Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 31 (1.8.1865)
- Date
- 1865-08-01
- Page
- Seite 472 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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kleinliche, vorübergehende Zwecke finden in Vereinen nur eine sehr kurzlebige Existenz. Hat man einmal den Gedanken des Vereins für „die allgemeinen Angelegenheiten des Judenthums" gefaßt, so hat man sich auch klar zu machen, was ein solcher umfassen und erzielen müsse. Aus halbem Wege stehen bleiben, hieße den Bau bald wieder verfallen machen. Wir hatten übrigens die Befriedigung, daß auch schon in der Versammlung zu Frankfurt mehrfache Aeußerungen über die Richtigkeit^ Klarheit und Ausführbarkeit der in unserem Programme ausgesprochenen Ansichten sich vernehmen ließen. Wir legen daher dieselben hiermit , öffentlich vor, werden einer Besprechung für oder wider gern Raum geben, und hoffen, daß sich hierdurch allseitig die Ansichten klären werden. . Nechmrngs-Abschluß des Instituts zur Förderung der israelitischen Literatur für das zeh nte Jahr (1. Mai 1864 bis 1. Mai 1865). A. Einnahmen, einschließlich für Exempl. früherer Jahrgänge und Zinsen 5824 Thlr. 17 Ngr. — Pf. B. Ausgaben: 1. Defizit vom vorigen Jahre 193 Thlr. — Sgr. 4 Pf. 2. Honorare,Subventionen, Correcturen 1674 - 20 - — - 3. Verwaltung ....... 530 - — - — - 4. Satz, Druck, Papier, Buchbinder und 'Versendung ....... 3728 - 12 - 5 - 5. Porti, Drucksachen, Diversa . . 201 - 24 - 5 - Summa 6327 Thlr. 27 Sgr. 2 Pf. Defizit 503 Thlr. 10 Sgr. 2 Pf. Den Jahresabschluß richtig und sämmtliche Belege mit den Rechnungen übereinstimmend gefunden. Magdeburg, den 5. Juli 1865. Carl Friedeberg. M. S. Kaufmann. Literarischer Wochenbericht. Bonn, 20. Juli. Angekommen: Studien zur Jubelfeier der Wiener Universität im Jahre 1865. Von G. Wolf. (Wien, Herzfeld u. Bauer 1865.) Der Titel dieses Werkes darf uns nicht zu der Meinung veranlassen, als ob der Inhalt unserm Gebiete fern läge. Vielmehr zieht sich das Verhältniß der Wiener Univer-. sität zu den Juden wie ein rother Faden durch das ganze Werk, und siehe da! es finden sich im langen Laufe der Zeit Berührungspunkte genug zwischen den beiden sonst sich so fernstehenden Körperschaften, um interessante Facta aufzudecken und nicht unwichtige Erörterungen anzufiellen. So führt der Verf. durch eine genaue Verfolgung der Thatsachen den Beweis, daß die Wiener Universität weder de jure noch de facto katholisch sei, sogar eine Zeit lang protestantisch gewesen. Ausführlich setzt am Schlüsse der Verf. die früher» Verhandlungen auseinder, welche in Oesterreich seit 80 Jahren über die Gründung jüdischer Seminare gepflogen wurden. Eine Menge interessanter Notizen geben wir auszüglich aus der vorliegenden Schrift im „Jüdischen Volksblatte". Diese „Studien", welche demnach ebenso wichtig für die Geschichte der Wiener Universität wie für die der österreichischen Juden sind, sind abermals.ein Erfolg