Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 21 (23.5.1865)
- Date
- 1865-05-23
- Page
- Seite 323 (sequence 9)
- Language
- German
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8L3 ließen die Leuten ihre Köpfe hangen- und"Uie?Zungien lagenihnen wie Bler^im Munde. Todtenstillerherrschte Widerfahren auch, /daß,'-wenn ^die Freilassung jener!^ Leute .etwas. Enger aufgeschoben worden wäxe, es die- AbsichtMer MesandtdnEnglands.,/ Spaniens und der Bereinigten, Staaten -warim Namen ihrer Re^ gietungen: die -sofortige rrFreilässung der Gefangenen zu verlangen.'^ r-: r,* - Nordamerika. New-Uork,'"1. Mai lPrivatmitth-)- Alle^ bedeutenderen^Ereignisse-derWels-Muren/ im jetzigen Judenthüme energischnach,'Unk-Hallen' von" der jüdischen Kanzel mit - lebhäftsr Energie ^zurück; - Der" Tod Abraham ÄincoWs/- ddr"in "jedem hMiotischen Herzen die tiefste Erschütterung'-lhervörbtachtej-'"fand auch in den Wischen - Gott'e'shäusern^seine'Träuer und-' seine" Klage. Eine" solche - Trauerrede" vöM Rabbiner- H: - Ho chheim sr 'iü Bältimbreliegt'-'auch 'bereits" gedruckt vor uns, 'und bespricht in sehr wAdiger, ergreifender und dabei "gedrängter -Fokin," änknüpfend an'3 Mös. 10/ 6-, die-Ursachen dieser 'tiefen "Trauer -und 'den tröstenden Gedanken/berbärin M-finden-" Der" Redner hebt besonders 'den großen, humanen-Charakter des fo:schmählich Ermordeten hervor, der insonders das Prinzip der Gleichheit auch in religiöser Hinsicht-mit höchster Gewissenhaftigkeit -aufrecht erhielt/-ünd appellirt-zuletzt an alle Männer Amerikä's/' den blinven-Parteihaß endlich fahren zu lassen,' ünd' bei aller Festigkeit der Grundsätze sich'.Über dein'Grabe-Lineöln's die-Hände zu reichen: — GestÄtön Sie-wir,"hier -eines-Mannes zu erwähnen, der sich - in" jün'gstdr"Z'eit als Würger der Union - hervorgethan, eines einfachen Mannes and bemBayer- "Ich"Ws-dies"ambestell-/- '-indem -ach mich der Worts bediene/ welche 4ie^,StaätSzeitUtrg" von Jllmois", also M ganz'ünparteiischer-Weisegebräücht- ' > tzWas bie Berhältnisss äus Vem-Menschen machen könnerk/ zeigte ' sich'-wieder an einem" Beispiel bei der Einnahme - Sävannah's- Ende -DecembeU vorigen Jahres. Unter bkn^AldekmäN'- welche; jeder eine Friedensfahne! M der-Hand/" den >Mähör-ver -Stützt-'begleiteten - als er nach Emnahmeder" befestigM Wälle -von- Seiten--Shermäns;-dem Generül^diel Schlüssel'des-StadtthorS Nbertieftrte,' befanö'fich'Uüchl Joseph' Lippmann; einerder aügesehensteN' Burger-'Sävannah-s-. Bei'der Uebergübd der i Skatzt^' w'M MbeMg^ der 'ersten BürM zusammengetüfen; i-N"Erinn0rung der' Rolle, die fii r ünM tzM Mgrmente 'M Eö'nsöökrMeü gespielt; ringsum: undmaw konnte! glauben/ den -Herzschlag der Anwesenden zu vernehmen." Da erhob sich 'Lippmann, der freudigste begrüßt wurde, - und richtete folgende Worte an die Versammlung: Es scheint mir,- daß-Alle,: die hier -vereinigt sind,- die-gleichen Gefühle: hegen/ ' daßaber Keiner ' es wagt/.- sie auSzüsprechen. - GeNtlemanjetzt oder nie werde ich die Lunte anlegen - und - unter' dem Wirrwarr und Lärmen des' Tages'mich erklären für: die Union/'-die Union,-die U'n io n. Jetzt und für immev!^. " -- Lauter Beifall belohnte den' Redner, der" sogleich die. Abhaltung eines zweiten Meetings beantragte, damit man die Stimmung der Bevölkerung erproben könne, was auch angenommen, wurde. /Dreizehn der hervorragendsten Bürger bildeten ein Somit,;, dem auch Lippmanni-angehörte. Die. neunzig Qnadratfuß Messende Halle - -war - bis -zum. Aeußersten. gefüllt: .Die unionsfreundlichen l Resolutionen fanden - . allgemeine -; Zustimmung und. diejenigen,. : -welche Lippmann - eingebracht, wurden von .seinen Mitbürgern - in der Weise 'anerkannt-baß diese ihm sagten : „Lippmannhättet Ihr eine andere Erziehung genossen , Ihr' zähltet,zu den ersten Männern des Tages;-denn was gesunden Menschenverstand - und Tüchtigkeit - der - >Ideen. anbelangt, steht:Ihr obenan." . Den Stab und - die höheren - Offiziere der; Unionsarmee sah Lippmann häufig an feiner Tafel; burch sie: - erhielt' sein Haus Sicherheitswachen zum Schutze seines" Priväteigenthums. Lippmann-- ber-immer "ein guter Unionsmanngewesenspieltedie 'ganze'Zeit hindurch' ' eine bedeutende Rolle in. Savännah y ■ er "wurde sogar zum Mayor gewählt,- einAmt,- das 'er jedoch bald niederlegtedä es ihm bei seinem großartigen Waaren- Geschäste zu Viel-Zeit raubte- -- Und -wer war dieser -Joseph" Lippmann?" Ein armer Jude aus ReichmannSdorf bei ' Bamberg' - in Bayern, der Stiefbruder von "Prof. -K: % NeuMänndem Geschichtsschreiber der Vereinigten Staaten: - - Er hätte t düs Töpferhandwerk' erlernt und wollte sich, nachdem er den> bayerischen' Militärdienst - durchgemachtan " einem kleinen - fränkischen Orte als- Töpfer niederlassen undheirathen- -Die paar hundert 'Gulden,- die hiezu nöthigwaren,' konnte "er jedoch" nicht--austreiben; eu entschloß fich^däher es war 1837 — nach Amerika auszuwäntzernnachdem -er nüchdürstig bas Reise- 21