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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-08-01 · Heft 31 (1.8.1865) · p. Seite 479

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 31 (1.8.1865)
Date
1865-08-01
Page
Seite 479 (sequence 11)
Language
German
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479 Der „Courrier de la Moselle“ schreibt: Der Jndependant zeigt an, daß „auf, Befehl des Herrn Großrabbiner von Metz während der Dauer der Trockenheit paffende Psalmen in die jeden Abend im israelitischen Tempel gesprochenen Gebete eingeschaltet werden sollen". Woran soll mau glauben, großer Gott, wenn der Regen uns auf das alleinige Gebet der Synagoge kommen sollte, ohue daß die Protestanten und vornehmlich die Katholiken sich daran betheiligten? — Hierzu machen die Arch. isr. folgende Bemerkung: Ein anderer Fall dieser Art verdient der Aehnlichkeit wegen hier berichtet zu werden: Vor einiger Zeit mangelte in. Constantine (Algerien) und Umgebung das Wasser gänzlich. Vergeblich liefen die Araber in ihre Moscheen, um dort um Regen zu bitten; nicht damit zufrieden, ließen sie die Marabouts (arabische Heilige) baden, welche sie unter das Wasser tauchten, indem sie sie bei den Haaren hielten. Da ihre Gebete unerhört blieben, wandten sie sich an die Juden, die sie mehr im Gerüche der Heiligkeit hielten. Der Großrabbiner machte darauf den Tag bekannt,, an dem ein allgemeines Fasten abgehalten werden sollte. Gleich am Morgen dieses Tages fielen einige Regentropfen; dann, Nachmittags, während in der Synagoge Psalmen recitirt wurden, fiel der Regen in Strömen. Hundert und fünfzig Araber empfingen die frommen Gläubigen, welche den himmlischen Regen herabgefleht, küßten ihnen die Hände und begleiteten sie mit ihren Segenswünschen. Italien. Turin, im Juli. (Educat. Israel.) Der Stadtrath von Turin hat 30,000 Lire zum Bau einer neuen Synagoge der dortigen jüdischen Gemeinde überwiesen. Schweiz. Zürich, den 5. Juli. (Privatmitth.) Die hiesige Cultus-Gemeinde, welche jetzt gegen 30 Mitglieder zählt und seit vergangenem Herbst ein ihr von dem Stadtrath in sehr freundlicher Weise überlassenes Lokal als Synagoge benutzt, hat nun auch einen Acker zur Anlegung eines Friedhofs angekauft. Der greise, noch immer geistesfrische Steinheim wohnt seit einigen Wochen in hiesiger Stadt. Lengnau, 3. Juli., (Privatmitth.) Die bevorstehende Revision der schweizerischen Bundesverfassung zu Gunsten der Gewissensfreiheit und insbesondere der Emancipation hat auch ihren Sprecher bei dem eidgenössischen Schützenfest gefunden. Bekanntlich wird alle Jahre das große eidgenössische Schützenfest gefeiert und zwar diesmal in Schaffhausen, dem Geburtsorte Johannes von Müllers. Da wandert nun die Bündesfahne in Begleitung des Central-Comitös des letzten Festortes — Neuchätel — feierlich nach dem neuen Festorte. Ueberall, wo sie durchreist, imposanter Willkomm durch Kanonendonner Reden und Bankett. Bei der Ankunft der Fahne in Zürich hielt der Herr Regierungsrath Treichler, als wackerer Kämpfer für die Gewissensfreiheit bekannt, eine schwungvolle Rede, in der folgender Passus bemerkenswert!) ist:- Einen warmen innigen Gruß wehe sie hinüber über den Ocean, der aus schwerem Todeskampfe neu entstandenen Schwesterrepublik. Und sollte das Sternenbanner ebenfalls auf der Fahnenburg erscheinen und dir von den heißen Schlachten erzählen, die in den weiten Ebenen Amerikas zwischen Genossen desselben Bundes - geschlagen wurden, und von dem Mor-' genroth der Freiheit, das aus den rothen Leichenfeldern dem schwarzen Manne aufgeblüht, und doch dann verwundert fragen, warum im freien Helvetien der israelitische Eidgenosse allein nicht als gleichberechtigter Bürger und Bruder anerkannt werde, so antworte ihm, daß der Hahn gekräht und daß auch für ihn der Morgen angebrochen, der zur vollen und ganzen Freiheit leuchten soll. Solche Worte haben um. so mehr Werth und sind von um so größerer Bedeutung, da sie mitten im Festjubel von einer so bedeutenden Persönlichkeit gleichsam im Angesicht der gesammten Eidgenossenschaft gesprochen wurden und unmittelbar darauf die eidgenössischen Räche die Angelegenheit der Israeliten in der Bundesstadt in Berathung ziehen werden. M. I. B. Dänemark. Kopenhagen, Anfang Juli. (Privatmitth.) Im Aufträge und auf Kosten der Regierung hat Herr Oberrabbiner Dr. Wolfs soeben eine Rundreise in 31**

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