Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 22 (30.5.1865)
- Date
- 1865-05-30
- Page
- Seite 337 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3224737-3226473-3226496--23072-3250360- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
3S7 ' f*iji b.«-iZ-«E« ws U^ WW-wW HesrkiM. — Daß die Gegenwart an der -Zukunft arbeite, und daß! diese ein Antzang, ein Morg e v, nicht - ein Niedergang, ein Abend, Werve. ,-DieS nur ist der-Trost des MepfchLm" Bon CHalP aa auS steht er ganz deutlich I u dä a, wie. man „von der Unterdrückung aus die^Freiheit stehlt: ^Dbsthon er aber- Eriche und.Eintracht^ nverkündet, obschoy er „Güte: und . Sünstmuth, (stiyigung und Vermählung der Völker^ weiffagt, ybschon sein Mund nur „Liehe" sprichtist er psnyoch „schrecklich^.:,Er.-iift ein „Wohlthäter", aber ein „schauerlicher"' Denn er grollt, er! kyirscht so, daß man ihn fürchtet, sogar! haßt.-1 Wenn-die Menschen um ihn, wie „Dornepfs ihm Vorkommen,! so verurtheilt ersich selber zu einem „furchtbaren Symbols, indem er seine „schrecklich gewordene Person" eine „Bedeutung des menschlichen Elends undder gemeinen Verworfenheit^ sein laßt. Und so ist Hesekiel gewissermaßen „ein freiwilliger Hiob." Nun aber wird der französische Autor in'acht französischer Manier frivol, oder — wir können auch sagen:' trivial. Er läßt — gewiß doch nur an Hes. 4, 8. anlehnend — den großen Seher in seinem eigenen Hause der „Sclave" sein und „sich mit Stricken binden," auf dem Markte aber den „Höfling" spielen und ihn (in wiltkührlicher Deutung von V. 12 desselben Cap.) „Menfchenkoth essen lassen vor den Augen seiner Brüder". Alsdann geht der freie Franzose noch weiter, wohin wir ihm aber nicht folgen wollen. Um zu begründen, daß niemals .eine großartigere, niemals eine außerordentlichere Sprache geredet Worden, als die Hesekiels, citirt der Verfasser zuerst — und zwar mit her zwanglosesten Zusammensetzung nicht zusammengehöriger Verse und höchst willkürlicher Uebertragupg des.Textes — Einiges aus der" „großen Vision" von den menschenähnlichen vier Thieren u. s. w. (Cap^ 1 u. ff.), sowie — fast vollständig — das Gesicht von den, zum Leben erweckten Menscheng e.b ein en . (Cap. 37.). — Und was .findet der Vers.. in dem, was er anführt? ..Nun, er findet eben „Alles" darin; eine erhabenere Formel, meint er, würde man anderswo vergebens suchen, hier sei die erhab enste gegeben, nämlich: „der freie Mensch unter dem. .höchsten Gotte!" — Auch davon weiß V. H. zu erzählen, daß „das Lesen des Hesekiel bei den Juden gefürchtet und denen unter 30 Jahren nicht gestattet" gewesen, daß „dieser Dichter vor den geängstigten Priestern unter Siegel gelegt" worden re. rc. —- -U Als Betrüger — fügt er hinzu habe man Hesekiel um so weniger behandeln können, als er offenbar das gesehen, was er erzählt, und daher auch' sein Anseh en. Nichts täery'sagt B. 'H. weiter, könne deutlicher sein, als Hesekiels - Vision von dem Fortsch ritt. Wenn Hesekiel den Menschen in viererlei Gestalten erblickt, nämlich als M e n sch, O ch s, L ö w e und Adlers, so könne'dies nur so -verstanden werden, daß er chn sehe als Herrn des Gedankens, des Feldes, der Wüste und Lüfte. Hierin aber sei Nichts vergessen, hierin liege die ganze Zukunft aufgeschlossen da „von Aristoteles bis Columbus" und „von Tristolemus^) bis Montgolsier?); Louis Wehl. Anmerkungen. ')Bei der großen Belesenheit des Verfassers möchte es beinahe auffallen, von ihm auch der Weissagungen über die Städte Philistäa's, Moabs, Aegyptens r.c. nicht gedacht zu sehen, ^) Ies. 2,4. — Hesek. 1^ 10..- 4) ..HuthMßlLcher. Erfinder des Pflugs. — Erfinder der Luftschifffahrt 1783. —: ZeiLungsnachrichten. Deutschland! Tauberbischoföheim (Baden), 16. Mai. (Privatmitth») Was die Stellung der jüdischen Lehrer, betrifft, so hat sich in Baden Vieles seit den letzten Jahren zum Bessern gewendet. Der Lebrer ist. nicht mehrwas die Anstellung und Entlassung betrifft, von der Laune und Willkür der Gemeinde, oder Einzelner der Gemeinde abhängig. Die .entehrenden Aeejdenzien, früher ein nothwendiges Uchel, sind in vielen Gemeinden. in Aversalbeträge umgewandelt;, andere Gefälle vom Gr. Oberrathe gesetzlich geregelt worden; aber nach steht , .per. Lehrer m solchen Dingen unter dem Machtspruchder Herren Vorsteher, worin ihm, weyn nicht mehr, doch ebensoviel Kenntnisse als Letzterem zugestanden werden dürftev. Es ist dies besonders-ein Uebelftand auf dem Lande, weil hier.am Meisten Arroganz mit Ignoranz .verbunden ist- Wenn, nun auch in dem neuen, von den. Gemeinden eben durchhe-;ratheyen BerfassungSentwurfdieLehrerstellung noch nicht 22