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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-07-04 · Heft 27 (4.7.1865) · p. Seite 412

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 27 (4.7.1865)
Date
1865-07-04
Page
Seite 412 (sequence 8)
Language
German
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- m üstsrÄ Gkaüberis' ist M^n' lebell, ÄWttst, t>dß^ kciümdie Hälfte" ver^ackilstühäüMr zur Eultstssteueöbtt-' träten'. — ÄMübeikitzö Einnahmeü Wörden durch ine1 Ueberfchusfe' ^voü'nen , welche die' S'ethästser, die' Ge^ nielnddhastsör, M Leichenhof u. f. Üdfern. Der^ Bericht MM allch deü Haushalt der v'erschiedeNen V'eretii'c1 ürid WdhlthästgkeibsäNstalten, Bie Capitalien der MiftünM u. s. w. zusammen, und tia ergiebt sich denn eine außergewöhnliche Strömung der Einnahmen' und Äüchäst'en, daß Ux' WöhkthMgkei'tsfi'nn der Wiener Juijett' nW ^estugs zu lobeN ist, besonders' wennmau bedenkt, wie diefttdeck MänÄer sich allch keinem ällge- Ui^indN, nichtkottfessioNelleN' geMeistnntzig'en Werke eütziehön'. Es' ist solche V'eröffentlichuüss der Äats' auch ein ProdüÄ der Neueren Zeitaber gewiß eiw sehr nützliches. Denn abgesehen von der dadurch be-- MMn' söigfMig'e'ü' Eontroke, deren Mangel 'in frühen ZttteN Un GeMeindtn uüd WohlthätigkeltsanstüMll große Verluste bewirkte, überzeugt sich auch ein Ader dön der angemessenen Verwendung seiner Steuern ü'rifr Gaben, wird auf diesen und jenen Verein aufmerksam, und' es stellt sich heraus, an welchen Stellen Etwas zu thun übriss bleibt, wo das Bedürfniß liegt u. s. w. Wir halten uns daher überzeugt, daß sich solche Kundthuungen bald durch alle größeren und mittleren Gemeinden' verbtekieN werden. Äraküu, 20. Juni. (Privatmitth.) Wie weit die Mehrzähl der galizischen Juden in der Civilisation zurück sind, dafür giebt eine Mittheilung, welche jüngst das Fremdenblatt No. 165 gebracht, aus Przemhsl, einer Größgeineinbe Galiziens, einen schlägMNen Äeweis. In Przemhsl starb dieser Tage der Rabbiner, dessen gefährliche Krankheit die Israeliten der dortigen Gemeinde sehr konsternirte. Zür Abwendung des Todes ktisteieten sie sich, gaben reichlich Almosen und ließen did bewährtesten Aerzte an das Krankenlager kommen. Als tM diese Mittel nichts fruchten wollten, verfielen sie aüf ein viel seltsameres. Einige abergläubische Jsraelitest stopften einen Popanz aüsitugen ihn aüf den rjrieb'höf, begrüben ihn dort uüd blieben betend für biö Genesüng des wirklichen Rabbiners die ganze Nacht aüf dem Friedhöfe. Sie konnten aber dennoch den Wen Rabbiüer ööm Tübe nicht retten. - Ist ein solcher Akt nicht geeignet, uns das abschreckendste Bild vöü den lediglich in Gälizieu grüfsi- Wden Unfügen Üttd 'Umtrieben zü bitten, dMn Ftthübsitrager ausschlleßüch die WchMscheü EpigbüeN' Und Hhhvkritensind, die durch Äu'genverdrehungenund AustheiluützeN vön AmuleteU' das bigotte Volk' in die' V^ersumpfung' des stupiden Aberglaubens-stürzen? Wären es' nicht die Nebbes, die das' wundersAchtige' Volk aM Gäng'elbande der Dummheit führten, es würde W schöü längst aüs dem Schlamme des absurden Abergküüb'eNs' emporgerafft' und sein Auge' dem' Lichte der zeitgemäßen Aufklärung zugeweudelt haben. Schließlich gestatten Sie' mir' noch ein' Curiosum, das geeignet ist ein helles' Lirh5 auf die' W'ünderfähigkei'ö des wegen seiner prophetischen Sehkraft in den orthodoxen Kreisen hochberühmten und hochstvergötttrten Sandezer Rebbe's zu werfen. Vor einigen Tagen machte dieser eine Reife zN seiüem ebenfalls den Titel ,Hebbe"' Ehrenden Sohne nach Chrzanow; bei welcher Gelegenheit er auch die GemeindeBochNia^s mit seiner Gegenwart erfreute. Obwohl es stets feiste' Manier ist, diese' KleingemeiNde mit' einer Anwesenheit über Nächt zu beglücken, so forderte dennoch diesmal die Notwendigkeit seiner Reise sie mit früher Morgendämmerung zu verlassen, zu welchem Behufe er seinen ihn begleitenden Jüngern den Befehl gab, ihn zur Zeit des Abganges des Eisenbahnzuges von Bochnia aufzuwecken. Da er aber gerade zu dieser Zeit in einen sanften Schlummer verfiel, so wollte es keiner von Jenen wagen, an dem heiligen Körper ihres providentiellen Oberhauptes zu rütteln, so daß er statt gegen 72 5 Uhr erst um 72 8 Uhr erwachte. Das heißt 3 Stunden später, als gewöhnlich der Zug von Bochnia abgeht. Ein anderer Reisender, der nicht zu den Wundermättnern gehört, würde den Züg um 3 Stunden versäuMt haben; er hingegen als Seher und Wundermann hat, wie seine enthusiastischen Jünger wissen wollen,' ihn nicht versäumt. Im Gegentheil, als er 3 Stunden später von seinem Lager aufftand, befahl er seinem Kutscher, der wie die andern seiner Parteigänger darauf tzeharrte, daß der Zug schon längst abgegangen sein müsse, da et gewöhnlich gegen fünf Uhr früh von Bochnia abgeht, und es doch eine Unmöglichkeit wäre, daß der Zug sich seinetwegen auf irgend einer Station aufgehätten hätte, ihn zur Bochnia-Station zu führen, mit der Behauptung, daß der Zug erst gegen 9 Uhr anlangen würde, wenn ihn nicht der Traum, den er, tbie er vorgab, gehabt habe, trügen sollte. — Freilich hatte dies der Traum, aber Vas mächt. nichts

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