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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-06-20 · Heft 25 (20.6.1865) · p. Seite 384

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 25 (20.6.1865)
Date
1865-06-20
Page
Seite 384 (sequence 12)
Language
German
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Wirksamkeit war einzig und Mein der Ausfluß seines an- Menschenliebe so reichen Herzens." St. Petersburg, im Juni. Die „Zeitung von St. Petersburg" prüft die Erfolge, welche die zum Zwecke der Verbreitung von Bildung unter den Juden errichtete Gesellschaft erlangt hat. Diese Gesellschaft, erst kürzlich gestiftet, bestand am. Ende des Jahres 1864 aus 175, Mitgliedern, die in St..Petersburg, Moskau, Kieff, Kischenieff u.s.w. wohnen Ihre Einkünfte haben für das Budget von 1864 die Summe von 10,000 Rubeln, überstiegen.; ihre Ausgaben,. die zum. größten. Theile in Geldunterstützungen für bedürftige- Studirende bestehen., habendie Zahl von . 4,500 Rubeln erreicht. Die GesMchaft hat mit der Ernennung von drei Commissionen ihre Arbeiten begonnen'. Die erste dieser Commissionen beschäftigt sich mit dem. Ayfis.ucheui von Werken, welche dazu beizutragen vermögen,, nützliche Kenntnisse unter den Israeliten zu verbreiten. Die zweiteprüft die Projekte zur Hebung der Schulen der Hebräer. . Die dritte Commission beschäftigt sich mit der Veröffentlichung verschiedener Schriften., die im Einklang mit dem angestrebten Zwecke stehen. Wann diese Gesellschaft, schließt die „Zeitung", dahingelangte.,, auch nur einen- Theil desvon ihren Gründern aufgeftelltewPlanes zu verwirklichen, so würde sie nicht'allein, der Mittelpunkt des civilisirten Therles der russischen Israeliten werden, sondern sie würde sich, auch die: Achtung und Dankbarkeit jedes aufgeklärten: Russen: verdient haben. — Die Nothwendigkeit, den Hebräern den Zugang zu den Universitäten zu erleichtern, wird von der russischen- Regierung anerkannt, wie die „Zeitung des Ministeriums für öffentlichen Unterricht" ankündigt. Eine Summe von 25,000 Rubeln wurde für diesen Zweck angewiesen. Man wird daraus Unterstützungsantheile für die bedürftigsten, hebräischen Studirenden bildem Die „Moskauer Zeitung" beschäftigt sich ihrerseits mit der Hebräerfrage. Indem, sie von der Ent-. Wickelung, spricht, welche die russische- Nationalität in denwestlichen Provinzen des? Reiches nimmt, bemerktdie „Moskauer Zeitung", daß sich die Ausbreitung, des russischen Elementes m der That auf die ländliche Bevölkerung beschränkte. Es» ist für einen Landmann sehr schwer, Bürger oder großer Besitzer zu werden, weil die Juden fast alle kommerziellen Hilfsquellen in ihren Händen haben. Hierin liegt der Grund, weshalb in unfern westlichen Städten die russische Nationalität, der russische Handel und das russische Leben sich nicht festzusetzen vermögen. - Es ist wahr: die Juden werden aus eigenem Antriebe Nichts gegen die Einheit des Reiches unternehmen, aber es istunangenehm, zu sehen, daß Rußland Nichts als Gleichgültigkeit von einer Ctasse erwarten kann, die alle pekuniären, kommerziellen und industriellen Hülfsmittel des Ländes, in dem siezahlreich verbreitet ist, besitzt. Uebrigens, ruft die „Moskauer Zeitung" aus, herrschte doch bei ihnen nichts' Andres als Gleichgültigkeit! Wir wissen, daß die revolutionäre polnische Regierung Alles gethan hat, um die Juden an der Trennung der westlichen Provinzen vom Reiche zu interesfiren. Sie hat sie in die Empörung hineingezogen und hat sich beeilv, ihnen alle bürgerlichen Rechte zu bewilligen, während Rußland fortfuhr, sie als Fremdezu betrachten: Das Resultat dieser Politik war, daß die Juden zu den Polen übergingen, so daß die-Russen sie nicht einmal zu Spionen benutzen konnten. Um diesem Stand der Dinge abzuhelfen, schlägt die „Moskauer Zeitung" folgende beide Mittel vor. 1) Den jüdischen Kaufleuten der zweiten Klasse, die einige Jahre hindurch? ihre Steuern bezahlt haben, müßte die Bewilligung, im Innern Rußlands zu wohnen, ertheilt werden. . 2) : Den. andern Juden müßte man — selbst durch leichte Gelduntevstützungen —die Mittel gewähren, die Provinzen von Sibirien zu kolvnisiren, besonders das neu erworbene Türkestan, wo ihre Intelligenz von großem Nutzen sein könnte. Bemerkung der Redaktion der ffc Z. b. I. Wir theilen die obigen Notizen ausder seit dem 1. Juni zu Brüssel und Paris erscheinendem Zeitschrift J'6cho de la presse russe“ szum Theil in französischer, zum andern, Theil in russischer Sprache)- mit, können aber das Raisonnement der „Moskauer Zeitung" nicht ohne einige Bernerkungen lassen. Sie giebt selbst zu, daß Rußland die Judeu in den westlichen Provinzen bis jetzt als- Fremde betrachtet, undsie noch viel schlimmer als Fremde behandelt hat: Denn' der Fremde steht

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