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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-08-29 · Heft 35 (29.8.1865) · p. Seite 537

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 35 (29.8.1865)
Date
1865-08-29
Page
Seite 537 (sequence 5)
Language
German
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-:ic*yy0:$*£ die^Äuden schuldbar stndAl Wtotitm ', glaübhasttt machte/ sich über in Widersprüche verwickelte, welche die Fiction offen legen UÄd das Motiv erkennbar machen, für Jeden, der klär sehen will Änd kann. Man mußte die Juden als eine furchtbare Macht hinstellen, vor welcher am einen Tage die eigenen Führer und Richter, am darauffolgenden Tage der röMsche Landpfleger mit seinen Legionen zittern; man mußte dieselben Juden den einen Tag in glühender Begeisterung für, Und am gleich darauffolgenden Tage in blutdürstiger Wnth gegen Jesus hinstellen, und man mußte endlich einen als unbiegsamen . und starren Charakter bekannten römischen Feldherrn, der die jüdische Masse schon zehn Mal schonungslos niedergeworfen, sich zum willenlosen Mordwerkzeug erniedrigen lassen. Wer wird also noch anstehen wollen, diese ganze Scene aus der Geschichte zu streichen? -(Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichteu. Deutschland. Hannover, 13. Aug. Nach der letzten Volkszähj lung am 3. Dec. 1864 chatte das Königreich Hannol v er 1,923,492 Einwohner und zwar 1,584,767 Lu-! theraner, 98/010 Refornnrte, 226,009 Katholiken, 2282 j Dissidenten und 12,424 Israeliten.? DresdM, 14. Aug. Gestern Abends verschied hier - nach langem schweren Leiden (Leberkrebs), 45 Jahre j alt, der Schriftsteller und Dramatiker Dr. Wilhelm | Wolfsohn. Er hinterläßt eine Wittwe mit vier nnmündigen Kindern. Die Theilnahme sür den Heim-; gegangenen und seine Hinterlafsenen ist groß. Wolf-! söhn hätte sich im Leben durch seine "Gewissenhaftigkeit und wahrhaft edle Gesinnung viele Freunde, durch ' seine dramatischen Werke wohlverdienten Ruf erworben. (Das beste Drama Dr. W.'s ist: §,Nur Eine Seele!" Das andere: „die Ofternacht", welches-die Blutbeschuldigung behandelt, -hat sich' keines -'besonderen Beifalls erfreut. W. hat sich vielfaches Verdienst durch seine Vermittelung zwischen der russischen und deutschen. Literatur erworben, und hinterWt Hierin augenblicklich eine Lücke. Seme, mit seinem Tode eingehende „Nordische Äevue^ war sehr gut redigirt. Seine Glaubensgenossen vertrat er, wo er Gelegenheit' dazu hatte. Redaktion.) . O e st er r e i ch t sch-e i Kaiser st aat. Krakau, 8. Aug. (Privatmitth^) Das Tagesgespräch bilden hier die vom Vorstände und 20 Ausschußmännern gepflogenen Verhandlungen über Umgestaltung der gänzlich in Verfall gerathenen Gemeindestatuten, Verhandlungen, welche zu sehr lebhaften Austritten Veranlassung gaben. In der Sitzung vom 19. handelte es sich in der Debatte um die Frage, -obbescholtene Männer, wenn sie auch durch ein sittliches Betragen während einer langen Reihe von Jahren sich von ihrem früheren Fehler gereinigt haben, dennoch des Stimmrechtes beraubt sein sollen, und es. wurde beschlossen, daß ein Jeder, auf dem nirgend jein Makel der Bescholtenheit jlaste, niemals wieder das Stimmrecht erhalten solle. Während der lebhaftesten Debatte über-diesen Gegenstand war unser, der Sitzung weiwohneuder Rabbiner sanft entschlummert, und wachte, in seinem Sessel erst wieder aüf, als über -den .fraglichen Gegenstand abgestimmt war. Jetzt erhob er sich und trug darauf an, daß auch der des activen und' passiven Wahlrechtes beraubt sein solle, welchem -irgend ein Verdacht, irgend ein Mal in irgend einer Weise den Sabbath verletzt zu haben, uachgesagt werde. Der Antrag machte Sensatiou, denn auch dem Beschränktesten mußte es klar sein, -daß hiermit der Verdächtigung, der Spionage,' dem Hader und -Streit, der Unterdrückung Thür und Thor geöffnet -würden, daß dieser Antrag ein Ausfluß der Ignoranz wie des Fanatismus sei. Er wurde daher auch von der Versammlung völlig verworfen. Das Traurigste war hierbei, daß -der Antrag von dem Direktor der jüdischen -Schule, Herrn Winter, unterstützt wurde, und man könnteHieraus einen betrübenden Schluß auf die Art ziehen, wie hierwer Jugend wahrhafte Religiosität, Sittlichkeit und Bildung leingeflößt werden. —Was die hiesigen VerWtnisse.und die Art, Me sie geleitet werden, charcrkterisirt, ist ver Umstand, daß man außer wem Rabbinen wie Rabbinatsassessoren oder Appellanten durch das kümmerlichste Gehalt wem Hunger und Elend überantwortet. -So ist notorisch vor einigen-Jahre« rin iAppellamt, -zugleich eine talmudische Capacität, vor Noch verschmachtet, -und.

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