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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-08-01 · Heft 31 (1.8.1865) · p. Seite 480

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 31 (1.8.1865)
Date
1865-08-01
Page
Seite 480 (sequence 12)
Language
German
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z u^, u^ lWM. 5^M'^KMAMWKMMWtzKWM UK >!"f,;EEMN^N^EÄKM Föhnen und Jütland gemacht, um die israelitischen .Gemeinden zu inspiciren und mit den Vorständen derselben über eine neue Ordnung des Catechetwesens zu conferiren. Während nämlich früher für die 8 Gemeinden , welche sich auf Fühnen und Jütland befinden^ nur 2 Catecheten angestM waren, die alle Trauungen .und Constrmationeu vorzunehmen hatten, soll nunmehr, nachdem diese zwei Aemter erledigt worden, der Religionslehrer jeder Gemeinde die Funktionen eines Catecheten übernehmen. Um den einzelnen Gemeinden die Besoldung eines solchen Cultusbeamten zu erleichtern, hat die Regierung auf Antrag des Herrn Dr. Wolfs sich auch willig erklärt, einen jährlichen Zuschuß aus Staatsmitteln zu geben. Auf dieser Rundreise hat der Oberrabbiner in mehreren Gemeinden unter großer Zuströmung der christlichen Bevölkerung gepredigt und in Odense, Horsens und Randers Confirmation der Jugend abgehalten. In Fredericia hat er außerdem den Grundstein zum Wiederaufbau der durch den letzten Krieg zerstörten Synagoge gelegt, wobei er eine ergreifende Rede gehalten, welche nächstens in Druck erscheinen soll. Großbritannien. London, 11. Juli. Bis heute weiß man, daß die Wahl in's Parlament die Herren Lionel, N. M. und und M. von Rothschild (also drei aus dieser Familie), sowie den Alderman Salomons wieder getroffen, hat; man zweifelt nicht, daß auch Sir Franris Goldsmid wieder gewählt werde, so daß wir also diesmal, einen Abgeordneten jüdischen Glaubens mehr haben, da in dem aufgelösten Parlament nur zwei Rothschilds saßen. Bradford, im Juli. (Privatmitth.) Die A. Zeit, d. Jud. hat von ihrem Beginne an energisch das Ziel verfolgt, ebenso wie alle ungerechten Angriffe auf Judenthum und Inden abzuwehreu, so auch die Schäden, an welchen allgemein oder örtlich unsere Glaubensgenossenschaft leidet, unnachsichtlich aufzudecken. 'Gestatten Sie mir daher, aus tiefem Herzensgründe meine Klage über den religiösen Zustand unserer hiesigen Glaubensgenossen. Es wohnen in Bradford sehr viele deutsche Juden, die Alle sehr wohlhabend find». Mer diese Juden bilden weder eine Gemeinde, noch besitzensie eine Synagoge, weder erhalten die Kinder das Bundeszeichen und irgend einen Unterricht in der Religion, noch haben sie einen Friedhof, sondern bestatten ihre Todten auf dem christlichen Gottesacker, wobei nach englischer Sitte der christliche Geistliche die Leiche im Namen der Dreieinigkeit einsegnet; sie verheirathen ihre Kinder mit Christen und lassen sie in der Kirche trauen, wollen überhaupt als Juden nicht gelten, obgleich jedes Kind 'in Bradford sie als Juden kennt. Alle Anstrengungen von Seilen der Beamten der Nachbargemeinde Leeds hatten keinen Erfolg, und so entschloß sich der Oberrabbiner Dr. Adler, selbst hierherzukommen, um durch seinen persönlichen Einfluß, die Gründung einer Gemeinde zu bewirken. Zn diesem Behufe hatten die Herren Sichel und Goldstein ein Meeting berufen — aber nur 6 Personen erschienen, und diese faßten den Beschluß, dem Oberrabbiner sofort die Anzeige zukommen zu lassen, daß der Zeitpunkt noch nicht gekommen sei, hier eine Gemeinde zu gründen, und werde sein Herkommen daher nicht von großem Nutzen sein. Aus diesem Factum allein kann man sich einen Begriff von dem religiösen Zustand dieser Juden bilden! Wie schrecklich ist es, daß Kinder jüdischer Eltern, die hierher kommen, junge Leute, die eine jüdische Erziehung genossen, ihr Bekenntniß in der Synagoge abgelegt unv mit dem Schema Israel aus den Lippen versehen sind, mit der größten Gleichgültigkeit unter Einhaltung des christlichen Ritus auf christlichem Kirchhofe bestattet werden. Daß hier von deutscher Seite, namentlich von Ihnen, Herr Redacteur, Etwas geschehen müsse, um die hiesigen deutschen Juden zu ihrer religiösen Pflicht zurückzusühren, scheint wichtiger als die Mortaraangelegenheit, da es sich hier um mehr als 100 Ander, handelt. Ganz anders stellt sich das Bild in der Nachbarschaft Leeds dar, die eine neue große Gemeinde und .Synagoge hat; auch hier wohnen viele deutsche Juden, die aber sämmtlich Mitglieder der Gemeinde sind. Die Mrs. Marcan, die Ehefrau des hier wohnenden deutschen Kaufmanns M. Marcan, die vor mehreren Jahren zum Judenthume übergetreten ist, lebt nicht nur als gläubige Jüdin, sondern regt durch ihren edlen Eifer den Wohlthätigkeitssinn der Juden an und hat erst jüngst die Synagoge mit einem kostbaren Vorhang und 10 L. Str. beschenkt. I. G.

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