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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-10-24 · Heft 43 (24.10.1865) · p. Seite 665

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 43 (24.10.1865)
Date
1865-10-24
Page
Seite 665 (sequence 7)
Language
German
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665 juben beiwohnten, über diese gehässigen Ausfälle auszulassen und auf vielfaches Verlangen wird die Rede, die großen Eindruck machte, unter dem Titel: „jüdische Liebe und Versöhnung" im Drucke erscheinen. Oesterreichijcher Kaiserstaat. Wien, im Oktober. (Privatmitth.) Die Probepredigten der Herren, die sich um die hiesige Predigerstelle beworben haben, werden bald beginnen. Man denkt auch an Einige, welche sich nicht gemeldet. — Es freut mich , Ihnen mittheilen zu können, daß die der „Bohemia" entnommene Nachricht in No. 40 d. Z., Herrn Wertheim betreffend, falsch ist, daß derselbe zwar wegen Preßvergehens — man weiß, was das jetzt heißen will — zu 80 fl. verurtheilt ist, aber auch nicht die entfernteste Veranlassung darin für ihn fliegt, seine Ehrenämter niederzulegen — das wäre auch ein sehr harter Verlust. Krakau, 2. Oct. (Privatmitth.) Bei der vor ungefähr drei Wochen stattgefundenen Neuwahl des Vorstandes der Altsynagoge sind Männer berufen worden, welche dem Verfall aller religiösen Institute nicht mehr müßig znsehen, sondern die nothwendigsten Verbesserungen anstreben wollen. Dies genirt den hiesigen Herrn Rabbiner so sehr, daß er seiner gewöhnlichen behaglichen Ruhe entsagte, und sich zu außergewöhnlichen Anstrengungen erhob, um die Wahl noch vor der am 7. Tage des Hüttenfestes statt .findenden Uebergabe der Synagogenverwaltung annulliren zu lassen. Zu diesem Ende werden die Gewählten, welche zu den eifrigsten Anhängern der h. Regierung gehören, als Feinde derselben und Förderer der Umsturzes deuuncirt. Jndeß wird dies ohne Erfolg bleiben, vielmehr auf die Häupter derer zurückfällen, die solche Wege zur Erreichung ihrer. Ziele einschlagen. x. Teschen, 1. Oktober. (Privatmitth.) In der benachbarten Stadt Friedek wurde am 14. Sept. eine neue, schöne Synagoge durch Herrn Kreisrabbiner Friedmann in feierlichster Weise und durch eine ausgezeichnete den Geist echter Religiosität athmende Predigt eingeweiht. Was wir besonders hervorheben möchten, ist, daß der k. k. Bezirksvorfleher, Herr Kowarz, ander Tempelpforte stehend, in kurzer, schwungvoller Rede der von Sr. Majestät gewährten Freiheit und Gleichberechtigung der Religionskulte erwähnte, zur Eintracht und gegenseitigen Unterstützung, zur Verträglichkeit bezüglich der Formen der Anbetung deS höchsten Wesens ermahnte und nach geschlossener Rede den Schlüssel zur Tempelpforte in Vertretung des erzherzogl. Kammeral-Direktors, Herrn Kasperlik Edlen von Teschenfeld, dessen hochherziger Herr, Se. kais. Hoheit Herr Erzherzog Albrecht, den Boden, auf dem der Tempel sich erhebt, zu diesem Zwecke schenkungsweise abgetreten hatte, dem Herrn Kultusvorsteher übergab. Es machte dies einen so tiefen Eindruck, daß der Vorstand der Gemeinde zu Friedek feinen Dank dafür öffentlich in der „Silesia" auszusprechen sich gedrungen fühlte. Aus dem Tokajergebirge, im Oktober. (Privatmitth.) Ueberall wohin wir blicken, herrscht Begeisterung, Jedermann schaut vergnügt in die Zukunft, und auch Israel darf sich seiner Führer freuen, da fast überall in den Comitaten liberale Männer die Zügel der Negierung ergreifen. Wir begegnen in den Reihen der vaterländischen Deputirten Namen vom besten Klang, Männern, von denen schon auf dem 1861er Landtag das Beste für uns .zu erwarten war. Es ist darum auch kein Wunder, wenn Tisza, Balagi, Jökai, Eötvös u. a. m. die Religionsfreiheit in ihren Programmen betonen, und unter den Männern, die von der Stadt S. a. Ujhely ausgesandt wurden, dem Grafen Julius Andräsy die Wahl zum Deputirten anzuzeigen, auch Israeliten sich befinden. Es ist Aufgabe dieser Blätter, kerngesunde Ausdrücke wo und von wem immer gesprochen, der Nachwelt aufzubewahren, und erwähnen wir die Worte Paul Szontagh's, eines Freundes Franz Pulszky's, bei Gelegenheit seiner Candidatur als Reichstagsabgeordneter an dieser Stelle um so mehr, da sie einen Beweis geben, daß im Ungarnlande eben die nationale Partei unsere Sache verficht. Paul Szontagh sagt zu seinen Wählern unter andern folgendes: „Ich verlange Freiheit für alle Confessionen, Gleichheit für alle Nationalitäten, Ungleichheit führt zu Privilegien, Unterdrückung anderer Religionen zur Knechtung unseres eigenen Glaubens. Die Brüderlichkeit der Nationalitäten und Religionen thut uns vor allem noth, damit nie mehr die Völker dieses Vaterlandes die brudermörderische Keule eines Kain gegen einander erheben; darum wein Losungswort:

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