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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-08-22 · Heft 34 (22.8.1865) · p. Seite 521

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 34 (22.8.1865)
Date
1865-08-22
Page
Seite 521 (sequence 5)
Language
German
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WWW^r- . tätig unterzogen worden. Davon giebt besonders auch vre Einleitung Kunde, welche über daS Leben und die Schriften Efodi'S ausführliche und gründliche Kenntniß giebt. Er war ein Catalonier, Anfangs der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts geboren, indem er 1397 ferne Jugend bereits hinter sich hatte. In seiner Jugend besuchte er eine Talmud schule in Deutschland, doch sagte ihm die damals vorherrschende Richtung des Talmudfiudiums nicht zu, und er beschäftigte sich mit Philosophie und andern Wissenschaften, trotz dem Widerspruche seiner Lehrer. Das unglückliche Jahr 1391, in welchem die meisten jüdischen Gemeinden der pyrenäischen Halbinsel entweder als Opfer fielen, oder zum Religionswechsel gezwungen wurden, nöthigte auch Efodi, die Maske des Christenthums vorzunehmen. Bald aber verabredete er mit seinem Freunde David-Bonet-ben-Giorno nach Palästina auSzuwanderu, mn sich wieder frei zum Judenthume zu bekennen, wurde aber von diesem insofern getäuscht., als derselbe in seinem neuen Glauben beharrte, während Esodi seinen Zweck erreichte. Ein Weiteres wissen wir von seinen Lebeusschicksalen nicht. Sein eigentlicher Name war Jsaak-ben-Moses Levy; er führte aber auch den Namen Profiat Duran mit der Beifügung de la Guna, wofür er nun die Abkürzung V'aa Ojn*vh ü^DT-iö ■OK, n»K) gebrauchte. Das vorliegende Werk ward 1403 geschrieben. In der Borrede entwirft Efodi ein Bild der Systeme, wie sie damals auf dem Gebiete der religiösen Forschung unter den Juden Spaniens hervorgetreten, und läßt das Berhältniß des Autors zu ihnen erkenne»; in dem Werke selbst stellt er in rationeller und logischer Weise, zum Theil auch polemisch, besonders gegen'David Kimchi, die hebräische Grammatik dar, wo sich besonders seine Behandlung der Partikel und Pronomina, des Verbums, seiner Conjugationen und Zeitformen, besonders des Nifal als Reflexiv auszeichnet. Die ^Herausgeber haben sich also ein wesentliches Verdienst erworben, und da sie die Druckkosten selbst getragen, mag das Publicum sie durch den Ankauf des schön ausgestatteten Werkes pflichtmäßig entschädigen. — Zeitungsnachrichten. Deutschland. Aus Franken, im Aug. (Eingesandt.) In Nr. 29 dieses Blattes ist in einem aus der Rheinprovtnz eingesandten Artikel von dem Mangel spezifisch jüdischer Jrrenheilanstalten die Rede, und wird dabei erwähnt, daß nach dem Wissen des Einsenders sich eine derartige Anstalt nur in Amsterdam befände. Hiezu fühlt sich der Einsender dieses veranlaßt, zu bemerken, ohne die Nothwendigkeit der Gründung weiterer derartiger Anstalten bestreiten zu wollen, daß schon seit ohngefähr vier bis fünf Jahren eine ausschließlich für jüdische Geistes- und Gemüthskranke vollkommen eingerichtete Heil- und Psiegeanstalt unter der trefflichen Leitung des Herrn Dr. Würzburger zu Bayreuth (Baiern) besteht. In dieser Anstalt fanden auch seit ihrer Gründung viele Kranke aus allen Gegenden Deutschlands und auch aus andern Staaten Aufnahme, und hat dieselbe bereits ihren Ruf durch eine verhältmßmäßig große Anzahl von Heilungen fest begründet. Wie verlautet, beabsichtigt Herr I)r. Würzburger, ermuntert durch viele in der neuesten Zeit an denselben erfolgte Anmeldungen, seine Anstalt zu erweitern, um noch einer größeren Anzahl Kranken Aufnahme gewähren zu können. 8. Preußen. Berlin, 10. Aug. (Privatmitth). Man wirft von hier aus doch wieder Blicke nach außen, um einen Rabbiner zu gewinnen. An eine Concurrenz ist nicht zu denken. Dazu entschließen sich die beiden Gemeindebehörden nicht. Doch wird man es nicht wagen, einen Rabbiner zu wählen, ohne.daß er hier war und gepredigt hat. Im Vorstande und in der Repräsentantenversammlung ist man erstaunt, daß in der Gemeinde selbst nicht das geringste Interesse für die Wahl sich zeigt, daß aus der Gemeinde keine Stimme sich hörbar macht, Niemand eine Theilnahme bezeugt. Aber kann ^man sich wundern? Wenn seit Jahren Alles intra muros vor sich geht, die Oeffentlichkeit vermieden wird, selbst die Localblätter, die doch über je-' den Handwerkerverein und.jede Sitzung einer geographischen u. dgl. Gesellschaft ausführlich berichten,, niemals eine Mittheilung über diese Angelegenheiten der Gemeinde, die doch jetzt-an Zahl und Bedeutung einer großen Stadtgemeinde schon gleichkommt, enthalten, wenn Alles von oben herab dietirt wird: wie'soll da ein Interesse vorhanden sein? wird es den Herren

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