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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-10-31 · Heft 44 (31.10.1865) · p. Seite 678

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 44 (31.10.1865)
Date
1865-10-31
Page
Seite 678 (sequence 6)
Language
German
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Priestern gar nichts wissen. Üebrigens halten wir es für sehr ungeschichtlich, alles Unheil in der Geschichte von den Priestern herzuleiten. Sind diese der Neuzeit unbequem, so gab es doch Culturstufen, wo sie von großer Bedeutung waren, und in der That haben die Schwertträger mit den Vorrechten, die sie an ihre Machtstellung knüpften, doch wohl das Unheil bei Weitem ausgewogen, welches die Träger der Priesterbinde bewirkten. Diese Geschichtsphilosophen sind so unphilosophisch, nicht zu bemerken, daß es nicht der Stand und das Amt, sondern die im Menschen vorhandenen Leidenschaften der Herrschsucht und des Ehrgeizes, der Habgier und Genußsucht waren und sind, welche die Uebel Hervorrufen, und daß diese, wenn keine Priester vorhanden, auf andere Weise zu ihrer Befriedigung sich Bahn gebrochen. Hatte Athen keine Priester, so fiel es doch nach sehr kurzer Blüthe der zügellosen Demagogie zum Opfer) war Rom auch nicht von Priestern beherrscht, so war es nicht minder der Schauplatz blutigster Kämpfe und grenzenloser sittlicher Entartung. — Es liegen vor uns die ersten Hefte des 1. und 2. Jahrganges einer „Zeitschrift für Armenwefen, Armen- und Krankenpflege. Redigirt von Fr. v. Roques, Pfarrer. Münden 1864." Obgleich die Redaktion auf christlichkirchlichem Boden steht, können wir diese Zeischrist doch wegen ihres reichen Materials über alles, das Armenwesen Betreffende denen unserer Leser empfehlen, welche diesem Gegenstände ihre Aufmerksamkeit und Thätigkeit gewidmet haben. Es erscheinen jährlich 12 Hefte zum Preise von 2 Thlr. — Zeitungsnachrichten. Deutschland. Speyer, 17. Oktober. (Privatmitrh.) Da die eben im Bau begriffene neue Synagoge auf die hohen Feiertage nicht fertig wurde, war das Rektorat des hiesigen kgl. Lyceums so loyal, der Gemeinde auf ihr Ansuchen den großen Saal des Lyecum-Gebäudes zur Verfügung zu stellen, worin alsdann der.Gottesdienst in aller Würde abgehalten wurde. Hamburg, 11. Oktober. (Privatmitth.) In hiesigen Blättern wird gemeldet: Die Fahne des dr i t t e n Bataillons des Bürgermilitarrs wurde vorgestern Mittag vor der Wachtparade in die Wohnung des neuerwählten Majors", Herrn Advokaten Dr. John Israel, welche sich auf dem Neuenwall befindet, gebracht, nachdem sich daselbst das gesammte Offiziercorps des Bataillons zur Gratulation versammelt halte. (Wenn wir dies hier reproduziren, so geschieht es nur in der Erinnerung an die Lage und Stellung der Juden in Hamburg vor noch nicht zwanzig Jahren — welch eine Umwandlung, die wir erlebt haben!) — Aus Altona wird gemeldet: Nachdem den ifraelit. Gemeinden des Herzogthums Holstein am 8. Juni 1863 regierungsseitig anheimgegeben worden, sich selbst eine Gemeinde-Ordnung zu beschaffen und demnächst der Landesregierung zu unterbreiten, wurde am 7. d. M. in einer Versammlung der wahlberechtigten Israeliten in Altona eine Commission zur Ausarbeitung eines Gemeindestatutes gewählt, bestehend aus den Herren: Martin Wiener, E. Munck, R. S. Engel, GuftavHalberftadt, Jacob Bing, Adolf Israel, Louis Marcus. Die Frage, ob mündliche oder schriftliche Wahl, wurde nach Längerer Debatte von der Majorität im Sinne der schriftlichen Wahl entschieden und eine dahin lautende Adresse an das Aeltesten-Collegium der Gemeinde von den Anwesenden unterschrieben. — Am Schluß der vorigen Woche erfolgte von Seiten der Testaments- Executoren des verstorbenen Herrn Carl Heine die Auszahlung der für milde Stiftungen in dem Testament ausgesetzten Bco. Mark 200,000. Den Executoren wurde bekanntlich in Gemeinschaft mit der Ehefrau des Verstorbenen die Vertheilung überlassen, und es ist dieselbe jetzt geschehen, und zwar mit 100,000 M. Banco für die jüdischen und ebenso viel für die christlichen Anstalten, wobei selbst die ganz spezifisch konfessionellen, wie die Vereine für die innere Mission, die katholischen, nicht übergegangen sind. Wirrheiten hier die Unterstützungen der jüdischen Vereine und Anstalten mit, um zugleich einmal wieder darauf hinzuweisen, wie reich die Hamburger Gemeinde an solchen ist, worüber bekanntlich Leopold Dukes einmal ein dickes Buch geschrieben. Talmud-Thora-Schule Bco. M. 12,000. Israelitische Freischule 10,000. Mädchenschule der israel. Gemeinde 5000. Israelit. Mädchenschule von 1798 5000. Dentsch-israelit. Waisen-Jnstitnt 8000. Paulinenstist 6000. Israelitisches Vorschuß-Institut 5000,

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