Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 45 (7.11.1865)
- Date
- 1865-11-07
- Page
- Seite 691 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3224737-3226473-3226519--23457-3250768- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
-Witwenn nnduWäisenkaM desobigen ^Vereins." Das :Schriftchenist'.-'anForm» und ^Inhaltleine.'Ehredes jüj bischen: 'Lehrerstandes , in rdler-flüssiger.-und'-korrekter! Sprache; abgefaßt, von. uwglichst objektivem Standpunkte : .geschrieben,: sowohl von-; gediegeyMlheoreti-schen,-Ansichten,! als von reicher praktischer Erfahrung getragen-. Nach! eineretwas, Ausführlich einleitenden Betrachtungüber die j r.eligiösen. Zustände bei unseren--Glaubensgenossen, und j wie sie so geworden, handelt der Vers, über die Vorbe-! reitung zum jüdischen Lehrerberuf, über die Thätigkeit - und die Leistungen des jüdischen Lehrers, über die Änfor-! verüngen, die an ihn gestellt werben und endlich über feine Stellung nach deren äußeren'Beziehungen. Man : trifft hier auf-keine schwülstigen Klagen, auf kein über-! treihendes Jammern, aus keine Selbstüberhebung und - Ändere Dinge, die gewöhnlich den Aeußerungen' der Leh-- rer zum Vorwurf gemacht werden; der Vers, ist ebenso, gerecht gegen» die Lehrer, wie gegen die Gemeinden, ebenso ■ ernst und würdigin der Beurtheilung Beider, und wenn ' wir uns auch über -diese und jene Ansicht nicht in Ueber-' einstimmnng mit dein Vers, finden, so können wir doch unser Einverständniß mit ihm im Allgemeinen und in den meisten Einzelheiten -erklären. Dieausmerk-, fame Lesung dieser - Btoschüre wird, viel beitragen, bei - Lehrern , Vorstehern 'und Gemeindegliedern eine klare Anschauung über - den vorliegenden j wichtigen Gegen-- stand hcrbcizüführen, und dies wäre . ein -wicktiger Eri folg. Wir empfehlen daher dies Schriftchen'aufs. Nach-» drücklichste und nach allen Seiten hin, abgesehendavon;---daß^,der ^Reinertrag -einer so schonest Wohlthätig-! keitssache gewidmet ist. Man kann das Merkchen von! der Winckler'schen Buchhandlung -zu -Pud er horn, r sowie von den Lehrern- H. Blumenfeld in Essen, j B lumen au inBi eleseid und dem Versi Braun- : schweig in Pockelsheim beziehen. Es-.läge im- Inf teresse der Lehrer selbst; die Verbreitung des Schriftchens! bei allen einsichtsvollen Mitgliedern ihrer. Gemeinden: zu - befördern. Die- Schrift ist gut ausgestattet, .aber schade \ ist es, daß so viele.Druckfehler stehen gehlieben.*) Wir führen, einige an. S. 34 letzte Zeile : „auf i die äußere Stellung des Lehrers,' wie wir weiter unten: sehen werden, um rc.^uiüß heißen: .„die äußere Stellung; des Lehrers, wie'wir weiter' unten sehen werden , beein- - slußt-, um rc." S.- 36 Z. 8 v. o. Form — .Reform. - S. 38 letzte Zeile: Schrift --- Schule. -S. 54-Z. 1.7! p, o. eoenlsi'-mn -----, soonlolum. .. Einmal auch „Proj fessor" statt „Profoß". Es sind hies nur wenige von j vielen; aber der junge Vers, muß 'sich mit dem Schick- | Zur Gleichstellung der israeliiischxn .Sürget Preußens. - : - Unter diesem Titel hat soeben ein Di'. Fr itz Ko r n in Breslau eine kleine Broschüre herausgegeben,- die' 'in ihrer -Kürze und- Klarheit sehr beachtenßwerth ist: Sie hebt -die überaus wichtigen Punktehervor, 'welche an der, durch die-Verfassung verbürgten Gleichstellung, den Juden in Preußen noch fehlen, und fordert alle Glaubensgenossen stuf, durch - eine Gesammtpetitlön odtr durch möglichst viele einzelne Petitionen an das Staatsminst sterium: und das Abgeordnetenhausdie- Erfüllung dieser rechtmäßigen Ansprüche zuverlangen. . . ' Wir heben hier einige Stellen - der Broschüre hervor. „Den nach tz. 12 der Verfassung ge setz mastig berechtigten Forderungen der jüdischen Bürger-Preußens um Zulassung zu .Lehrämtern an höhere - Schulen -undzu Richterstellen ist' bis jetzt nicht genügtworden. Die--höheren Schulen hätten emen-christlich confessionellen Charakter ein jüdischer Richter könne einenchristlichen -Eid nicht ab nehmen. Wiewohl die UnHaltbarkeit dieser Einwände schön -öfter gezeigt' worden, so ist dennoch die Christlichkeit der höheren Lehranstalten - aufrecht erhalten worden, unddie Eidesabnahme der Vorwand geblieben, Juden nicht zu Richterämtern zuzulassen." „Sind die jüdischen Bürger den christlichen -gleichgestellt, und: sollen diehöheren Schulen - confessionelb bleiben: was nur so viel bedeutet,- als daß-an einer Anstalt ausschließlich einer Confessioü angehöretide Lehrer sungiren , so - hat der Staat die- Pflicht-, neben den katholichen und evangelischen chöhereu Schulen auch solche zu schaffen, an denen Nur, oder - meist -jüdische -Lehrer .angestellt -werden." — : j -V „Aus denselben Gründen haben die Israeliten das Recht - zu fordern >' daß' an einer oder mehreren Landesuniversiläten neben den Stühlen für evangelische -und katholische 'Theologie, Stühle -für jüdische Theologie-' errichtet werden." ' -- - „Wirhaben zu fordern - undfordern -es - daß-der Staat neben den evangelischen und katholischen Schullehrersemmaren auch - jüdische errichte.' Wir - habenHunfal von uns^ den alten,: trösten, denen .es nicht beffer ergeht, und die oft durch solche sinnentstellende Druckfehler höchst, unangenehme Stunden erleben; wie erst jüngst, als in No.' 43 d. Bl. „Narrheit"' statt „Starrheit" zu lesen, war. . - - ... 45 *