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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-08-15 · Heft 33 (15.8.1865) · p. Seite 509

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 33 (15.8.1865)
Date
1865-08-15
Page
Seite 509 (sequence 9)
Language
German
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Diese Nachricht war für uns um so erschütternder, als dieser Stenzel, ein schöner hochgewachfener Greis mit Silberlocken, vor wenigen Wochen bei' dem Re- . dacteur d. Bl. persönlich zum Besuche war, da er von Bonn seinen Sohn aus einem dortigen Jrrenhause als. unheilbar abholte. Dieser Sohn, ein hoffnungsvoller Jüngling, hatte bereits eine gute Carriere gemacht, und stand in. einem der größten Berliner Bank- . Häuser als erster Buchhalter in hohem Gehalte. Da wurde er geisteskrank, und trotz aller , ärztlichen Bemühungen immer leidender, bis er seinem Vater schrieb, ihn nach Hause zu nehmen, um die letzten Tage seines Lebens bei dem Vater zu verbringen. Bei seinem Besuche sprach sich der Vater in ruhigster, gottergebenster Weise über sein schreckliches Schicksal gegen uns aus, und wir suchten ihn unsrerseits möglichst darin zu bestärken. Es scheint nun, daß das Geschick seines Sohnes diesen und ihn zur Verzweiflung gebracht und wahrscheinlich in dem Vater selbst eine Geistesverwirrung bewirkte, welche beide zu dieser gräßlichen That führte. Gottes Barmherzigkeit und Friede 'über sie! Redact. Aus Pommern, .1. August. (Privatmitth.) Die in No. 30 dieser Zeitung enthaltene Mittheilung von der beabsichtigten Eingabe um Verlegung der Wochenmärkte ist dahin zu vervollständigen, daß die. erste Anregung hierzu von dem Rabbiner Dr. Klein, derzeit in Stolpe, jetzt in Glogau, ausgegangen. Derselbe stellte cinen hierauf bezüglichen Antrag in einer Versammlung von Vertretern mehrerer Gemeinden des Cösliner Regierungsbezirks, welche im Mai 1860 in Belgard stattfand. Der Antrag wurde. einstimmig angenommen und die 'Ausführung einem dazu gewühlten Comits übertragen. Dieses hielt erst jetzt die Zeit für geeignet, damit hervorzutreten, und nachdem ein von sämmtlichen Gemeinden des Cöslinex Bezirks an die dortige Regierung gerichtetes Gesuch ablehnend beschieden worden, wurde beschlossen, noch weitere Schritte zu thun. Hr. Rabbiner vr. Treuenfels in Stettin übernahm es, das Gesuch an den Oberpräsidenten der Prov. Pommern zu entwerfen und sämmtliche Gemeinden Pommerns zum Anschluß einzuladen. Es . war der Wunsch ausgesprochen, vor endgültiger Entscheidung darüber Nichts in die Oeffentlichkeit zu bringen, weil dies der guten Sache eher schaden, als nützen , könne; nachdem dies jedoch nicht beachtet worden, scheint uns eine wahrheitsgetreue j Darstellung der Sachlage angemessen. Oesterreichischer Kaiserstaat. S. a. Ujhely, 15. Juli. (Privatmitth.) Vor Kurzem erhielt der Verfasser der „bibliai olvasmänyok“ Herr I. I. Rofenmeher, Oberlehrer in S. a. Ujhely, von dem hierorts rühmlichst bekannten evangelischen Schulinspector Herrn Daniel Eördögh, ein Schreiben in Ungar. Sprache, welches den besten Beweis liefert, wie hier zu Lande die gebildeten Christen in Schulangelegenheiten denken. Es lautet: Nachdem ich die durch Ew. Wohlgeboren heraüsgegebene biblische Geschichte als ein sehr zweckmäßiges Schulbuch erkannt habe und selbiges seiner pädagogischen Behandlungsweise sowohl, als des correcten biblischen Stiles wegen sich so vorzüglich für die vaterländischen. Schulen eignet, habe ich im Einvernehmen mit der hochwürdigen Geistlichkeit den Beschluß gefaßt/ selbiges vorläufig den Lehrerbibliotheken meines Schulbezirkes einzuverleiben, um es später als Leitfaden beim biblischen Geschichtsunterricht der evangelischen Schulen meines Bezirks den Schülern in die Hand zu geben. Wollen Sie mir dieserhalb vorläufig gütigst 10 .Exemplare dieses so lieben Büchleins übersenden und zeichne in schuldiger Achtung ergebenst . ' Daniel Eördögh, Jnspector der evangelischen Schule des Zempliner Comitates. Rozvagy, 8. Juli 1865. Möge Herr Rosenmeyer, der 14 Jahre bereits hier wirkt, in diesen. Zeilen ein Zeichen der Anerkennung finden und überzeugt sein, daß so wie ich viele seiner Schüler stets in Liebe unseres Lehrers gedenken. Alex. K n o p f l e r, Lehramtskandidat. S. a. Ujhely, 27. Juli. (Privatmitth.) In diesem Augenblicke findet eine großartige Versammlung von Rebbes, Chassidäern und Frommen statt. An der Spitze steht der Heilige in Szikszü und der Rebbe aus Sziget. Die Fastenpredigt hielt der Szikszüer Rabbi und mußten die Chassidäer aus Mangel an einem geeigneten Lokale die Vorträge unter' freiem Himmel anhörem Allgemeiner Ablaß ist verkündigt, den Aschkenasim der Krieg erklärt und, das beschauliche Leben

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