Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 32 (8.8.1865)
- Date
- 1865-08-08
- Page
- Seite 495 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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4SS mernde Ungarns dem alten Schlendrian ein Lebewohl gesagt und in ihrem erst vor Kurzem entstandenen Tempel das Gotteswort in rein hochdeutscher oder- Ungar. Sprache predigen läßt; so werden auch andere nicht minder intelligente Gemeinden diesem Beispiele folgen. Das ungarische Israel wird seine Mission nicht aus dem Auge verlieren und sowie es deutsche Bildung und deutsche Gründlichkeit nicht verkennt, wird es nicht aufhören durch Erlernung der ungarischen Sprache sich als echten Sohn dieses schönen Landes zu zeigen. Bei uns hat der Kampf des Chassidismus mit dem Rabbinismus. den höchsten Grad erreicht und wollen Hochwürden in diesen Blättern die Thatsache registriren lassen, daß in S. a. Ujhelh die Aufgeklärten aus Haß gegen den Rabbinismus mit den Chassidäer.n gemeinschaftliche Sache machen, und ist es unter so bewandten Umständen eine Gottessache, wenn Eperies seine vorzügliche Schule mit seinem geregelten Gottesdienste noch nicht eingebüßt, Kaschau trotz seines chassidischen Dajan einen zeitgemäßen Rabbinen anstellen will und die ujhelher Musterschule wegen Mangel an Schülern schon längst gesperrt ist. Wie anmaßend unsere Chassidäer operiren, beweist der Umstand, daß sie im Laufe des Sommers, da viele von ihnen am Osterfeste unrein waren, nochmals ein zweites Pesachfest feierten, in ihrer Klaus sangen und sprangen und Wein und Osterkuchen verzehrten. In Tokaj stürzte sich ein Chassid in seiner Verzweiflung in die Theiß, da er den heiligett Liszkaer in einer wichtigen Angelegenheit zu sprechen hatte, dieser aber auf einer chassidischen Versammlung in Munkücs gerade abwesend war. In S. a. Ujhely erschien vor wenigen Tagen im Selbstverläge des Verfassers Herrn Moses Knobel riiD^-in unter dem Titel oniw i»», worauf wir Fachmänner aufmerksam zu machen uns erlauben. Oberlehrer I. Rosenmeyer. Aus Ungarn, im Juli. (Privatmitth.) Die Jnspectorenfrage ist wieder aufgenommmen und soll man höhern Ortes, wie wir soeben vernehmen, von der Gründung neuer Musterschulen abgekommen sein, dahingegen steht die Anstellung von Bezirkslehrern, aus dem Schulfonds honorirt, in naher Aussicht. Der ungarisch-israelitische Verein entwickelt dermalen eine seltene Thätigkeit und soll* die Berufung einer Lehrerconferenz während der Herbstferien bevorstehen. In Pest wurde die Mädchenschule erweitert und der tüchtige Lehrer Heinrich Rosenberg zum Oberlehrer dieser Anstalt befördert. In Stuhlweißenburg fristet die orthodoxe Schule, gegründet vom Rabbinen Guggenheimer, ein trauriges Dasein; günstiger sind die Verhältnisse im Süden, und wurde soeben in Temesvar seitens der hohen Regierung eine Lehrerstelle der hebräischen Sprache systematisirt. Die Versammlung der polnischen und ungarischen chassidäischen Rabbinen in Munkäcs war sehr zahlreich besucht. R. Großbritannien. Southampton, im Juli (Jew. Chr.). Die Southamptoner Zeitungen gaben jüngst Berichte über ein Dejeuner, welches der Sheriff, Herr S. M. Emanuel, am 19. d. nach Beendigung der Vierteljahrssessionen in seinem Hause ■ dem Recorder und den Gerichtsherren, dem Mayor, einigen Aldermen und andern Herren von Stellung zu Ehren gab. Das Dejeuner wird als ein ausgesucht feines geschildert. Den Vorsitz führte der Sheriff. Eine Menge Toaste wurden nach der Mahlzeit ausgebracht, unter welchen der auf die Geistlichkeit von Rev. G. Bradshaw beantwortet wurde. Dieser Herr rühmte, indem er auf die Vortheile der Erziehung hinwies, die Opferwilligkeit und die Anstrengungen der Juden, welche jüngst bei einem Feste die große Summen von 10,292 L. St. für den Unterhalt eines Erziehungsinstituts für Knaben und Mädchen sammelten. Correspondenz. Münster, 26. Juli. Erwiderung. In dem Referat,, welches der Herausgeberdieser Zeitung in Nr. 29 derselben über den Befund der Prüfung veröffentlicht, die unter Assistenz desselben mit den abgehenden Zöglingen . unseres Lehrerseminars in den hebräischen Lehrfächern abgehalten worden, wird auch ein Urtheil über die Lehrfähigkeit der Examinirten abgegeben, das wir im Interesse der Anstalt nicht ohne Erwiederung lassen dürfen. Es gewinnt die Darstellung 32**