Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 27 (4.7.1865)
- Date
- 1865-07-04
- Page
- Seite 409 (sequence 5)
- Language
- German
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ProvinzDLerhessettr'emgeladen. Bei einem kleinen Mahle - werden dann wie gewöhnlich die Sorgen für einige Stunden verscheucht, die College» bringen eine kleine rEhrengabe nach dem Vermögen ihrer Hand, die bessern iGemeindemitglieder -bezeugen einige Theilnahme: aber! .den Jubilar -selbst -verläßt rder-Gedanke nicht, daß hoch' sein Haar -ergraut, ifeine Kraft -gesunken, .und hieMebel. des -Alters -steigen Hm wie eine -dunkle-Wolke -am Horizont der Zukunft.auf. Es-muß aber-dennoch etwas-Besonderes sein,-was den -jüdischen Lehrern Kurhessens .einen Halt verleiht und .sie -da -festwurzeln läßt, wo her Boden umher fönst .so unergiebig ist. Unverkennbar -ist -es -hier im nächsten Sinne -des -Wortes ihre S.to l l un g. Die definitive Anstellung der Lehrer -ist -in -Kurhessen.seit mehr als einem Vierteljahrhundert eine Thatsachegeworden, .die in -ihrer dortigen Crscheinung ialleiEinwürfe nieder- -fchlägt, die man noch in-andern Ländern dagegen macht. Da haben alle -Gemeinden, bis -auf -die rvon acht ,und 'sechs -Familien herab,, ihre.fest und Weyslänglich angestellten Lehrer. .Die.Regierung ist allerdings auch .der Gemeinde gerecht geworden, denn -sie hat überall -nach den Vermögensverhältnissen derselben die Comhetenz der Lehrerifeftgestellt. Daß dieselbe bei-manchen 'Stellen bis . auf eine unscheinbare..Summe herabsteigt, haben wir vorhin -gesehen. -Aber Viele bringen doch gerne das Opfer der Entsagung und siedeln sich da an, wo sie eine trauliche Heimath finden und in treuer Wirksamkeit mit der Gemeinde verwachsen können. . Wenigstens hat diese bessere Gesinnung dem braven .Lehrergeschlechte in negewohnt, das aus jener Zeit des -Aufschwunges hervorgegangen. Aber die Bildungsstätte .jüdischerSchulmänner in Kurhessen scheint ihren alten-Geist '.nicht - mehr zu haben. Die meisten jungen >Lechte.^welche: sich.noch; dem.Lehrerstande widmen, be-- sstchen: -dasnSemrnar -in /Hannover, oder .irgend eine! andere Bildüngsanstalt. Dadurch -bleiben sie aber,auchgewöhnlich -nach -zurückgelegtem Examen in andern Län-. dern .zurück. Es, wäre darum-gewiß. an der Zeit, d.as jüdische Seminar.in Kassel zu^reorganisiren, und wenn es vorerst auch noK nicht möglich -sein sollte^ es M einem Landesseminar zu machen, ihm doch wieder die erforderlichen Lehrkräfte zu verschaffen. Dem seither geachteten Lehrerstande. des Landes würde dann eiye -würdige Ergänzung.gesichert fein. Die größern Gemeinden hes Landes auch.außer Dassel müssen her Lehrerhifdungsstäste Mehr Aufmerksamkeit undeinregeres AnterMe zuweyden; denn her JnhiffereytHmus hat in der Kasseler Gemeinde eine schreckliche Gestalt angenommen; ha findet man nur.sehr geringe Teilnahme gm. Gottesdienst, geringes Interesse, an dem gedeihen der '.Gemeindeschule and kalte Gleichgiltigkeit gegen ulte -ehrwürdige Institutionen, hie .einst.auch den -Übrigen sGemeinden als Muster dienten. Mill.MN in Kürze -die Mache.dieses .Perfalls erfahren, so hli.cke man aufhie ZusammMsetznyghes.Laädesrabhin.ats,und der-Vor.steherämter.und hauptsächlichguf den Umstand, daß: diese Behörden größLeytheils guf Axe .amtliche Autorität hauen, und ihren -persiststichen Mnfluß Lu wenig -zur Geltung * zu bringen suchen. MtxdemstMen .Buchstaben des Gesetzes lassen sich aber Religions- und GemeindeanZelegenhesten micht auf viele Jahrzehnte im Voraus ^ordnen, -das buchstäbliche Gesetz .befördert oft Ordnung .und Ruhe, aber auch Stillstand und .Tod. Seit der Reorganisation der jüd. -Verhältnisse inKurhessen, also seit 18Z3, ist gewissermaßen ein neues Leben aufgegangen, in das sich Männer wie Wetzlar und Enoch trotz all ihrer beschaulichen und behaglichen Frömmigkeit-nicht hineindenken können; denn ihr chaßidisches Leben wurzelt nicht -mehr >im heutigen Leben, für dieses muß geschafft und gewirkt werden, damit die theilnahmlosen Glieder das weitere Absterben nicht noch vermehren. Mau ehre die Vergangenheit, .man sorge aber für . die Gegenwart undZukunftdesLebens. Eovresponde^nt. Preußen. -Paderborn, im Juni. (Privatmitth.) Wenn vpr '*) Der zwar vielseitig gebildete und tüchtige'Oberlehrer Dr. Leviseur-Hat den besten Willen, aber er allein -ist-nicht-rm.Stande, solche Schullehrer.und Gemeindeführer zu Hilden, wie sie unsere, Zeit erfordert. Sehr unreif für das Seminar kommen die Zöglinge in diese Bildungsanstalt und unreif für das Gemeindeleben ver-- laffenhie-diestlbe, mindestens ein tüchtiger Lehrer-müßte neben p. L. noch angestellt werden. Eorresp o.nd ent.! (Kurzem -in/dieser Zeitung,Mr das, jeden Menschenfreund '. erfreuende Machsthum - -des -Auerhach'schen Waisenhauses zu -Berlin -durch hie.-außerordentliche Vermehrung der Mittel dieser Anstalt berichtet worden, r so gestatten Sie wohl -auch einer kurzen . Mttheilung aus hem 5eben-erschieyenen:.siebenten Jahresbericht. der jüdischen - Waisenexzjchungsanstalt für Pestphalen .and I %