Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 42 (17.10.1865)
- Date
- 1865-10-17
- Page
- Seite 648 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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MdxxhH?,, .a-sd-Mpde. Angriffe rseM MpeAjchz.Hr^t^ gebrochen- und den frühzeitigen Kiyb r ch.kZr.uUten.eu- -,Mannes herbeigeführt zu haben. iirAx.'s! v.'1 . .MD'-inb ÜT Wer Verein für allgemeine Angelegenheiten res Iu-enthums. Langsam, aber mit sicheren Schritten breitet sich der Verein immer mehr aus, und geht so seiner definitiven Constituirung baldigst entgegen. Bei uns, der Redaction, sind außer den zahlreichen einzelnen Anmeldungen von Herrn Löwenstein in Münster wieder 8, Herrn Reith in Schwersenz 7 und von Herrn S. M. Frank in Cöln 60 Mitglieder angemeldet worden. Zahlreiche Briefe verheißen nach den Festtagen sehr bedeutende Mitgliederverzeichnisse; ebenso viele fordern die definitiven Statuten, um dem Publikum die Zwecke und Arbeiten des Vereins einleuchtender zu machen. Ueberall spricht sich das Bedürfniß nach einem solchen Vereine aus, so daß demselben, wenn er richtig fundirt und mit Eifer geleitet wird, eine große Zukunft und segensreiche Wirksamkeit bevorsteht. Die bis jetzt gegen ihn erhobenen Zweifel, Bedenken und Einwände sind fämmtlich sehr sekundärer Art, und werden vor der praktischen Ausführung verschwinden. Es ist fürwahr hohe Zeit, daß aller Orten unsre religiösen Angelegenheiten mit neuem Eifer in Anregung gebracht und energisch gefördert werden. Je schroffer und nackter die Hyperorthodoxie jetzt auf tritt, desto mehr wächst auch der Jndifferentismus. Alles, was seine Vernunft, Bildung und Lebensverhältniffe nicht an diesen Zelotismus für die starre Form abgeben will, fühlt sich gründlich davon abgestoßen, und kehrt nur allzu leicht allem religiösen Bedürfniß, aller religiösen Uebung, allem religiösen Geiste den Rücken. Hüten wir uns, diesem müßig zuzusehen, der wahrhaften Religiosität Stütze und Nahrung zu versagen, und in sonders die . Äugend auf dem gegenwärtig so bewegten Meere des Lebens ohne Compaß zu lassen! Hier aber können Einzelne, und seien sie noch so bedeutend, nur wenig helfen; hier können größere Resultate nur durch die Vereinigung Vieler gewonnen werden. Hierdurch hört auch jedes Werk auf, das Werk Einzelner zu werden, und das Gepräge vqn diesen anzunehmen. In einer Vereinigung wirken Alle mit, und das Produkt trägt den Geist Aller in sich. In einer Vereinigung folgt man nicht der Fahne Dieses oder Jenes, sondern Jeder, wer Etwas hat, bringt es mit sich und schafft ihm Raum. Dies bedenket wohl, ihr Führer in Israel, Lehrer wie Laien?. Bonn, 8. October. Kosmopolitisch oder national oder wie? II. Das menschliche Individuum ist bestimmt, aus sich selbst heraus zu wachsen, während das Thier immer in sich bleiben sollte. Weder die körperlichen noch die geistigen Bedingungen des menschlichen Daseins können durch das Individuum erfüllt, weder seine körperlichen, noch seine geistigen Bedürfnisse durch dasselbe befriedigt werden. Darum muß der Mensch aus sich selbst heraus, in die Beziehungen zu seinen Mitmenschen und seinen Mitwesen hineinwachsen, und diese Beziehungen sind eben mannigfaltiger Art, und setzen darum einen sehr verschiedenen Inhalt voraus. Aber sie alle sind nothwendige Theile der menschlichen Existenz, unentbehrliche Deposita seiner Gefühle und Gedanken, seiner Psiichten und Rechte, seines Strebens und Schaffens, seines Worts und seiner That. Je natürlicher aber der Mensch in alle diese Verhältnisse hineingekommen und hineinkommen mußte, je natürlicher ihm Familie, Vaterland, Glaubensgenossenschaft, Menschheit sind, so daß er diesen allen angehört und sich von keinem ganz frei machen kann: desto unrichtiger und irrthümlicher ist es, die Ausschließung des einer^.durch das andere Moment bewirkt, die Gefährdung des einen durch die Berücksichtigung des andern hervorgerufen sehen zu wollbn, und gerade darum in diese Fehler zu verfallen. Der Nationale behauptet, daß das kosmopolitische Streben der Pflichterfüllung gegen die Nationalität entziehe, und aus diesem Jrrthum wird er jedem allgemeinen Gesichtspunkt entfremdet und jedem allgemeinen Rechte feindlich. In seinem Fanatismus will er in seinem Staate nur den Gliedern seiner Nationalität das volle politische Recht einräumen, sowie er Opfer lediglich seiner nationalen Sache gebracht haben will. Man weiß, wie sich dies selbst auf ganz kühl2 Gebiete verpflanzt, und wie man bereits von Nationalitäten in den naturwissenschaftlichen Arbeiten spricht.