Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 32 (8.8.1865)
- Date
- 1865-08-08
- Page
- Seite 496 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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- 4M ' hierüber zu sehr deri Anschein, als Wenn auf unserer Anstalt wenig dahin gestrebt werde, die Lehrfähigkeil unserer Zöglinge im Allgemeinen nach Möglichkeit auszubilden. Istbte£ gegründet, so ist das gewiß der größte Borwurf, welcher einem Lehrerseminare gemacht werden kann, das doch nächst dem Bestreben, die Seminaristen mit den erforderlichen Kenntnissen auszürüsten, zU oberst dafür zu sorgen hat, daß sie auch in genügendem Maaße die Fähigkeit besitzen, in einer Elementarschule nach didactischen Prinzipien und nach den Anforderungen einer zeitgemäßen Methodik zu unterichtett. Ja, es wäre geradezu unbegreiflich, wie Seminarlehrer diese ihre wichtigste Aufgabe so ganz verkennen könnten, wollte man nicht etwa annehmen, daß sie nur ihre Unfähigkeit verhinderte, dieses ihr Ziel zu erreichen. Ohne hier Einzelnes, worauf der obige Vorwurf etwa gegründet worden, zu erörtern, wollen wir nur erwähnen, daß in der betreffenden Prüfung die Darlegung der Fähigkeit der Schulamts-Candidaten, gemäß dem Prüfungs-Reglement, gar nicht Seitens der Lehrer versucht worden, weil diese Lehrfahigkeit sich ja auf alle Lehrfächer zu erstrecken hat und der Prüfung und Beurtheilung der dazu bestellten Behörde ohnehin unterliegt. Während nun in jenem Referat die Vermuthung ausgesprochen worden, die Zöglinge möchten wohl in zu sparsamem Maaße für den praktischen Unterricht in den Uebungsclassen herangezogen werden, ist von anderer Seite mehrfach getadelt worden, daß dies in zu großem Maaße geschehe. Solche Widersprüche haben, für uns durchaus nichts Ausfallendes, zumal bei einer Anstalt, die dem Urtheil außerhalb derselben Stehender um so mehr anheimfällt, als sie in ihrem Bestehen von dem" Publikum abhängig ist-und bis jetzt nicht unter der Oberaufsicht der höheren Schulbehörde steht. Was uns übrigens hinsichtlich der Lehrfähigkeit der hier ausgebildeten Schulamts-Candidaten, außer unserem eigenen Bewußtsein und den Erfahrungen, die wir hierüber bei den in das Amt eingetreteuen Lehrern gemacht haben, beruhigen darf, ist der Umstand, daß die Königl. Prüfungs-Commission, die alljährlich in Soest Zusammentritt', sich bisher befriedigend' auch hierüber in den betreffenden Zeugnissen ausgesprochen hat. Schließlich müssen wir die Behauptung aufrecht Hallen, welche jedem praktischen Schulmann einleuchten wird, daß auf dem Seminare namentlich in der Lehrfähigkeit nur ein grundlegender Änfang gemacht werden kann, wie wir denn auch in den Abgangszeugnissen in dieser Rubrik meist nur von einem Anfänge, mit den entsprechenden Pradi-, katen: „guter", „genügender" u. s. w. sprechen.*) * Dr. Steinberg. *) Wir haben obige Erwiderung wortgetreu gegeben, und bemerken nur, daß wir zu dem Referate vielfach, und zwar von Münster selbst aufgefordert worden, daß die Erfahrung, so weit man lobt, wird's.gebilligt, was man tadelt, dem wird widersprochen, sich hier abermals bethätigt, wird nicht auffallen. , Dem Einsprüche des Herrn Dr. St. gegenüber müssen wir unser Urtheil dennoch aufrecht erhalten. Daß wir uns auf Details dabei stützen können, wird mau voraussetzen, doch wollen wir nicht darauf eingehen. Nur das Eine sei bemerkt, daß auch wir in den Religionsfächern eine 30jährige Praxis für uns haben, und daß 20 Jahre hindurch die. jüdischen Religionslehrer von dem Religions-Commiffarius praktisch in der jüdischen Religionsschule zu Magdeburg geprüft wurden. Uebrigens theilen wir die Ansicht des Herrn Dr. St. nicht, daß die mangelhafte Ausbildung der Lehrfähigkeit für ein Seminar der höchste Vorwurf sei. Denn was hilft die Methode, wie wir etwas geben sollen, wenn wir nichts zu geben haben. Ein gutes Maaß positiven Wissens ist das erste Erforderniß; die Lehrfähigkeit entwickelt die Praxis. Dr. L. PH. Anzeige«. Die Lehrerstelle zu Neu-Ruppin ist seit dem 15. d. M. wieder besetzt. Der Vorstand. _ Z. Blumenfeld._ Gesucht zum 1. October d. Ä. ein des Hebräischen kundiger, geprüfter- Elementarlehrer in der Erziehungs-Anstalt des vr. H. Reckendorf in Heidelberg. Verlangt! Bei der Gemeinde Schaar Hashomajim New-Dork, Vereinigte Staaten Nord-Amerika's, ein Rabbiner. Die Gemeinde besitzt eine Orgel, hat Familiensitze in ihrer Synagoge eingerichtet und ist zu Reform geneigt. Salair 2500 Dollars Pr. Annum, für fünf Jahre. Näheres zu erfragen bei H. Eckstein, Präsident. ,_ ' 97 First Avenue. Die Cantorstelle in unserer Gemeinde ist noch vacant und wollen musikalisch gebildete Cantoren ihre Anmeldungen unter Beifügung ihrer Zeugniffe dem Unterzeichneten Vorstande Möglichst bald zugehen lassen. Die Qualification des Candidaten als Hülfslehrer wird gewünscht, ist aber nicht nothweudige Bedingung. Das jährliche . Gehalt ist auf 600 Thlr. Uormirt. Der Vorstand der SynagvgeLi-Gememde zu Thörn. Rathnn Leiser.