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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-06-06 · Heft 23 (6.6.1865) · p. Seite 348

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 23 (6.6.1865)
Date
1865-06-06
Page
Seite 348 (sequence 6)
Language
German
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848 bensche Wolf", sondern „der Liebling?Gottes" ist, hei dem er sicher wohnt, weshalb dies die jüdischen Erklärer auf den zum Stammgebiet'e Binjamins gehörenden Tempel beziehen (was fraglich, da nach dem Talmud die Grenzlinie zwischen Juda und Binjamin durch den Tempelhof ging? Joma 12, 1). Für Joseph umschreibt M. den Segen Jakobs, doch auch hier den Fortgang andeurend> indem er deutlich auf den Dornbusch, am Horeb hinweist (V. 16); ebenso werden Sebulun und Jissachar, Gad und Dan, Naphthali und Ascher in ähnlicher Weise wie von Jakob charakterifirt. Wie aber Moscheh feinen Segen mit der Hinweisung auf alle göttliche Gabe, die Israel geworden, beginnen mußte, so konnte er auch nicht wie Jakob mit der Erwähnung des letzten Stammes enden, sondern mußte mit einer großen Paränese schließen. „Keiner -ist wie Gott!" ruft er aus, und dieser-Gott in seiner Hoheit ist Israel zur Hülfe; er vertreibt vorihm den Feind, da wohnet Israel sicher, gesondert, im Lande der Fülle, die Himmel träufeln ihm Thau. Da stehet Israel, einzig da, siegend durch den Ewigen, der sein Schild und sein Schwert, einherschreitend auf den Höhen seiner besiegten Feinde (V. 26 — 29). So, stehet derselbe Gesetzgeber, der seines Volkes Mißgeschicke im düslern Lichte seines Abfalls schaute, in der Begeisterung des Segens dasselbe in aller Fülle seines Heils' 7 j-. Dies ist es, was über unfern Gegenstand in der Thorah zu finden ist. Literarischer Wochenbericht. London, im Mai. Der Jngenieur-Capitain Wilson hat an verschiedenen Punkten im Norden der Stadt Jerusalem Nachgrabungen vorgenommen, an Punkten, wo man Reste der dritten Mauer zu finden erwarten könnte, und derselbe hat in der That an zwei Stellen Bausteine aufgefunden, welche an Größe die der Umfassungsmauern der Tempel-Area übertreffen. Der große Stadtplan .dieses unermüdlichen Forschers ist nun vollendet, und man darf seiner Veröffentlichung im Laufe des Sommers entgegensehen. Zeitungsuachrichten. Deutschland. Dresden, im Mai. (Privatmitth.) In diesen Tagen erschien im Druck „Uebersicht der Einnahme und Ausgabe bei der israelitischen Gemeinde- und Schulkasse und Geschäftsbericht des Gemeinderaths der israelitischen Religionsgemeinde zu Dresden auf das Jahr 1864." Dieser Bericht giebt zu den erfreulichsten Beobachtungen Veranlassung.. Vor allem sind es die Vermögensverhältnisse der Gemeinde, welche einen blühenden Zustand zeigen. Während dasselbe zu Beginn des Jahres ein Capital von 7745 Thlr. aufwies, war dies am Schluffe trotz der Ausgabe von 5744 Thlr. auf 7789 gestiegen. Freilich figurirt unter den Einkünften noch die „Schlachtsteuer" (für Rind- und Kleinvieh und Geflügel) mit 1839 Thlr., eine Steuer, die als Consumptionssteuer auf das nothwendigste Lebensmittel allen modernen Grundsätzen entgegensteht. Dagegen machen die Cultusbeiträge nur 423 Thlr. aus, wogegen die Synagogenehrenbezeugungen 559 Thlr. einbrachten, und das Cultusministerium 170 Thlr. Zuschuß zahlte. Unter den Ausgaben sehen wir 180 Thlr. für das Chor, und machen auch 190 Thlr. Pensionen einen angenehmen Eindruck. Die Gemeindeschule besitzt ebenfalls ein Vermögen von 7745 Thlr., und hatte eine jährliche Ausgabe von 1300 Thlr. Sie bedurfte nur eines Zuschusses von 50 Thlr. von der Gemeinde, erhält aber 200 Thlr. vom Eultusministerium und 174 von der Stadthauptkasse. Nicht minder besitzen sämmtliche Wohlthätigkeitsvereine, deren Zahl 13 ist, ansehnliches Vermögen, z. B. die Krankenverpflegungsgesellschast 6800 Thlr., die Beerdigungsbrüderschaft 5100 Thlr., der Frauenverein 4700 Thlr., der Mendelssohnverein 30OO Thlr. u. s. w. — Der Geschäftsbericht zeigt nun, daß die Gemeinde zu Dresden, diein det letzten Zeit so viele angesehene und eifrige Mitglieder, besonders den unvergeßlichen Dr. B. Beer verloren hat, sich gegenwärtig doch wieder eines Vorstandes erfreut, der im Geiste der Dahingeschiedenen weiterstrebt und das begonnene Werk vollsührt. Derselbe hat im letzten Jahre einen neuen Friedhof erkauft und übernommen/ eine neue Syn-

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