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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-06-13 · Heft 24 (13.6.1865) · p. Seite 367

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 24 (13.6.1865)
Date
1865-06-13
Page
Seite 367 (sequence 11)
Language
German
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und seiner Namensaufschrist versehen sein müssen. Es gibt Leute, welche in dem Verschweigen des verlangten Beilegens der Legitimationsscheine eine Absicht sehen, welche ^diesen Vorgang mit ganz besonderen Namen bezeichnen wollen und — sie dürsten vielleicht nicht ganz Unrecht Haben." Prag, Ende Mai. (Privatmitth.) Die Hälfte der Cultusvertreter mußte dem Statut gemäß neugewählt werden. Die Aüsscheidenden sind wieder wählbar. Wiedergewählt wurden: der vormalige Präses, Hr. E. Wehli, Hr. Dr. Gitschin, Hr. Adolf Schwab, Hr. Leop. Edler v. Portheim, Hr. Kopp. Lieben, Hr. Dr. Wien; neugewählt wurden die Herren Dr. Bendiner, Schütz und Singer. Die Wahl ist im Allgemeinen eine befriedigende. Freilich soll es, namentlich im dritten Wahlkörper, an Agitation nicht gefehlt haben; allein das Resultat ist kein verfehltes, nur hätte Hr. Osers und Hr. Wahle in der Repräsentanz nicht fehlen sollen. Trösten wir uns indessen damit, daß beide Herren Ersatzmänner sind. Tarnopol, 29. Mai. (N. fr. Pr.) Am 23. d. M. wurde unsere Stadt von einem Brande heimgesucht, wie an einen solchen hier die ältesten Leute sich nicht erinnern können. Bei der unzulänglichen Beschaffenheit unserer städtischen Löschrequisiten (von den vier Spritzen trägt eine kaum bis zum zweiten Stockwerke) hat man es nur der Hilfe und dem ausgezeichneten Benehmen des k. k. Militärs und der muthigen, keine Gefahr scheuenden jüdischen Bevölkerung zu verdanken, daß nicht die ganze Stadt ein Raub der Flammen wurde. Diesem gegenüber mochte wohl in seltsam greller Weise die Teilnahmslosigkeit der Vorstadtbauern abstechen; denn während der ganzen Dauer des Brandes, eines Zeitraums von beinahe 24 Stunden, sah man keine dieser stämmigen Gestalten, von denen man doch mit Fug und Recht das Meiste erwarten sollte, Jemanden zu Hilfe eilen. Es' mußte dies umsomehr ein fast schmerzliches Erstaunen erregen, als bei oft vorkommenden Bränden in der Vorstadt der Jude zu helfen bemüht ist, um Hab und Gut des Bauern in Sicherheit zu bringen. Frankreich. Paris, im Mai. Die eingeborenen Israeliten Algeriens haben in Adressen an den Kaiser Napoleon Hl. um die Naturalistrung, äHEranzosen'gebeten/ Der Kaiser hat ihnen verheißen // diesen Akt möglichst zu beschleunigen. . ' Dänemark. Kopenhagen, 14. Mai. (Privatmitth.) Herr Dr. M. Mielziner, bisheriger Oberlehrer an der Religionsschule der hies. Gemeinde, hat die Berufung als Rabbiner der Gemeinde Ansche Chesed zu New-Iork erhalten und angenommen, und wird im August nach seinem neuen Bestimmungsorte sich begeben. Die dadurch vakante Stelle wird für die Wiederbesetzung einige Schwierigkeiten bieten, da die Kenntniß der dänischen Sprache unentbehrlich ist. — Die erwähnte Religionsschule hielt im vorigen Monat ihre jährliche Prüfungsfeierlichkeit. Bei derselben hielt der Oberrabbiner Dr. Wolfs und Dr. Mielziner Reden. Die des Letztern hatte Lur Ueberschrift: '„Wer ist Bürge für Erhaltung der Gotteslehre?" und zeigt mit Anknüpfung an eine Midraschstelle die Nothwendigkeit von Religionsschulen zur Erhaltung unseres Glaubens. Herr Dr. Wolff beantwortet in seiner Rede die Frage: „Was hat unsere Religionsschule in ihrem 12 jährigen Bestehen geleistet?" Zum Schlüsse fordert er darin die Gemeindemitglieder auf, zur Sicherstellung dieser Schule Legate zu stiften. Der lebhafte Eindruck, welchen diese zwei Reden auf alle Zuhörer gemacht, hat die Direction veranlaßt, sie in Druck erscheinen zu lassen. Die erwähnte Aufforderung hat auch bereits sichtbare Erfolge gehabt, indem einer der Anwesenden sofort die Schule mit einem Legate von 200 Thlr. bedacht hat. Rußland. Riga, im Mai. (Privatmitth.) Wenn nach den Erfahrungen in den verschiedenen Ländern ein lebhafter, freilich nicht selten mit böswilligen Waffen geführter Streit über die Gleichstellung der Juden ein Symptom naher Verbesserung in der Lage unv Stellung unsrer Glaubensgenossen ist, so haben wir gegenwärtig das Recht, starke Hoffnungen zu nähren. Denn in der That erscheinen gegenwärtig in vielen russischen Zeitungen immerfort Angriffe und Abwehr, Beschuldigung und Vertheidigung, Artikel pro und contra, in buntem Wech-

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