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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-11-07 · Heft 45 (7.11.1865) · p. Seite 690

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 45 (7.11.1865)
Date
1865-11-07
Page
Seite 690 (sequence 2)
Language
German
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xi- '&*._ und das Lei höherer Bildung sich weiter entf^ltende'Äe- Bildungsanstal' ,mmvhs£ MS lten für jüdische Lehrer gebe^ Dieser Uebelwußtsein die Frage des Gehaltes immer deMater maHWM ZÄr. tztzfknrtivM Anstellung wdllenHchßöie GenieiMen aus miehrHcAriß Gründen7inlmer> nochHnitMherHilafseN/v. so daß der Stellenwechsel immer noch zur Tagesordnung gehört, und gerade das Alter und die Familie des Leh-, rers find den Gemeinden ein besonderes Schreckbild. Was antworten di^HüteMHöhnlich, M^ET5h^echMejtraurige und ungewisse Lage der Lehrer vorstellt? Sie meinen: nun, wer sichert denn dem Kaufmann und Hknvw'erkdr - feine Stellung, wer giebt ihm.A.nsfich^Ni-Mr Mu'Mter- und auf Unterstützung seiner Hinterlassenen? Muß auch nicht er immerfort arbeiten, wird oft von schweren Sorgen erdrückt, und sieht nicht selten sein Vermögen, den Ertrag vietjähriger Thätigkeit schwinden, statt des" er-' hofften Gewinnes? Hierbei vergißt man, daß der Kaufmann und Handwerker doch ein freies Feld des Er-° Äerbes offen behält,' daß es auf seine Geschicklichkeit, und Thätigkeit in Verbindung mit der> Fügung in .seinem Leben ankommt, um unbegrenzt in dem Erfolge zu sein — während.der Lehrer, wie jeder Beamte^ alle Chancen gegen -ein.bestimmtes, höchst.kärglich zugemessenes Maß vqn Einkünften aufgiebt. Der Lehrer ist. somit bestimmt zum,Darben, während Geschäftsmann und Handwerker die Möglichkeit haben, sich herauszuarbeiten. Diese k ön .n e N u Etwas, für ihr Alter, für. ihre Hinterlassenen erwerben, der Lehrer kann dies nicht. Man sieht, wir .bleiben, bei diesem Einwande ganz auf dem materiellen Boden, und wollen .weder die anderen Kehrseiten in der Stellung, .des Lehrers, noch.; die Verschiedenheit in der Wirksamkeit hervorheben. Wir sagten aber, die Sache werde ,'immer, bedenklicher, und so ist es. Die Zahl.der Lehrer, verringert sich, die kleineren Gemeinden haben immer mehr Mühe, ihre Vacanzen zu besetzen; immer, mehr, Lehrer verlassen ihren Beruf, sobald sich ihnen nur der geringste Ausweg zeigt. Dieser Zustand, wenp. er so fortgeht, wird zu jener zwingenden Nothwendrgkeit,. von der wir oben sprachen; die Gemeinden Wrden auf .diese..Weise, namentlich tüchtigen.Lehrern gegenüber, genöthigt sein , auf immer bessere Bedingungen einzugehen. Aber der Schaden, der unterdeß erlitten worden, ist unabsehbar. Wenn ein Stand erst Bornrtheile, hervorgerufen. hat, so daß nur wenige und nicht die, befähigtesten Subjekte; sich ihm>; widmen, so wirken diese selbst bei. veränderten.^Verhältnissen lange, lange nach.. Vor dreißig Jahren, sahenwir . die Gefahren für das. Jud^nthum darin, daß , es keine Unterrichts-^ und stand ist seitdem, wenn auch noch lange nicht zur..Genüge, doch^'in'-Etwas gehoben.'^ ÄeH^äLer HrMf wir-, noch imuM WerDdie unhefiie^ig^nK GteÜuntz M Lehrer-zu klagen, und dies äst' keine minder wichtige äIefahr ...für das Judenthum. Wir wollen die Gemeinden nur auf das Eine aufmerksam machen: würden sie sich zu ' einer dßfinitiGnHegUnWins devÄnstUÄrVünd Stellung ihrer Lehrer bestimmen, so wären diese selbst mit den geringeren Gehalten zufrieden zu stellen, denn das Verstimmte mnd.Gesicherte;.hat immer eine große Anziehungskraft. Je weniger sie sich aber hierzu bereitwillig finden, ,desto. mehr werden sie die Gehalte erhöhen müssen, um ' Lehrer 'überhaupt zu erhalten und zu behalten. Klagen also mittlere' und.kleinere Gemeinden', bäß "dies ihre Kräfte übersteige — wozu freilich sie meist durch Pen ihre Kräfte übersteigenden Bau verhältnißmäßig. prächti- - ger Synagogen beitragen — so mögen sie dem Lehrer einen Ersatz durch seine feste Anstellung und sein geregeltes Verhältniß bieten.' Mm Beides verweigern, wird zu einem schlimmen Ziele führen! 7^-v Wenn wir, also von unserem unparteiischen Standpunkte aus urtheilen, von welchem wir lediglich die Gerechtigkeit und das' wahre Interesse des Iüdenthums ins Auge fassen: so wird unsere Mahnung durch die Stimmen" verstärkt, welche sich aus dem Lehrerstande selbst verlautbar machen. Gerade' wie -die Juden selbst im Vergleich zu unfern Vätern in früheren Jahrhunderten jene naive Ertragüng aller Ünbille, Äüsschließungen und Zurücksetzung verloren und das -volle Bewußtsein unseres Rechtes erlangt. haben: so fühlt sich. der jüdische Lehrer gegenwärtig-: in dem Werthe seines Berufes und in den Ansprüchen, 7 die mit Recht daraus entspringen. Auch er hat die Unterthänigkeit/, welche der frühere Gemeindediener, wie sich von selbst verstehend,', trug, verloren; auch er weiß , was das werth; ist/ :was er leisten soll, .und mit -den - Wissens- und Btldungsbedingungen, die dies enthält, wächst sein Selbstbewusstsein und’ verlangt Befriedigung. : Dadurch - wird die Sache immer mehr' zu einer Lösung gedrängt. Zu diesen Stimmen aus derjüdischen Lehrerwelt gehört ein treffliches Schristchen, das vor einigen Wochen erschienen: „Die Stellu n g . d es : äs r ael i t i sch e n M h r er s id eri G e gen - w a r t.: Referat, bearbeitet und v orgelragen -'aufder diesjährigen -Generalkonferenz: des -israelitischen- Lehrervereins Rheinlands und Westphalens, von E. Braun schweig. Preis - 5 .Sgrj. Der Reinertrag .1 stießt in die Lehrer-/.

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