Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 22 (30.5.1865)
- Date
- 1865-05-30
- Page
- Seite 338 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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- Oradea 1× ep/1002404
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die erwartete istso dürfen wir hoffen, baß > jenes vom den Lehrern Badens - angestrebte Recht dennoch.? nicht mehr so lange.vorenthalten bleibt. Anläßlich der materiellen Besserstellung ist der Oberrath einen Schritt weitergegangen und ist im Begriffeeine Wittwen- und? Waisenkasse für Religionslehrer und VorLeter zu gründen. Da dieser Punkt einer länger» Besprechung bedarf, so behalte ich mir vor, in einem später» Artikel die Sache des Weitern auszusühren. Maier, Lehrer. Oesterreichischer Kaiserstaat. Kolomea (Galizien), im Mai. Aus der galizischen Kreisstadt Kolomea wird der Gaz. Rar. folgendes Curiosum gemeldet: Als Landtags-Abgeordneter von Kolomea fungirte Dr. Lazar Dubs, ein Jude. Dieser starb vor einigen Wochen und der Bürgermeister sammt dem städtischen Ausschüsse richteten aus diesem Anlässe eine Eingabe an die Kreisbehörde zur weiteren Vorlage an die Statthalterei. In dieser Eingabe wird nun gebeten, die Gemeinde Kolomea möge von der Neuwahl eines Abgeordneten enthoben, werden,; da es vorherzusehen sei, daß abermals ein Jude gewählt werden würde, weil die jüdischen Wähler die Majorität bilden. Sollte aber die Statthalterei doch diese Enthebung nicht aussprechen können, so möge wenigstens die Wahlordnung dahin geändert werden , daß der Abgeordnete ein in der Gemeinde eingesessener, angesehener Mann sein müsse und daß seine Wahl erst dann giltig sein könne, wenn unter den erhaltenen Stimmen der dritte Theil mindestens von christlichen Bürgern herrührt. —. Aus derselben Stadt ist jedoch jüngst folgende Schreckensbotschaft eingetroffen: - Die galizische Stadt Kolomea am Pruth, welche ca. 8000 Seelen, zur Hälfte Israeliten, zählt, ist am 12. Mai ein Raub der Flammen geworden. An 500 Häuser sind zerstört und an 1000 Familien obdachlos geworden. Gr.-Becskerek, 15. Mai. (Privatmitth.) In Ermangelung an Neuigkeiten und mittheilenswerthen! Nachrichten erlaube ich mir Ihnen den nächstfolgenden Erlaß einzusenden. Sie werden daraus die erfreuliche Nachricht entnehmen, daß! dje? Gemeinde in Betreff der! Schulen opferwillig sind, und daß das Schulwesen wie- \ der im Aufschwünge begriffen istt — „Mittelst Jntimates des -hohen k. ung. StatthaltereiratheS find nachstehende öffentliche israelitische Hauptschulen berechtigt, Privatschüler einer Prüfung zu unterziehen und denselben staatsgültige Zeug> n i ff e auszufolgen. I. Im Pestofener Schuldistrikte; 1) Die k. Musterhauptschule zu Pest; 2) die Gemeinde-: Hauptschule in Pest; 3) die Hauptschule in Baja; 4) die Hauptschule in Lovasbersnyi; 5) die Muster-^ Hauptschule in Altofen; 6) die Hauptschule in Kecflemet; 7) die Hauptschule, in Waitzen und 8) die Hauptschule zu Stuhlweißenburg (Muttergemeinde). II. Im Großwardeiner Schuldistrikte: 1) diek. Musterhauptschule in Temesvar; 2) die Hauptschule in Altarad (Unterrealschule); 3) Die Hauptschule in Großwardein; 4) die Hauptschule in Szegedin und 5) die Hauptschule in HL M.-Vasärhely. III. Im Preßburger .Schuldistrikte : 1) die Hauptschule in Lewenz; 2) die Hauptschule in Tirnau; 3) die Hauptschule in Neutra; 4) die Hauptschule in Preßburg lPrimärhauptschule); 5) die Hauptschule in Preßburg (zweite Hauptschule); 6) die Hauptschule in Szenicz; 7) die Hauptschule in Trentschin und 8) die Hauptschule in Werbau. IV. Im Raaber Schuldistrikte: 1) die k. Musterhauptschule in Fünflirchen; 2) die Hauptschule in Dotis; 3) . die Hauptschule in Weßprim; 4) die Hauptschule in Groß- Kanischa; 5) die Hauptschule in Bonyhäd. IV.. Im Kaschauer Schuldistrikte: 1) die k. Musterhauptschule in Sstoralja Ujhelh; 2) Die Hauptschule in Miskolcz und 3) die Hauptschule in Ghöngyös." Auch in andern Gemeinden ist man bestrebt, die Schulen zu vergrößern und dieselben zu Massigen Anstalten zu erheben. Ein Hauptbedürfniß find aber die Unterrealschulen, die überhaupt erst in Ungarn seit 1850 eingeführt wurden — und in sehr ungenügender Zahl vorhanden sind. Zu geschweigen gar der Oberrealschulen, deren es nur sehr wenige gibt! Die größern Gemeinden müssen also vor Allem die Initiative ergreifen, da überdieß durch ein längeres Verweilen der Jugend in den Schulen das Hebräische besser gepflegt werden kann. Leider verläßt in Ungarn die Jugend viel zu früh die Schule!;