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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-07-04 · Heft 27 (4.7.1865) · p. Seite 408

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 27 (4.7.1865)
Date
1865-07-04
Page
Seite 408 (sequence 4)
Language
German
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-sühü. Mir wachen z. B. -auf die schöne Auseinander- \ rsetzmrg S. 5, -was -dem Hebräer -das Wort 2i> bedeutete, ^aufwsvksam. Predigt, gehalten am,evsten -Lage -des Wochenfestes 5625 (31. Mar 18-65.) in der -Synagoge zu Landsberg a. d. W. von vr. Wilhelm Klemperer, Rabbiner. (Landsberg, Schaeffer & Comp. 1865.) Wir lernen in dieser Predigt einensüngern^ recht tüchtigen Redner kennen, der mit Geist und Gemüth eine schöne Sprache spricht und voll achter Begeisterung .ist. Cs wird chier ,die Thorah nach dem Midrasch mt dem OÄ veriglichen und in .angemessenster Wetse der Vergleich durch- Leführt.— Zwei Reden zur Einweihung der menen Sy- : nagoge in Minden am 2kl. März >18&5 (26. Adar 5625) und beim ersten Hauptgottesdieust in 'derselben am 25. März, ^gehalten von M. Edler, Prediger inMinden, S. Blumen a-u, Prediger in Bielefeld (Minden, 1865, Volkening). Wir können nicht under^, -als.den beiden vorliegenden Predigten unfern voMo-m menen Beifall schenken. .Sie find geh alt-reich, -die rechten theologischen Gedanken unsrer Zeit 'kommen zum lebendigen Ausdruck, und heben sich uns.dem Hintergründe eines ' tiefen Gemüthslebens ab. Bemerkenswerth ist, daß sich .'hierin beide Redner durchaus gleichen. Höchstens tönni ,ten wir den Wunsch ausdrücken, daß die Form ein wenig,knapper gehalten, das Wort etwas gespart worden wäre. In der ersten Rede wird über 2 Mos. 25, 8 die Mage beantwortet:, „Was haben wir durch den Bau dieses Hauses gethan?" Die zweite bespricht auf Veranlassung des vorgelefenen Thorahabschnittes „die Zukunft Israels, die da ist die Zukunft des Menschengeschlechts" über den' Text Secharjah 8, 16. — Erstlingsgaben, dargebracht zum Pfingstfest des Jahres 1865 ,(5625) von Dr. Nathan Schlesinger (Breslau, i - Kern,, 1865). Diese -Erstlingsgaben bestehen. Ln einer! griechischen,„Nänie", einer Kol Nidre- und einer Grab- \ rede und einem Prolog zu meinem ffüysaktigen Trauerspiele; ^die Märtyrer des Glaubens," das -zu Lemberg .1820! .spielen .soll. Wir erkennen gern an, daß sich hier überall ein begabter Geist kundgiebt. Die Sprache ist überall .eine schwursgreiche und erhebende. Aber das Bedürfniß! nach noch weiterer Durchbildung ist ebenso offenbar. In i dem anitgetheilten Gedicht zeigt sich zu viel -Gelehrsam- \ | keit, dagegen keine korrekte Metrik. —- . Zeitungsnachrichten. Deutschlan-. ,; Frankflttt a. M., 16. Juni. (F. P. Z.) Diejenige Packer der Pestgen israelitischen Gemeinde, welche dine Umgestaltung der Gemeindeverfassung im Sinne der Selbstständigkeit- und freien Selbstverwaltung aystrebt, chat in der am 1-4. und 15. d. stattgehabten Wahl zum Gemeinde-Ausschüsse vollständig gesiegt. Gewählt wurden die Herren H. I. Baer, L. I. Beer, B. D o c-t o r, E. Ladenbur-g, vr. jur. S. Maas, I. N achmann, A. Ni^ederhofheim, I. Rütten, I. Stüebel. Im Ganzen stimmten circa 35V Gemeindemit.g'litzder. Bon der ArHessischen Grenze, im Juni. (Pridcümitth.) In nnserm Nachbackande Kurhessen würden solche 'sünfundzwanzigjährige Ehrentage in der letzten Zeit -schon oft gefeiert, weil seit der Emanzipation; der Juden daselbst und der 'Ordnung ihrer Schulverhältnisse/ besonders aber seit der Gründung ihres Seminars durch den unvergeßlichen vr. Büdinger eben ein Zeitraum verflossen, nach welchem solche Feste eintreten können. Keines aber wird den Eontrast zwischen wahrem Verdienste und geringer Belohnung desselben mehr veranschaulichen, als dasjenige, welches der Lehrer Hahn in Holzhausen, einem Oertchen ln der Nähe voü Marburg, am '25. Juni begeht. Fünfundzwanzig' Jahre steht er an diesem Tage in einer und derselben Gemeinde; Väter und Söhne bildete er in denselben Räumen -heran. Dabei denke man an keine glänzende Einnahme, die ihn-hätte so lange fesseln - können^ 200 rhein. Gulden mußten Jcchv für Jahr dpn Unterhalt für eine ganze Familie -abgeben-- und .erftiwd^ckWD Zeit war die Gemeinde zu einer getingen ZülaWM bewegen. Wie wenig aber äußere Bedrückung die'Berusstreue dieses-Mannes schwächen konnte, bezeugt die Liebe, die zx nicht allein auf die Schule übertrügsondern auch in seinen Schülern für das Lehrfach erwecken wußte. So ergab sich denn das seltene Beispiel, daß innerhalb dieser Zeit 2 Theologen und 4 Lehrer aus einer kleinen Landgemeinde hervorgingen, die im Bewußtsein der nachhaltigen Vorbildung, die sie erlangt, die Wohlthaten dieses Mannes nie vergessen werden. Zu seinem Ehrentage stnd sämmtliche jüdische Lehrer der

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