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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-06-13 · Heft 24 (13.6.1865) · p. Seite 365

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 24 (13.6.1865)
Date
1865-06-13
Page
Seite 365 (sequence 9)
Language
German
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FWDW '^u 1 MNA in der qu. AngelegMheitr ein äußerst humanes gewesen. Von ihr soll die betr. Mutterals sie sich vor drittchalb Jahren wegen. Aufnahme ihres Endes in das'Sonnenburger Ordens-Krankenhaus petitionirend hierher wandte, in wohlwollendster Weise auf die ärgerlichen Folgen aufmerksam gemacht worden sein, welche dm nicht zu verhütenden Beeinflussungen der frommen Diakonissinen für die, ihrer Pflege anvertraute kranke Jüdin dereinst haben könnte». — Wenn dem wirklich so war — und wir haben gar keinen Grund, daran zu zweifeln, — so wird Jeder selber einsehen, in wie hohem Grade die so unbedachtsame Mutter zu tadeln. — Was indessen das eben Vorgefallene betrifft, so haben wir auch einen hierauf bezüglichen Brief des Sonnenburger Gemeindevorstandes an den hiesigen Banquier Herrn I. M. Mende gelesen, und müssen schließlich noch bemerken, daß letztgenannter Herr, — wie schon in vielen Angelegenheiten ähnlicher Art — es auch Ln dieser Sache an sprechenden Beweisen seines Edelsinns und seiner hochherzigen Nächstenliebe nicht hat fehlen lassen. Breslau, 19. Mai. (Privatmitth.) Nach Königsberg in Preußen ist. als Rabbiner und Prediger der Br. Bamberger von hier berufen worden, und wurde demselben von mehreren hiesigen Gelehrten und achtbaren Mitgliedern der hiesigen Gemeinde zum Abschiede ein feierliches Festessen bereitet, da der vr. B. sich um den hiesigen „Verein für Wissenschaft des Judenthums" sehr verdient gemacht. Schwersenz, im Mai. (Privatmitth.) Bor Kurzem hielt ein Mitglied der Missionsgesellschaft in Berlin in der hiesigen evangelischen Kirche eine Predigt, die den Zweck hatte, eine „arme Judenseele" dem Christenthume zu gewinnen. Charakteristisch ist die Ärt und Weise, wie diese Leute jetzt ihr Bekehrungsgeschäst'betreiben. Während'^früher ein Reisender zu genügen oder auch nicht zu genügen schien, reisen jetzt zwei zusammen, Der Eine scheint nur zum Predigen bestimmt, während dem Anderen nicht nur das Geschäft obliegt, die bevorstehende Predigt zu einem möglichst zahlreichen Besuche anzukündigen, sondern — und das ist die Hauptsache — nach derselben umherzuspähen, welchen Eindruck etwa die Predigt seines Collegen hervorgebracht. Er sucht aus öffentlichen Plätzen Juden Ms, um sich mit ihnen in einen religiösen Disput einzulaffen, und stattet, auch in manchen Häusern Besuche 'ab. Dw gedruckten Hefte, die mau zuverbreiten sucht, enthalten größenthM Schmähungen gegen theologische Autoritäten, im JudenHum. Hauptsächlich scheinen Sie, verehrter Herr Rabbiner, jenen Leuten ein gewaltiger. Dorn im Auge. zu sein \ denn in einem Hefte wird Ihnen fast auf jeder Seite an ein Dutzend Mal die Ehre zu Theil, zm» Aerger der ganzen Mlssionsgesellschaft f citirt zu werden.*) Ohne uns weiter über das Resultatlose der Unternehmungen dieser Glückseligmacher, welche jährlich so ungeheure Summen, die zu edleren Zwecken verwendet werden könnte», verschlingen, näher auszulassen, so können wir den beiden Missionären mit Bestimmtheit sage»,, daß sie für ihr Geschäft in unserer Provinz einen sehr schlechten Boden finden.. Vor 21/2 Jahren wurde hier ei» jüdischer Darlehnsverein gegründet. Von welch erfreulicher Wirksamkeit sich dieser, der immer im Zunehmen ist, zeigt, entnehmen wir aus dem letzten Jahresbericht, Es wurden im verflossenen Jahre in ca. 109 Darlehen gegen 3000 Thlr. verliehen. Möge dieser Verein, dessen^ segensreiches Wirken nicht zu verkennen ist, immer mehr an Ausdehnung gewinnen und auch vielseitige Nachahmung finden. Berlin, im Juni. (Privatmitth.) In der Motivirung des Umstandes, daß der hiesige Gemeindevorf stand die Wahl des Hrn. Br. Güdemann hat fallen lassen, hat Referent von hier in der Nr, 18 b, Bl. wohl seine eigenen Gedanken vprwaltev lassen? Denn da die Gemeinde-Repräsentanten keine Einzelwahl vorgenommen, sondern sich von vornherein ausdrücklich ausbedungen hatten, daß keine Theilnng der Wahlen vorgenommen werden dürfe, daß also hie Dyppelwghl entweder ganz aufrecht zu erhalten sei, oder aber im Ganzen zurückgewiesen werden müßte: so ist es selbstverständlich, daß die Wqhl ungiftig ward, sobald dje Ablehnung des Br. Joel erfolgte, — Noch verlautet Nichts darüber, wann zu einer Neuwahl geschritten werden soll. Als ein erfreuliches Gegenstück zu der in Nr.» 21 *) Wir sind ftzr diese Ehre nicht empfindlich; doch wünschten wir, unser gesch. Korrespondent LbersenMr uns ein Exemplar. Redqktiyp.d . ' 24

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