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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-07-11 · Heft 28 (11.7.1865) · p. Seite 428

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 28 (11.7.1865)
Date
1865-07-11
Page
Seite 428 (sequence 8)
Language
German
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bericht von 1864 weist aus: an Einnahmen 7323 fL, an Ausgaben 7749 fl., Kassenbestand baar 1003^ st., Werthpapiere 5100 fl., Krankenbestand 5^21. Doppelt angenehm überraschte uns der Zuwachs des ärztlichen Personals durch den Dr. med. Schützer, als Sekundararzt; weil erstens dies beweist: daß der Wirkungskreis dieser Heilanstalt sich immer mehr' erweitert; dann, weil die Wahl auf diesen erst vor Kurzem von der Wiener Universität heimgekehrten jungen Mediziner fiel, der während der kurzen Zeit seiner hierortigen Praxis, sich weit mehr, als es unter solchen Umständen der Fall zu sein pflegt, die Achtung und das. Vertrauen der ärztliche Hilfe Suchenden zu gewinnen wußte. Wir können daher dem verehrlichen Spitalvorstande zu dieser Requisition nur aus vollem Herzen Glück wünschen. — Minder befriedigend, ja betrübend ist, was über den Stand der so oft ventilirten Gründung einer isr. Hauptschule von hieraus zu berichten ist. Diese Angelegenheit hat ihr eigenes Fatum. - Von oben herab kömmt gewöhnlich der Stoß, welcher das politisch-administrative Getriebe in Bewegung setzt. Der Gemeindevorstand geht dann, unter der Voraussetzung, daß ihm der von ihm beantragte Dotationsmodus — Koscherfleischaufschlag — h. Orts genehmigt werde, nolens volens, offiziell daraus ein, Nun macht diese unglückselige Dotationssrage den Jnstanzenzug von unten bis oben hinauf und wieder zurück, durch, um — mit dem Finale „ . . . . hat keine Folge zu geben befunden" wieder zu dem Punkte zu gelangen, von welchem sie ursprünglich ausgegangen; d. h. es bleibt bis aus Weiteres beim Alten. Nach einem Cyclus von Jahren beginnt der Zirkeltanz von Neuem, um wieder so zu enden. . Die geehrten Leser wollen Nachsicht haben, wenn lebte er geehrt und geachtet von seinen Glaubensgenofien, wofür auch die ehrenvolle Bestattung, die ihm, wie selten Einem, zu Theil ward, am Sprechendsten zeugt. Seine letziwillige Anordnung vom 12. Mai 1862 enthält folgende Legate zu wohlthätigen Zwecken, u. z.: für das Tarnower isr. Spital 3000 fl., für das christliche 400 fl. in Obligationen; für die Chewra Kob. Ith. 200 fl., CbeMva Kadischa 200 fl., Hauptshnagoge 200 fl. in Baarem, ferner für das Spital in Iaroslau, seinem Geburtsorte, 400 fl,, für das christliche Spital daselbst" 200 fl. in Obligationen. Endlich zur Vertheilung bei seiner Beerdigung in Tarnow 100 fl., in Zaroslau 100 fl. Corresp. ' 428 . das „bescheidene Plätzchen", um welches wir die verehrte Redaction eingangs gebeten , nun zu enge geworden, und der besprochene Gegenstand einen, die Grenzen eines Lokalberichtes weit überschreitenden Raum einnimmt. Es ist nicht, unsere Schuld, daß der Stoff, unter der Feder anschwellend, große Dimensionen annimmt. Die' Dringlichkeit und Heiligkeit der Sache, die doch endlich nicht todtgeschwiegen werden darf, schreit zu laut, um überhört zu werden. Ueberhaupt sind die Zustände einer so großen Gemeinde, die in einer, 'nach mannichfacher Richtung hin maßgebenden Kreishauptstadt sich befindet, geeignet, nicht blos als Lokalzustände, sondern vielmehr als Maßslab für die israelitischen Zustände Westgaliziens im Allgemeinen betrachtet und gewürdigt zu werden. — Kehren wir nun zur Sache zurück. Die letzte amtliche .Erklärung Seitens der Gemeindevertretung wurde am 13. April 1863 — wie wir bereits in No. 33 S. 509 der A. Z. d. I. vom Jahre 1863 umständlich berichtet — - bei der Kreisbehörde zu Protokoll 'gegeben. Der kreisbehördliche Erlaß, nach welchem dem gemeindevorständlichen Projekte „keine Folge gegeben" wird, datirt vom 18. Mai 1864. Motivirt wird die Ablehnung dadurch, daß „durch die Einführung des Koscherfleischaufschlages der armen jüdischen Bevölkerung eines der nothwendigsten Lebensmittel vertheuert würde; überdies auch die Ausschußmänner und ein nicht unbedeutender Theil der israelitischen Insassen gegen diese Einführung Einsprache erhoben". Nun sind wir zwar nicht so unbescheiden, gegenwärtigen Zeilen irgend einen Einfluß auf die etwaigen .Beschlüsse der hies., Statthalterei- Commission zu vindiziren, können es aber nicht unterlassen, in diesein, jüdischen Interessen gewidmeten Organe, das bereits seit drei Dezennien auf die Gestaltung des Judenthumes nach Innen und Außen so mächtig influirt, dessen segensreiches Wirken besonders auf die diesländischen Verhältnisse erst neulich von einem Correspondenten aus Lemberg mit Worten warmer Anerkennung in d. Bl. hervorgehoben wurde, und welches für die jüdischen Culturhistoriker eine unschätzbare Fundgrube sein und bleiben wird, zu konstatiren: daß es die Juden nicht sind, die dem Aufträge der h. Regierung widerstehen, sondern d a ß d i e H i n - dernisse gerade von der Seite in den Weg gelegt werden, von wo aus die endliche Durchführung dieser Angelegenheit öfters und dringend b et rieb e n. wird; Was aber diese auf-

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