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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-07-18 · Heft 29 (18.7.1865) · p. Seite 445

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 29 (18.7.1865)
Date
1865-07-18
Page
Seite 445 (sequence 9)
Language
German
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4i5 Husch, ist er mit derselben Sache für die „Orthodoxen" da.' Nun, wir wissen wohl, daß aus . seiner Sache Nichts wird; vorerst aber hindert er Diesen, und Jenen, der sich influiren läßt, beizutreten. — Bei allen diesen Hindernissen muß es sich zeigen, ob der Verein wirkliche Lebenskraft hat. Minden, 2. Juli. (Privatmitth.) An Berichten über Einweihungen neuer Synagogen fehlt es Ihrer Zeitung nicht, und da auch solche Berichte einander immer gar zu ähnlich sehen, so unterließen wir es, über die am 24. März c. hier stattgefundene Weihe unsrer neuen Synagoge zu berichten, obwohl dieselbe in ihrer ganzen Anordnung und Ausführung eine so würdige und feierliche war, daß sie auf die zahlreichen jüdischen und christlichen Anwesenden, darunter die Spitzen sämmtlicher Behörden, den tiefsten und ergreifendsten Eindruck machte und wirklich zur Verherrlichung unserer Religion gedient, wie solches auch von christlichen Federn nicht nur im hiesigen Kreisblatte, sondern auch in mehreren andern Zeitungen lobend und anerkennend ausgesprochen. — Heute wollen wir jedoch nicht ermangeln, ein Ereigniß aus unserer Gemeinde in diesem Blatte zu vermerken, wovon es eben nicht so häufig zu erzählen hat, und das, wo es vorkommt, immer ein ehrendes Zeugniß der betreffenden Gemeinde und ihrer Cultusbeamten ist. Gestern, am 1. Juli, waren es 25 Jahre, daß unser Prediger, Herr Edler, sein Amt in unserer Gemeinde verwaltet, und wir dürfen es aus vollem Herzen sagen, derselbe hat sich während dieser langen Zeit, was Lehre und Leben betrifft, unsre volle -Zufriedenheit und Anerkennung erworben. Die Gemeinde beeilte sich, ihre herzliche und innige Theilnahrne an diesem für uns und unseren Edler so freudigen Tage zu bekunden. Nach beendigtem Gottesdienste, bei welchem der Hr. Edler mit einigen innigen und tiefgefühlten Worten auf dieses Ereigniß hingewiesen, brachte unser verehrlicher Vorstand in corpore dem Jubilar die herzlichsten Glückwünsche dar, nachdem derselbe schon Tag's zuvor in seinem und der Gemeinde Nämen ein anerkennendes Schreiben, begleitet von einem sichtlichen Zeichen solcher Anerkennung, ihm zugestellt hatte. Ein zweites ähnliches Schreiben folgte auch von einer vereinigten Anzahl seiner hiesigen Freunde. Den ganzen Tag: hindurch stand die Wohnung des Hrn. Edler von Gratulanten nicht leer, und alle unsere Gemeindemitglieder , brachten demselben ihre - persönlichen Glückwünsche dar und ließen es auch nicht an Beweisen ihres Wohlwollens fehlen. — Möge Gott unfern Prediger noch lange Jahre in Kraft und Rüstigkeit zum Segen der Gemeinde wirken lassen. — Preußen. Breslau, 7. Juli. (Privatmitth.) Herr Dr. H. Grätz hat seine beabsichtigte Reise nach Palästina wegen des Ausbruches der Cholera im Oriente aufschieben müssen, da die Berichte über die Ausbreitung der Epidemie immer trauriger tauten. Köln> 4. Juli. Die „K. Z." schreibt : Gestern Nachmittag wurde ein ehrenwerther Künstler, auch in weiteren Kreisen oft genannter Bürger unserer Stadt, Herr D. Levy - Elkän, welcher am Samstag in Folge eines Schlaganfalls plötzlich verschied, zur letzten Ruhestätte geleitet. Die künstlerischen Leistungen des Der- ' storbenen sind zu oft in den öffentlichen Blättern erwähnt worden, als daß wir nöthig haben, sollten, dieserhalb eine Bemerkung zuzufügen. Wir beschränken uns darauf, anzuführen, daß derselbe vermöge der Ehrenhaftigkeit und Liebenswürdigkeit seines Charakters bei allen, die ihn kannten, in hoher Achtung und Werthschätzung stand, wovon das unabsehbare, aus Bürgern aller Confessionen undaller Stände bestehende Traüergefolge bei der gestrigen Beerdigung ein beredtes Zeugniß ablegte. (Wir bemerken hierzu : Ein Herzschlag hatte seinem Leben plötzlich ein Ende gemacht. Gesund verweilteer noch am Freitag Abend im Kreise seiner Freunde, besuchte Samstag Morgens den Gottesdienst in der Synagoge und fiel hier, vom Schlage getroffen, in der Bank zusammen; wenige Sekunden nachher erfolgte der Tod.) Aus der Rheinprovinz, im Juli. (Privatmitth.) Es mag gewiß schon bei manchem Glaubensgenossen, unter dessen Angehörigen sich ein von Gemüths- oder Geisteskrankheit Heimgesuchter befindet, oder der em Kind besitzt, welches an angeborener oder durch Krankheiten (wie Hirnentzündung, Epilepsie, Krämpfe u. dgl.) entstandener Geistesschwäche leidet, der Wunsch rege geworden sein,: diese Unglücklichen, welchen unter den gewöhnlichen häuslichen Verhältnissen nicht immer die ihrem Zustande angemessene Kur find Pflege zu Theil

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