Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 40 (3.10.1865)
- Date
- 1865-10-03
- Page
- Seite 617 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Etwas vollständiger —: anführt. Wie mit der -Literatur, so verfährt der Vers, im geschichtlichen Stoffe mit^dem Text und Noten seiner Vorgänger, wo von seinem Quellenstudium eine Notiz aus Beckers Weltgeschichte für Kinder Zeugniß giebt. Der Leser wird hoffentlich mit diesen Beispielen genug haben und uns gerne die weitere Motivirung unseres Urtheils ersparen. Um gerecht zu sein, wollen wir nur die einzige Stelle noch hervorheben, wo der Verfl sachlich von G. abweicht. Gläßt nämlich Ihn Stanas nur die Mischnah ins Arabische übersetzen;, der Vers, sagt, daß er G. nicht beisiimme, weil die angeführte Stelle in 8. ha-Kabb. tti-pD fcnm o"iz5M bD rirr hat und unter ö"ib überall der ganze Talmud gemeint sei, vergl. Sebachim 5s. Der Vers, hat aber übersehen, daß hier Raschi die Leseart drniubn hat, und daß o"ia für Talmud nur in jüngerer Zeit in Gebrauch kam. In der That hat auch die Mantuaer Ausgabe des 8. K. niubrin b 'n 's 'i und nicht v"w. G. halt es aber für nicht wahrscheinlich, daß Stanas hie Riesenarbeit, den ganzen Talmud zu übersetzen, unternommen und auch ausgeführt habe und sagt daher mit Recht, daß hier Nur eine Uebersetzung der Mischnah gemeint sei. Kchhm., Zeitungsnachrichten. Deutschland. Dresden, 14. Sept. (Privatmitth.) In diesen Tagen ist der Consistorialrath Hofprediger Dr. Käuffer verschieden und beerdigt worden. Es war ein Mann von der seltensten Rechts- und Menschenliebe. In dem „Dresdner Journ." vom 1Z. veröffentlicht der Oberrabbiner vr. Landau Folgendes: „Ich hatte die Absicht, am Grabe des in der Wissenschaft so hoch und in der Liebe^noch höher stehenden sel. Geh. Kirchen- und Consistorialrath Hofprediger vr. Käu ff er dem Gefühle des Dankes und der Anerkennung, von welcher ich selbst, wie die ganze israelitische Gemeinde für ihn beseelt bin, in einigen Worten Ausdruck zu gebew; da dies aber nicht geschehen konnte, so will ich mindestens meiner Pflicht dadurch nachzukommen suchen, daß ich folgende Worte dem Drucke übergebe." Aus der Rede selbst heben wir folgende Stelle her- „Und also versäumte dieser Edle keine Gelegenheit, sein Wohlgefallen an jedem Zeichen sittlichen und geistigen Fortschritts der israelitischen Gemeinde in Synagoge und Schule durch freundliche Theilnahme kund zu geben. Bor Allem ist es aber folgender Zug seiner hochherzigen, über alle Schranken erhabenen Liebe, der mit unauslöschlicher Flammenschrift, dauernder als Erz und Marmor, sich in die Herzen der israelitischen Gemeinde eingeprägt hat. Als vor 11 Jahren die Trauerkunde von dem Ableben unsers hochseligen Königs eintraf, war die israelitische Gemeinde ohne geistlichen Vertreter, da der Oberrabbiner Herr Dr. Frankel einige Tage vorher einem Ruse nach Breslau gefolgt war. Da richtete dieser wahrhafte Gottesmann-unaufgefordert, von reiner Liebe getrieben, die Worte an Se. Majestät unfern König: „Ich bringe Ew. Majestät die Condolenz der evangelischen Geistlichkeit des Landes und die meines abwesenden Collegen vr. Frankel und empfehle Ew. Majestät Gnade und bekanntem- Gerechtigkeitssinn die von > uns vertretenen Gemeinden." Die königliche Antwort lautete; wie sie von dieser Zierde - der Monarchen nicht anders zu erwarten war : „ Ich werde den Thron mit der Huld und Liebe zu umgeben suchen, die die Wege meines geliebten, verewigten Bruders bezeichnten: Alle Unterthanen ohne Un terschied der Co nfess ion werden meinem Herzen gleich nahe stehen." — Heil dem Lande, riefen wir damals, in welchem die Liebe den ersten Vertreter der Religion unaufgefordert zum Fürsprecher seiner Brüder anderer Confession macht, und doppelt Heil, wo solche Worte der Liebe dem harmonischen Einklänge begegnen auf den Lippen des erhabenen Fürsten!" Hamburg, 10. Sept. (Privatmitth.) Das 25jährige Amtsjubiläu m des Herrn vr. Frankfurter wurde am verflossenen Sonnabendmorgen im Neuen Israelit. Tempel unter sichtlicher Theilnahme der überaus zahlreich versammelten Gemeinde würdig' gefeiert. Der Jubilar wurde ungefähr eine Viertelstunde nach dem Beginn des Gottesdienstes unter den Klängen der Orgel an seinen mit Blumen reich geschmückten Platz geführt, von welchem aus er die Festpredigt des Herrn vr. Jonas vernahm, der in ergreifender, schwungvoller Weise seines Amtsbruders hohe Verdienste um die Tempelgemeinde feierte. Der Predigt ging, eine von vor: i