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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-06-13 · Heft 24 (13.6.1865) · p. Seite 366

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 24 (13.6.1865)
Date
1865-06-13
Page
Seite 366 (sequence 10)
Language
German
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b; Bl. aus Ems' mitgeth eilten Auslassung des Nassauer Schulblattes, mögen folgende Worte des Herrn Seminärdirektors Wilhelm 'Thilo hier bei Gelegenheit einer Besprechung über die öffentliche Prüfung der Religionsschule der hiesigen Mischen Gemeinde am 26. März e. dienen. In der Nr. 14 der vop ihm in Gemeinschaft mit dem Herrn Direktor des hiesigen Friedrichs-Werderschen Gymnasii, vr. Eduard Bonnell, und dem Herrn Stadtschulrath Moritz Fürbringer redigirten „Berliner Blätter für Schule und Erziehung" spricht er sich folgendermaßen aus: „Die Prüfung fand in dem schönen Lokale der Gesellschaft der Freunde Statt, hatte eine sachgemäße Anordnung, welche sich theils an der Auswahl des aus dem Stufengange vorzuführenden Stoffes, der bei aller Gleichmäßigkeit doch nach verschiedenen Seiten in Betrachtung gegeben wurde, theils in der Aufeinanderfolge derselben leicht erkennen ließ. Der Verlauf der Prüfung war ein dem ernsten Gegenstände, welchem er galt, ganz entsprechender; das Ergebniß, so weit wir es zu beurtheilen vermögen, ein ganz achtungswerthes. — Ich habe mit großer Befriedigung einem Theile der Prüfung beigewohnt, ja mich darüber freuen können, daß so viele Familien der jüdischen Gemeinde ihre Religion so werth halten, daß sie für die Unterweisung ihrer Kinder in den religiösen Geschichten und Satzungen ihrer Väter so bedeutende Opfer zu bringen sich nicht scheuen, wie hier jedenfalls nöthig werden. — Wie leicht dagegen ist es christlichen Eltern gemacht, ihre Kinder in dem Glauben ihrer Väter, wenn nicht erziehen, so doch, wie hier, unterrichten zu lassen. In den öffentlichen Prüfungen unserer Schulen, zumal in denen der Gelehrsamkeit, tritt die Prüfung in den Religionserkenntnissen nicht nur gegen andere Lehrgegenstände zurück: sie fällt über ganz anderen Dingen, welche dem Anschein nach, für wichtiger gehalten werden, ganz aus! — Liebe Brüder, es sollte nicht also sein; lasset ,uns in diesem Stücke, in dem Werth-, Hoch- und Heilighalten des Glaubens, den wir überkommen haben, — lernen, wie in so manchen andern Stücken, von den — Juden." Am 4. d. Mts. veranstaltete der Talmud-Torah- und Schulvorstand der hiesigen jüdischen Gemeinde in der Haupt-Synagoge hier die feierliche Einsegnung der Zöglinge, die den Cursus der Religionsschule HHolvirt haben. Die Feier, die unter der Leitung des Dirigenten, Hrn. vr. Rosin, vollzogen wurde, entsprach dem heiligen Acte im vollkommensten Maße, und ward durch die tact- ,und würdevolle Ansprache des Herrn Dirigenten an die Confirmanden noch mehr gehoben. ch. Oesterreichischer Kaiserstaat. Prag, 25. Mai. Die „N. fr. Pr." entwirft ein mindestens sehr sonderbares Gemälde von den hier stattgefunden haben sollenden Umtrieben bei der Wahl der Gemeinderepräsentanz, das wir unfern Lesern nicht vorenthalten dürfen. Ist es in seinen Hauptzügen wahr, so zeigt sich Prag im Gegensatz zu den vielen Gemeinden, in welchen die Repräsentantenwahl nur eine sehr geringe Betheiligung findet, nur daß die angewandten Mittel sehr verwerflich sind. Es heißt: „Wer sich heute die Mühe nehmen wollte, konnte den Mikrokosmus einer Wahlagitation mit seiner reichsten Blüthe sehen. Die statutarischen Ergänzungswahlen in die hiesige israelitische Cultus-Repräsentanz haben heute mit dem dritten Wahlkörper begonnen; daß die Wahl eine wohlerwogene, ja vorsichtige sein müsse, ist hier auseinanderzusetzen nicht der Platz. Es wäre gar nicht unzweckmäßig gewesen, wenn, wie in der Residenz, in Wählerversammlungen die vorgeschlagenen Candidaten ihr Programm bekanntgegeben hätten, allein dazu sind die letzteren theils zu wenig muthig, theils zu talentlos oder unwissend; dafür aber war heute ein eigenes Vorwahlbureau im Caft Lederer eröffnet, wurden von Helfern und Helfershelfern die Wähler aufgefordert, für diesen oder jenen Candidaten zu stimmen, manchem Wähler wurde dazu der Wahlzettel abgerungen, manchem abgeschwatzt und manchem — wie man uns mitgetheilt — äbgekauft, und es wäre einer Partei sehr leicht geworden, ihre sich vor dem Wahltage in des Wortes engerer Bedeutung zugesicherten Wahlzettel in einem Korbe auf das Josephstädter Rathhaus zu bringen, wo der Wahlact stattgefunden, und es hätte diese Partei mit ihren Candidalen durchdringen müssen, wenn die Wahlcommission nicht jedem eingeschickten Wahlzettel auch den Legitimationsschein des Wählers beigelegt wissen wollte, wovon aber den Wählern in keiner Beziehung im vorhinein etwas zur Kenntniß gekommen, da es nur einfach hieß, daß eingefchickte Wahlzettel in einen Umschlag eingelegt, mit. dem eigenen Siegel des Wählers

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