Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 23 (6.6.1865)
- Date
- 1865-06-06
- Page
- Seite 353 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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353 zahlen. Wir legen besonderes Gewicht darauf, daß es bis jetzt meistens israelitische Manufacturwaarenhändler aus Nord-Carolina, Georgia rc. sind, welche sich in dieser Weise ehrenvoll auszeichnen." Australien. Wellington, im März. Herr Samuel, ehemals Verwalter der Finanzen in der englischen Colonie von Neu-Süd-Wales, ist zum Mitglied des gesetzgebenden Körpers als Deputirter von Wellington mit großer Stimmenmehrheit ernannt worden. Diese Wahl ist nicht ohne starke Opposition von Seiten eines römischkatholischen Priesters vor sich gegangen, die sich auf religiöse Motive stützte. H. Samuel antwortete ihm Folgendes: „Wähler von Wellington und christliche Freunde, ich frage alle meine Gefährten seit zwanzig Jahren, ob ich jemals, wenn in diesem Distrikt irgend ein Beamter anzustellen war, irgend eine Einwendung in Betreff der Verschiedenheit seiner Religion von der weinigen erhoben habe? Habe ich nicht alle Glaubensmeinungen gleicherweise geachtet? Kann man mir einen einzigen Akt der Intoleranz vorwerfen? Ich glaube demnach, daß das, was heute sich uns darstellt, ohne Beispiel in der Geschichte dieser Gegend ist, nämlich daß ein Priester der Religion in die politische Arena heruntersteigt. Vom Beginne meiner Candidatur an, wurde ich durch anonyme Angriffe verfolgt: die Maske ist endlich gefallen: sie ist die des Paters Woolfrey. Ich habe nicht H. Martin, meinen Concurrenten, zu besiegen, sondern mit diesem „Ehrwürdigen" zu kämpfen, indem ich aus mein Banner: „Bürgerliche und religiöse Freiheit" schreibe. Der P. Woolfrey hat in wenig angemessenen Ausdrücken von meiner Religion gesprochen, aber vergißt er, daß derjenige, den er für den größten Gesetzgeber hält, der Gründer des Christenthums, ein Jude gewesen ist, und daß seine ganze Religion auf dem Judenthume 'aufgebaut ist? . . . Die Juden sind im englischen Parlament zugelassen, und einer von ihnen ist jüngst für Sydney gewählt worden: ich denke also nicht, daß mein Glaube ein großes Hinderniß für Eure Wahl sein kann, noch daß Ihr Euch von der Unduldsamkeit meines Gegners beherrschen lasset. Es ist vielmehr ein Triumph für die christlichen Principien, wie ich es ansehe, daß Juden und Christen sich in der Gesetzgebung die Hand reichen." . Anzeigen. Vakante Lehrer-, Borbeter- «. Schächterstelle, die sofort zu besetzen, mit einem fixen Gehalte von f. 200, für Heizung f. 10, in Aussicht stehende Emolumente f. 50. Bewerber wollen sich wenden an Emanuel Guthwann in Hamm, Kreis Worms. Verlangt! Bei der Gemeinde Schaar Hashomajim New-Hork, Vereinigte Staaten Nord-Amerika's ein Rabbiner. Die Gemeinde besitzt eine Orgel, hat Familienfitze in ihrer Synagoge eingerichtet und ist zu Reform geneigt. Salair 2500 Dollars pr. Annum, für fünf Jahre. Näheres zu erfragen bei H. Eckstein, Präsident. 97 First Avenue. Die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schächters ist zum 1. October e. in hiesiger Gemeinde zu besetzen. Das Gehalt beträgt einschließlich der Wohnungsmiethe 2 50 Thlr., und ist noch auf 5 0 Thlr. Nebeneinkünfte zu rechnen. Befähigte Bewerber wollen sich melden bei dem Vorstände der Synagogen-Gemeinde Demmin in Pommern. Bei der israel. Gemeinde zu Schlawe soll die Stelle eines zweiten Cantors besetzt werden, der als Schächter, zweiter Lehrer und 'Schammes fungiren soll. Gehalt 50 Thlr. Nebeneinkommen 200 bis 250 Thlr. nebst freier Wohnung. Der Vorstand. S. I. Groß. In unserer Gemeinde ist die Stelle des Schächters, Vorbeters und Religionslehrers vacant, und soll dieselbe sofort wieder besetzt werden. — Das feste Gehalt beträgt 150 Thaler, die Nebeneinkünfte 150 bis 200 Thaler. — Unverheirathete Bewerber erhalten den Vorzug, Meldungen nimmt entgegen Der Vorstand Joseph Ruhm. Tiegenhof, im Mai 1865. Für die israelitische Religionsschule zu Magdeburg wird zum baldmöglichsten Antritt ein Lehrer gesucht, der neben der Leitung des Unterrichts die Führung des Chors und die etwaige Vertretung des Vorbeters übernimmt. Meldungen unter Beifügung von Attesten sind an den Unterzeichneten zu richten. Festes Gehalt 300 Thlr. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde Magdeburg. Alenfeld , Vorsitzender. 23**