Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 21 (23.5.1865)
- Date
- 1865-05-23
- Page
- Seite 324 (sequence 10)
- Language
- German
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S24 gelb zusammengebracht^.; Trötz. mannichfacher:. Unfälle konnte er. schon nach Wenigen Jahren die: Geliebte aus der. Heiutath ' aufseine, UnkostenNachkommen. lassen; die!. glückliche - Ehe ward durch drei Kinder gesegnet. Durch -Einsicht, Fleiß und Ausdauer hat er sich in dem. MnVe, wo -er> seine Kräfte ungestört. gebrauchen konnte,- -zu Ansehen Und Reichthum emporgeschwungen; seiner/guten Gesinnung hat er zu.-danken, daß selbst diei schlimmen: Kriegßzeiten an ihm vorübergingen, ohne ihn: wesentlich zu schädigen: So weit hat es ein Mann gebracht, . der erst als erwachsen, durch Mithülfe: seines Bruders sich die nöthigen Grundkenntnisse7 Lesen und Schreibenaneignete." . . - Corresponderrz. Bon der Bahn. 'Ein Ausstug. brachte mich am jüngsten nvs-Feste nach Koblenz. ' Ich hatte schon oft übE Heu Gottesdienst in der dortigen Synagoge: und zwar-in: : sehr divergirenden Urtheilen sprechen hören. Ich wünschte daher, diesen aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Punkt 9 Uhr betrat ich die Synagoge. Fast die ganze Gemeinde lwar schon versammelt: Unter denU Tönen der Orgel, die-den etwas schwachen Chorges'arig hob, begannder Gottesdienst, der l1/* Stunde dauerte, und woran sich die ganze andächtige Versammlung; fortwährend; helheiligte. Es herrschte in dem einfach schönen/Raume eine Ruhe, ein Anstand, eine Ordnung, -wie; ich lsie, noch: in.keiner Synagoge/, vollkommner gefunden. -Man sah; hier nicht die langweiligen: undgelangw.eilten Gesichter, die wir leider so oft in Synagogen wahrzunehmen Gelegenheit haben. Das Kommen, und Gehen, das , Ausstehen, und Niedersetzen geschah, obgleich Männer und;Frguey, -Knaben und,Mädchen sich in demselben Raume befinden, durchaus geräuschlosund ich bemerkte auch nicht - während der ganzen Dauer des Gottesdienstes dw Spur von. -dieser andachllosen Beweglichkeit'^ .diesem störenden Geplauder und diesem anstandswidrigen Umdxehen und Umhe'rsehen, das sich anderwärts noch/nkundgibt. Möglich, daß die energische Miene des ch r i stl i ch.e y .Synagogendieners, dessen Gesicht im . hintern Raume hier/und da auftauchte, dasihrige zu dieser; äußern; Ordnung beiträgt.. Man fieht's, daß dieser Synagogendiener .mehr als Decorationsapparat ist:,?— Die Leitung: des Gottesdienstes. ist einewürde- und iweihevolle.uiHns- Ws- )ynd Einheben der Thpradas, durch: Rabbiner mndrrCantör.ohne umständliches- Gepränge geschieht,, das. Vorlesen aus:/derselben, der Vorrrag sämmtlicher, sowohl deutscher: als /hebräischer Gebete — Alles spricht: am- Ohne: mir ein stvitischeS Uriheil über die' hier eingeführten gotlesdienstlichenuEi»- richtungen resp. Neuerungen zu erlauben, will ,ach.Mur bemerken, daß der Gottesdienst im Ganzen seinen Zweck, Erhebung und -Erbauung der Besuchenden, erreicht. Nur Eines vermißte ich: die P r e h r g t. Die schöne Kanzel; bliebe leer./. -Dse : mit Wohllaut:und> Innigkeit vorgetragenen /deutschen Gebete des Rabbiners,,/machten den Wunsch nach einer .Predigt um so mehrin mip rege. Beim Hinausgehen sprach ich darüber, meiu Be^ fremden gegen meinen Synagogennachbar aus, und.Dieser gab mir Enthüllungen, " die mir, hie - Zustände /^ergangener Zeiten in so /mancher jüd. Gemeinde, lebhaft in die Erinnerung riefen und den empfangenen Eindruck schwächten. Nach den Andeutungen meines Gewährmannes soll hier eine tteine -Parthei den größeren Theil/der.Gemeinde terroristren , und wiegen --kleinlicher,, persönlicher Zerwürfniffe, mit,, pem während einer, .Reihe, von Aahyen gefeierten Rabbiner /dass, Predigen suspendirt,. ja diese bedauerlichen Conflicte: sollen sogar schon zu skandallisen Prozesien geführt haben. Ach gebe gern zu,, daß her Außenstehende wohl,.thul-, sich/jedes Uriheils über Privatstreitigkeilen' zu enthalten, aber beklagen,, üef,Heklagen muß man es/, daß-eine, ganze Gemeinde , darunter: leiden und ihr bei einem -übrigens so.-wohlgeordneten Gottesdienst die Predigt, dieser Hauptfaktor, desselben, -entzogen bleiben soll, Ich schied; mit .dem Dünsche, -daß.-der Friede zwischen. Rabhiner mnd /Gemeinde recht bald, wieder, einkehren Ulöge^ Än O. wohnte ich am -'72; n w'w einer Confirmation; bei. Hr. 0r, Hochflädter aus Ems vollzog diesenAkt auf eine recht feierliche, Geist undMemürh, anregende Wesse. Es waren nicht Kinder^:sondern bereits -erwachsene, etwa, 15jährige Knaben und Mädchen, dse consirmirs wurden; Gesänge der' Schuljugend; aus, Phllippfon-s Gesangbuch eröffneten und beschlossen die FeserL,- Die. Predigt,-behandelte das Fest in dreifacher Mheuhung, - yLmlich.^,- als, Fpeihe-its- Frühlings- und ßonfirmationSfeier,-,, Waren hie Ideen auch nicht eLey neu, so war doch die,Predigt,wohl durchdacht,und der Vortrag-,ein.sehr,-guter, M-Herzen-aller Zuhörer tief, -ergreifender;r -NesorchexS; hie Ansprache an die einzelnen. Confirmauden.; eine-so, herzliche -und angemessene^ -daß, ich, Thränen der/Kjihrung.selbst hei-Personen wahrnahm,/dieso.ust - WMsWpßOWg/r Dchs ge-