallen Wohlthätigkeits- und Humanitätsvereinen, nicht blos ihrer Glaubensgenossen, an. Eine Tochter; des um. die, Gründung des Hamburger. Tempels hochi verdienten Joseph Warendorff, jenes ehrwürdigen, noch j im 95. Lebensjahre jugendlich rüstigen Greises, gehörte! sie einem Kreise, zahlreicher für den Aufschwung ihrer; Glaubensbtüderchöchgsirhdnbed Freüüde äü,iwir nennen! nur Namen wie die eines Rießer, vr. Salomon, Wohlwill, vr. Kley, u. A.. -Besonders bildet die Freund- - schüft, mit der d'ie Verklärte bis zu ihrem letzten Augen- : blick ihrem einstmaligen Lehrer und späteren vertrauten' Freunde; Dr. Eduard Kley mit wahrhaft -kindlicher : Verehrung anhing> einen der schönsten, man weiß nicht -ob den Lehrer oder die Schülerin mehr ehrenden Züge Wes''Lebens. - Die durch ihn geweckte lebhafte Theil-! nähme an Allem, was däs Leben der neugebildeten: Tempelgemeindeberührte, war es auch,' die sie, die; auch in anderen poetischen Erzeugnissen glückliche Dich-' lerin, zu jener großen Anzahl von Liedern begeisterte, die nicht nur heute noch zu den beliebtesten Gesängen der Hamb. . Gemeinde gehören, - sondern auch in weitere Kreise gedrungen und das Eigenthum des neuen Israel geworden, da oft, wo der Name jener Urheber kaum i gekannt ist. ffich^dle-TheilnähM üüd Verehrung, die' die bescheidene Verklärte' in den' weitesten -Kreisen-nhrer jüdischen und -christlichen ' Mitbürger genoß. -' Mögen diese Zeilen die- Anerkennung/die sie im' Leben so-wenig gesucht, ihrem Andenken wenigstens bezeugen; mögen sie einer Zeit, in der Erscheinungen, wie die der- Verblichenen, zu denimmer-seltener werdenden gehören, ein -Ruf -zur Nacheiferung werden.*)-:' Aus dem Münsterlande, 17. Oktober? lPrivatmitth.) Erlauben Sie/ geehrtester Herr Redakteur/ daß aus dem Finsterlande der Pfaffenherrschaft, - wo - der heimliche Nischus seine verdeckten Schleichgänge bis zu den verborgensten -Schlupfwinkeln' führt, - von -woher seiner Jsolirung unb: anderer leicht zü ^rrathender Ursachen wegendie schwarze Färbung des hierländigen politischen Horizontes - gar spärlicherhellt wird, ich einen kleinen Beitrag-- zur Geschichte dev Toleranz liefere. —;- - In einer der ersten-Kreisstädte besuchten bisher die *). Für. Freunde per religiösen Dichtung, die sich ja wohl nirgends einer reicheren Pflege , erfreut/ als im Jüdenthmne, gebe ich noch' folgendenliterarischen- Nachweis, Notizen, die die Verstorbene dem Referenten bei einer-anderen Gelegenheit .milgelheilt und die als. eine -Art literarischen,Nachlasses hier ihre /Stelle fiupen mögen. Nummerverzeichn iß der Lieder. des israelitischen Gesangbuches der „Hamburger Tempelgemeinde", die von Herrn Dr. Kley verfaßt sind: No. 26. 32. 38. 57. 59. 125. 138. 183/274—289. 293. 324^25: 329. 332: 335.- 369. 372. 385 (?) 393. 413. No. 188 ist von meiner Freundin, der Professorin Mlda^in--Breslau, geb. Jenny/ von Gerstenberg. No. 14 ist von einer Schwester des Fräulein Emilie Weil, Mad. Selig in Hadersleben. No/139 von Dr. Wohlwill in Seesen. No. 155 ich glaube von Möses Haärbleicher, dem-Hamb: Correspondenten für die Judenthums-Zeitung. No. 178 umgearbeitet von vr. Salomon. No. 73 und 182, ich glaube von Herrn Ahrons lVerf. der „Kuggel"). Po. 200 mü ß von ‘ vr. Salomon fern! No. '24 I von Mad. Selig. No. 265 von Haarbleicher.' No. 299 von vr. Wohlwill. No. 337 von Herrn Seckel Fränkel) Schwiegervater -desvr. Kley. No. 408 und 414 ich vermuthe von vr. Salomon. : . - Nummern meiner Lieder: No. 11. 34. 66. 77. 94. 100. 106. 107. 114. '129 (muß heißen Zeile 135/1. Ich glaube, statt ich weiß 'es) 146/ 152/ 160. 180: 181. 211. 234. 245. 29/ 312 (ich schrieb B. 3 Z. 2 „Weltlust" statt „Wollust")- 326. >330. 340. 352.. 375, 399. 410. 412, - .... . ,.;. o-