Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 26 (27.6.1865)
- Date
- 1865-06-27
- Page
- Seite 401 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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die im vorigen Jahre erschienen, als eine maßvolle, scharfsinnige, wenn gleich nicht tief eingehende Arbeit. — Bekanntlich war Dr. Colenso, Bischof zu Natal in Westafrika, von einer Synode, die in der Capftadt unter Vorsitz des dortigen Bischofs, Dr. Gray, gehalten worden, wegen der in seinem Buche ausgesprochenen Zweifel und freien Meinungen zum Verluste seines Bischofssitzes verurtheilt worden. Der Verurtheitte aber appellirte an den geheimen Rath der Königin (privy council), die höchste Behörde in solchen Dingen, vor welcher denn auch der Proceß im Dez. v. I. zur Verhandlung kam. Am 20. März nun hat der Lordkanzler sein Urtheil in der Sache abgegeben, dahin lautend, daß das Verfahren des Bischofs Gray null und nichtig sei und Colenso sein Bisthum weiter besitzen könne, indem nur dem Souverain, als höchstem Oberhaupt der Kirche, keinem Prälaten aber, selbst nicht dem Erzbischof von Canterbury, eine solche Entscheidung zustehe. Es ist dies das zweite mal seit wenigen Jahren, daß diese hohe Behörde Gelegenheit hatte, den überspannten Forderungen der Hierarchie eine Schranke zu setzen und so mittelbar der Duldung und Denkfreiheit einen wesentlichen Dienst zu leisten. Die vorhergegangene Entscheidung betraf den Prozeß des berühmten Buches: „Essays and reviews.“, Zwei der Verfasser dieses Werkes waren verurtheilt worden, ihre Pfründen für einige Zeiten zu verlieren; der geheime Rath aber cassirte dies Urtheil und sprach die Angeklagten völlig frei. Man kann sich über diese Resultate im Interesse der Geistes-' und Glaubensfreiheit nur innig freuen; allein in Theilnahme für Colenso selbst kann sich unsere Freude niemals verwandeln. Man kann über diesen jüngsten wie leichtfertigsten Angreifer der Bibel nicht leicht zu streng urtheilen. Er, welcher die Autorität der Schrift nicht der Wahrheit, sondern seiner eigenen Befangenheit zum Opfer bringt, sollte nicht mit den großen Gedankenhelden der Vergangenheit und Gegenwart verwechselt werden. Nur Eitelkeit, unreife Uebereilung und Unwissenheit sind es, die uns aus seinen geschwätzigen Bänden entgegentreten. Soeben ist Jakob ben Chajim's Einleitung in die rabbinische Bibel^ nebst einer englischen Uebersetzung und Anmerkungen von Dr. Chr. D. Ginsbug, London, bei Longman & Comp., erschienen. — Ferner erschien von einem Herrn Maddey eine Geschichte des jüdischen Münzwesens (lnstory ol Jewish coinage). — A «; c» ge«. Ein tüchtiger Lehrer, der neben den Elementargegenständen auch franz. und engl, ertheilen kann, wird gesucht. Gehalt fl. 300 bei frei Kost und Logis.. Franco- Offerten besorgt die Expedition des Blattes unter Chiffre Für Elementarlehrer oder Lehrer des höheren Schulamtes. Durch den Austritt eines Lehrers, der zu seiner weiteren Fortbildung die Universität bezieht, wird im Herbste d. I. an meinem, von Schülern der verschiedenen Confessionen des In- und Auslandes besuchten Handels- Institute eine Stelle vakant, mit welcher bei freier Station und nicht unbedeutenden Nebeneinkünften ein Gehalt von 180 Thlr. pro Jahr verbunden ist. Qualificirte Bewerber, welche den Unterricht im Deutschen, Rechnen, den Anfangsgründen der franz. und womöglich auch der engl. Sprache, sowie in den Realien zu ertheilen im Stande sind, wollen ihre Offerten nebst Zeugnissen an mich gelangen laffen. Die Stelle ist eine dauernde und wenn der sich Meldende befähigt ist, die Zöglinge in Geschichte, Geographie und Mathematik für das Examen der einjährigen Freiwilligen vorzubereiten, um so einträglicher. Cöln, im Juni 1865. I. Ochs, Vorsteher. Die im vorigen Jahre ausgeschriebene Vakanz des hiesigen Cantor- und Schächterpostens ist noch nicht besetzt. Cantoren strengmoralischen und sittlichen Lebenswandels, die im Besitz einer schönen Stimme sind, derartig musikalische Bildung haben, um ein Chor heranbilden zu können, ebenso ein guter Schochet und Balkore sein muß, wollen ihre Zeugnisse in' Abschrift an unseren Vorsitzenden Herrn I. Münzer einreichen. Wir haben den Gehalt incl. Nebeneinkünften auf 600 Thlr. Pr. Cour, erhöht. Oppeln, den 12. Juni 1865. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Verlangt! Bei der Gemeinde Schaar Hashomajim New-Iork, Bereinigte Staaten Nord-Amerika's ein Rab^ biner. Die Gemeinde besitzt eine Orgel, hat Familiensitze in ihrer Synagoge eingerichtet und ist zu Reform geneigt. Salair 2500 Dollars pr. Annum, für fünf Iah re. Näheres zu erfragen bei H. Gckstein, Präsident. 97 First Avenue. Zum 22. August oder später, wird ein qualificirter Religions- und Elementarlehrer, Vorsänger und Schächter, für die hiesige israelitische Gemeinde gesucht. Derselbe erhält ein Salair von 200 Thlr., nebst freier Wohnung und Heizung. Offerten und Zeugnisse werden franco erbeten. Bösingfeld, in Lippe-Detmold. M Frankenstein, Vorstand.