Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 44 (31.10.1865)
- Date
- 1865-10-31
- Page
- Seite 679 (sequence 7)
- Language
- German
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Verein junger israelit. Armenfreunde zur Vertheilung Don Brot und Suppe 3000. Anstalt zur Bekleiduug armer Schüler der Talmud-Thora 3000. Israelit. Frauen-Verein zur Unterstützung armer Wittwen 4000« Frauen-Verein zur Unterstützung armer israelit. Wöchnerinnen 4000. Gesellschaft zur Vertheilung von Feuerung an israelit. Arme 2000. Israelit. Miethe-Verein von 1828 5000. vr. Eduard Kleh'sche Stiftung 2000. Verein zur Beförderung nützlicher Gewerbe unter den Israeliten 1000. Neue Beerdigungs-Gesellsellschaft der Israeliten von 1804 500. Israelit. Wohlthätigkeits-Verein von 1856 1000. Israelit. Unterstützungs-Verein von 1862 1000. Israelit. Verein zur Unterstützung armer Greise 1500. Weiblicher Kranken-Verein von 1849 3560. Israelitischer Frauen- Verein für Krankenpflege 2000. Israelitischer Mädchen-Bekleidungs-Verein 2000. UnterstützungS-Verein von 1829 500. Stift zum Andenken an die Emancipation der Juden 2000. Stipendien-Verein für isr. Studirende 1000. Israelit. Feuerungs-Verein von 4855 1500. Oser-Dalim, Wohlthätigkeits-Jnstitut der portugiesisch-jüdischen Gemeinde 2000. Verein zur Vertheilung von Kleidungsstücken an arme Israeliten 500. Verein zur Unterstützung dürftiger Familien „Rephuat Hanephesch" 500. Israelitischer Gevatter - Verein 500. Miethe-Hülfsverein 5000. München, 12. Oktober. Der König von Baiern hat, wie aus München vom 11. d. gemeldet wird, genehmigt, daß in allen Synagogen eine Collecte zu Gunsten der nothleidenden Israeliten in Palästina veranlaßt werde. Preußen. Berlin, 15. Oktober. Die „Berliner Reform" (ein liberales Blatt) enthält folgenden Artikel: „Uns geht in Nachfolgendem der getreue Wortlaut eines Schreibens zu, das der evangelische Seelsorger des hies. Krankenhauses Bethanien, Pastor Schultz, an einen Kaufmann jüdischen Bekenntnisses, Hrn. B. zu Schwerin a. W., gerichtet hat, welcher seinen kranken 17 jährigen Sohn der ärztlichen Pflege in jener Heilanstalt anvertraut hatte. Die Sache ist ernsthaft genug, um an dieser Stelle unseres Blattes verhandelt zu werden, denn sie trifft, wie sich aus dem seiner ganzen Form nach äußerst charakteristischen Schriftstücke deutlich ergiebt, die Frage, ob überhaupt eine aus durchaus confessionellem Grunde stehende Genossenschaft — hier also die Diakonissinnen — zu Zwecken einer rein sozialen Thätigkeit mit vollem Vertrauen in ihre Kraft, von den religiösen Sonderzwecken dabei abzusehen, verwendet werden könne; dieser Brief verurt heilt, wie man gradheraus sagen muß, alle jene von Professor Huber, vom Johanniterorden u. s. w. angebahnten Versuche, Zwecke der allg em einen Humanität heut zu Tage noch durch Werkzeuge eines specifischen Bekenntnisses zu fördern. Der Brief lautet: Lieber Herr B. Ich weiß, daß ich Ihnen mit diesem Briefe einen tiefen Schmerz bereite, aber um der Wahrhaftigkeit willen muß ich ihn schreiben. Als Sie uns Ihren Sohn Heinrich zur Heilung und Pflege übergaben, da haben wir das Vertrauen, welches man uns darin erwiesen, hier wie in ähnlichen Fällen treu bewahrt. Heinrich hat dieselbe Liebe erfahren, wie die anderen Knaben, aber nie ist das Geringste geschehen, ihn von dem Glauben seiner Väter abzuwenden. Nur da unser Haus ein christliches ist und seine Ordnungen christliche, und da es uns, Gott sei Dank, ernst ist mit unserem Christenthum, so können wir dasselbe auch nirgend verleugnen und können um eines Andersgläubigen willen unsere Ordnungen nicht umwandeln. So ist's auch mit Heinrich gehalten worden, und ich selber habe mit ihm nie ein Wort über Glaubenssachen gesprochen, auch dann nicht, als ich aus den Mittheilungen der pflegenden Schwestern (!) von der innern Veränderung Heinrichs Kenntniß bekam und bei meinen Besuchen im Krankenhause selber es ihm anmerken konnte, daß der Herr sein Herz gefunden hatte; diese Veränderung ist auch ganz allmählich gekommen. Im Anfänge entzog Heinrich sich der Theilnahme an den Andachten, wenn aus dem neuen Testament gelesen wurde. Wir haben ihn still gewähren lassen, natürlich wurde der an sich liebenswürdige Knabe uns aber durch seine wachsende Liebe zu dem Herrn immer werther, und diese Liebe wurde um so herzlicher, je mehr seine Krankheit sich steigerte. Seine Geduld in seinen Schmerzen und seine Dankbarkeit für jede Pflege waren rührend und erfüllten uns mit Dank gegen den Herrn, der in den Elenden sich herrlich erweist. Ihm befahlen wir das liebe Kind und waren entschlossen, unsrerseits nichts zu thun. Anders ist aber die Sache