Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 20 (16.5.1865)
- Date
- 1865-05-16
- Page
- Seite 308 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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- Odesa 2× ep/1000834
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SW Das geistliche Hherhaupt der ftanzösischen Israeliten. Hr. Ullmqnn,7Grpßrflbbmer des Ceuträl-Consistoriums, ist diese Nacht um 2 Uhr gestorben^;Hr. Ullman litt bereits seit längerer Zeit an einem Brustleiden, welches reine/Hoffnung auf Genesung ließ. Ehe . er nach Paris .berufen wurde, war in Nancy. (Herr Ullmann wqr ist den fünfziger Jahren. Als Großrabbiner hat er die Versetzung der Rabbinerschule von Klotz nach Paris bewirkt; auch einmal eine Versammlung der franz. GroßrabLinen — mit Ausschluß der Lokalrabbinen —. abgehalten, die aber ganz ohne Erfolg blieh^ '. In Nancy; war er reformistisch und führte die Orgel ein; in Pqris verfolgte er eine ändere Richtung. Er war ziemlich guter.Talmudist.) Rußland. St. Petersburg, im April. Die „Senats-Ztg." veröffentlicht einen Senatsbefehl vom ‘4. Mäich, durch welchen das am 12. Febr. Allerhöchst bestätigte'Gutachten de- Minister-Comitä's püblicirt wird, kraft dessen Juden in den Orten, wo ihnen ein . beständiger. Aufenthalt gestattet ist, zum Dienste bei den städtischen Eowmunalbqnken zugelassen werden sollen. Odessa, im April. Die Sitzung des neu konstituirten Stattraths vom f6. März ist durch einen interessanten Vorfall bemerkenswerth: es handelte sich darum, über eine .Subventionsbitte zu entfl^eiden, welche die Israeliten der Stadt für ihr besonderes Hospital eingereicht haben, so wie über die Höhe dieser Subvention. Der Rath besteht aus 75 Mitgliedern, der Bürgermeister ist Präsident; es entspann sich eine lebhafte Diskussion über die Rechte, welche die Israeliten hätten, eine Subvention zu beanspruchen. Unter den Mitgliedern, welche sich am energischsten in günstigem Sinne ausgesprochen haben, ist der Herr Graf Strogonoff zu erwähnen: „Es handelt sich hier, sagte er, ym ein moralisches Prinzip: Iheilen wir uns nicht in Kasten, wir bilden nur eine Familie . . . So lange Odessa bestehen und so lange ein Jude sich darin finden wird, müssen wir geben, und wäre es nur ein Rubel." Einige Mitglieder haben angeführt, daß, da die Juden ihre Kranken nicht in das stäktische Hospital schicken wollten, sie auch nur auf ihre eigenen Hilfsquellen rechnen könnten. u Aber der Rath/ dem MstM'günäß W nach "der motivirten Ansicht des Bürgermeisters; - des Prinzen -voü' Woronzow, hat! mit 43 Stimmen' gegen 1das Prinzip einer Subvention angenommen,'und' hat sie' für das laufende Jahr auf 6000 Silberrubel bestimmt. Dies ist gewiß eine bedeutungsvolle und lobenswerthe Entfcheidüng. (Arch. isr.) iWanjlfD. Tetuan, im April. (Jew. Ehr.) Wir berichteten letzthin, daß auf Pefehl des Kaisers von Marokko die Aeltesten von der Gemeinde Tetuan, zwölf an der Zahl, als Gefangene nach Meqmnez geschickt werden sollten, und daß. der Consul dazwischen trat. Wir lesen Folgendes in einem 'Zeitungsblatte: „Die Consulen erlangten durch ihre Vorstellungen einen Auf-, schub der Abreise, bis sie an ihre diplomatischen Chefs. in Tanger re ferirt hätten. Diese Letzteren; richteten zusammen ein Memorandum an. den maurischen Minister der. auswärtigen Angelegenheiten, worin sie gegen diese Maßregeln protestiren, die dem Firman so ganz entgegengesetzt sind, den der Kaiser in vorigem Jahre Sir Mosis Montefiore überlieferte - und der den Juden Sicherheit, Schutz und geregelte Justiz versprach, und vor Allem gegen die barbarische Behandlung von Männern, deren angebliche Beleidigung nur der Vorwand für eine Verfolgung war, welche, indem sie die Häupter der Gemeinde traf/aste, Juden/bedrohte. Ihre Dazwischenkunft war nicht ohne Wirkung. Es wurden Befehle gegeben, die Gefangenen von ihren. Ketten zu befreien und sie vorläufig in Tetuan zu lassen. Man hofft, daß die großmüthige Beschützung der Gefangenen seitens der auswärtigen Diplomaten zu einer völligen Freilassung führen und so eine neue Verletzung der Gesetze der Menschlichkeit und Gerechtigkeit verhüten wird, Korrespondenz. Jüdische Briefe von Äibert Cohn. XIII n. XIV. ' Wir haben die „jüdischen Briefe" des Herrn. Albert Cohn in Viesen Blättern bis zu No, XI verfolgt, und den Xll. Brief in No. 16 und 17 deS Jüdischen Volks-