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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-06-27 · Heft 26 (27.6.1865) · p. Seite 400

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 26 (27.6.1865)
Date
1865-06-27
Page
Seite 400 (sequence 12)
Language
German
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400 vorigen Jahres ihrem Prediger, Herrn Philipp Bender, ihre Zufriedenheit für bewährte Dienste durch Ueberreichung einer Adresse und eines kostbaren Silberservice'S ausgedrückt. DaS Andenken des unvergeßlichen David Sassoon in Bombay ward in mehreren Synagogen Englands durch Gedächtnißreden geehrt. Zu Manchester geschah dies im Febr. durch einen wirksamen Vortrag von vr. Gottheit. - In London besteht eine israelitisch-literarische Gesellschaft, unter dem Namen: Lussex Jewish literary Club, der seinen Sitz im Stadttheile Finsbury hat und auch im verwichenen Winter eine recht erfreuliche Thätigkeit entfaltete. Vorlesungen hielten dortselbst u. A. die Herren Jakob Gundalla, über den elektrischen Telegraphen, und S. de Sola, Prediger der portugiesischen Gemeinde, „über Charles Dickens als Humoristen und Satiriker." — An dem Werke öffentlicher Belehrung durch Vorträge u. dgl. haben sich in der verflossenen Saison mehre Israeliten ehrenvoll betheiligt. Der rühmlichst bekannte D. W. Marks, Prediger an der Margareth-Street-Synagoge und Professor an der Londoner Universität, hat am 24. April einen mit vielem Beifall aufgenommenen Vortrag über den Samaritanischen Pentateuch in dem Literary Institute zu Marylebone, einer Vorstadt Londons, gehalten. — Der sprachgelehrte Herr A. Löwy, zweiter Prediger an der Synagoge in Margaretli-Street, las im März, im Anglo biblical institute zu London über die im 1. Psalm enthaltenen hebräischen Synonymen. Wir ergreifen gern diesen Anlaß, um auf Herrn Löwy als einen der tüchtigsten und gediegensten Mitglieder der jüdischen Geistlichkeit in London hinzuweisen. Aus dem österreichischen Schlesien gebürtig, genießt derselbe als wackerer Vertreter deutscher Wissenschaft in der Weltstadt einen ganz besonderen Titel auf unsere Aufmerksamkeit. — lieber' die Geschichte der Oper gab Charles Salaman ebenfalls im Marylebone Institute, einen Cyktus von drei Vorlesungen, die im März beschlossen wurden und von der Kritik sehr günstig ausgenommen wurden. Herr S. gilt nicht nur als musikalischer Theoretiker, sondern auch als praktischer Pianist für eine sehr fähige Kraft. — . Ein anderer ausgezeichneter Pianist, HerrHartwigson, ebenfalls ein Glaubensgenosse, genießt der Auszeichnung, der Prinzessin von Wales Unterricht im Piano zu ertheilen. Von literarischen Erscheinungen haben wir folgende zu verzeichnen. — Die Monatsschrift: „Good words“ enthält im Novemberheft v. I. einen ganz vorzüglichen Aufsatz: the London jews—„über die Londoner Juden" — von William Gilbert., Ungeachtet einzelner Auswüchse und Unrichtigkeiten können wir diesen Aufsatz als ein Muster besonnener, vorurtheilsfreier und milder Auffassung, sowie durchsichtig klarer Darstellung bezeichnen. Gegenüber dem leichtfertigen und anmaßlichen Ton, welchen die periodische Literatur Englands, die Magazine (nicht die Tagesblätter), besonders die von der freieren Richtung geleiteten, seit einiger Zeit gegen Juden und Judenthum annehmen, wirkt diese Abhandlung des Herrn Gilbert nach Form und Inhalt gleich wohlthätig und wird ihres heilsamen Einflusses gewiß nicht verfehlen. Wir haben es da mit einer culturgeschichtlichen Arbeit von Werth zu thun, welche verdiente, den deutschen Lesern durch Uebersetzung nahe gebracht zu werden. — Ein eigenthümliches Opus ist: „Ancient biblical chronograms or a discovery of the chronological use of the majuscular letters occurring in the text of the hebrew scriptures, being a paper read before the Chronological Institute of London, 4. Oct. 1864 by William Henry Black, president of the Institute.“ (d. h.: Ueber alte biblische Chronogramme oder die Entdeckung des chronologischen Werthes der im hebräischen Bibeltexte vorkommenden groß geschriebenen Buchstaben; Vorlesung gehalten im chronologischen Institute zu London, am 4. Okt. 1864 von W. H. Black, Präsidenten des Instituts.") Der Verfasser erblickt in den rvnrm*) nvmN der Massora die Abfassungszeit des bezüglichen Buches der Bibel und sucht seine Grille durch ein Beispiel aus Esther zu unterstützen. — Zu den vielen Widerlegungsschriften gegen den Bischof Co len so, die bereits eine Literatur für sich bilden, ist eine hinzugekommene: „A Jewish reply to Dr. Colenso’s crilicism on the Pentateuch, issued by the Jewish associalion for the diffusion of religious knowledge, London 1865, Trübner & Comp. (d. h.: eine jüdische Erwiederung auf vr. Eolenso's Kritik des Pentateuch, herausgegeben von der jüdischen Gesellschaft zur Verbreitung religiöser Erkenntniß." Das Buch ist mir nicht zu Gesichte gekommen; dagegen kenneich vr. Benisch's Schrift über denselben Gegenstand,

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