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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-10-03 · Heft 40 (3.10.1865) · p. Seite 618

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 40 (3.10.1865)
Date
1865-10-03
Page
Seite 618 (sequence 6)
Language
German
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dem Organisten , Herrn Schinck, componirte Cantate voran, die durch melodische Fülle und Gediegenheit, ' sowie durch , treffliche Ausführung einen überaus erhebenden Eindruck hervorbrachte. Am Abend vor der, -gottesdienstlichen Feier wurde der Jubilar durch ebenso zahlreiche .wie ehrenvolle Beweise der allseitigsten Theilnahme überrascht. Ein Damen-Comite führte densel-. chen, als er. vom Gottesdienste zurückkehrte , in sein Studierzimmer, das mit einer herrlichen, aus dem Industrie-Geschäft von Nanny Gottschalck (Neuerwall) hervorgegangenen Fußdecke belegt und außerdem, mit einem kostbar gestickten Sopha versehen war. Eine 'Deputation,, an deren Spitze Herr M. Haarbleicher, Händigte ihm sodann das in einem höchst geschmackvoll gearbeiteten Kästchen niedergelegte Resultat einer Ehrensubscription ein, bestehend in einem ansehnlichen durch Werthpapiere repräsentirten Kapital von 26,000 Mark Cour. (1.0,000 Thlr.) Am folgenden Morgen, bevor der JubiLar, sich in den Tempel begab, wurde demselben von der Direktion und Deputation, an deren Spitze .Herr H. Gowa, . ein kostbarer Silberpokal überreicht, per leicht zu dem Schönsten gehören dürfte, das in jüngster Zeit, an derartigen Arbeiten aus einer Hamburger Werkstatt hervorgegangen. Außerdem brachten an demselben Morgen die Zöglinge der Israelitischen Mädchenschule von 1798 und die Waisenmädchen des Paulinenstifts Herrn vr. Frankfurter unter Begleitung ihrer Lehrer und Lehrerinnen ein Ständchen, während die Chorknaben des R. I. T. sich am Abend vorher mit ihren Glückwünschen und einem sinnigen Angebinde eingestellt hatten. Fast überflüssig erscheint es, zu erwähnen, daß der Jubilar an diesem Tage von Beweisen der herzlichsten Theilnahme förmlich überhäuft wurde und daß seine Wohnung bis spät Abends von Gratulanten aus allen Ständen und Kreisen unserer Stadt angesüllr war. Möge der gefeierte Kanzelredner, in dem Mancher auch den hingebenden Freund kennen gelernt hat, noch lange von der gewohnten Stätte zu den Besuchern des Gotteshauses reden und im Kreise der Seinen des schönen Tages gedenken , an welchem er und seine Gemeinde sich in so herzlicher Vereinigung zusammenfanden. - Es verdient übrigens bemerkt zu werden, daß die Betheiligung bei der Subfcriplion und den sonstigen Ehrenbezeugungen sich keineswegs auf den Kreis des Tempelverbandes beschränkten, daß vielmehr sowohl -Orthodoxe als Indifferente daran herzlich Theil nahmen. Die geschwächte, obwohl jetzt sich bessernde Gesundheit des Jubilars erlaubte nicht, auch eine öffentliche Mahlzeit, wie,, wohl sonst gebräuchlich, zu veranstalten. Freilich zeigte die-Verve und die Kraft, mit welcher er 8 bis 10 ziemlich lange Reden ex tempore hielt, hier nichts von Schwäche. Preußen. Insterburg, 13. Sept. (Privatmitth.) Gestern wurde hier die neue Synagoge der vor 30 Jahren allhier konstituirten kleinen Gemeinde, die nunmehrige Kreissynagoge eingeweiht. Sie ist ein würdiges Gotteshaus, in der Mitte der Stadt gelegen. Die Einweihung fand in gewohnter Weise statt, und die Weihepredigt hielt in erhebendster Weise unser Prediger und Religionslehrer Weinberg. Elberfeld, 17. Sept. (Privatmitth.) Am vor. Freitag wurde unter allgemeiner Theilnahme, seitens der ganzen hief. Bevölkerung die neue Synagoge feierlichst eingeweiht. Der musikalische ' Theil wurde in glänzender Weise exekutirt, und ganz vorzüglich reihte sich die Predigt deö vr. Kleeberg an, über welche die „Elberfelder Zeitung" sagt: „Es war eine Rede, voll Klarheit und Milde, eine Predigt, durchweht vom Geiste ächter Humanität, die warmen Anklang in den Herzen der Festtheilnehmer der verschiedensten Consessionen fand. Kein Wort des Hasses und Zornes, der Lieblosigkeit gegen Andersdenkende wurde gesprochen; der Prediger verwahrte die- Religion Israels gegen den Vorwurf des Veraltetseins. Das Judenthum sei eine Religion des Fortschrittes, eine Religion der That, und mehr als Opfer und Ceremonie gelte der rechtschaffene Wandel, die Ausübung der Tugenden, welche das Leben veredeln und weihen." Die Predigt wird dem Drucke übergeben werden. Der Gottesdienst findet unter Chorgesang und Orgelbegleitung in der neuen Synagoge statt. Münster, 19. Sept. - (Privatmitth.) Betreffs des hiesigen Seminars kann ich Ihnen mitttheilen, daß auf die Vorstellung des Herrn 0r. Stxinberg der Unlerstaatssekretär Herr Lehnert am 4. Sept. einen neuen Referenten zur Beschleunigung der Statutenangelegenheit ernannt hat, weil der frühere aus Reisen begriffen.

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