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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-05-02 · Heft 18 (2.5.1865) · p. Seite 271

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 18 (2.5.1865)
Date
1865-05-02
Page
Seite 271 (sequence 5)
Language
German
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271 praktischen Gründen — doch auch nicht 45 Kr. (oder 9 Sgr.) kosten. — IV. Photographisches. Das lithogr. Kunstinstitut des Herrn A. M. Bleichvode in Berlin ist damit beschäftigt, eine „Sammlung photographischer Visitenkarten sammtlicher hervorragender Persönlichkeiten des Judenthums der Alt- und Neuzeit" herauszugeben, welche spater auch, gruppenweise d. h. „nach Kategorien" geordnet, auf größer» Tableaux lithographisch ausgenommen werden sollen. Die bisher erschienenen Bilder, zumeist mit entsprechender Unterschrift resp. Faksimile versehen, sind sämmtlich aufs Sauberste ausgeführt und lassen überhaupt, wie man uns versichert, in kunstkritischer Hinsicht Nichts zu wünschen übrig. — Soll die Sammlung eine wirklich große und umfassende werden, so wäre es sehr erwünscht, wenn das genannte Institut von recht vielen Seiten her mit Originalbildern oder auch nur mit Nachweisungeu u. s, w. kräftig unterstützt würde. L. W e y l. Pest, im März. So eben erschien wpwin. n»«, biblisste Geschichte (in ungarischer Sprache) für israel. Schüler, von Nathan Fischer. Pest 1865. M. E. Lövh Sohn). Nach der bisherigen allgemeinen Auffassung bildet die biblische Geschichte die Grundlage des Religionsunterrichtes. Sie verschafft den erhabenen Lehren der Religion eine beglaubte und heilige Gewährleistung und befestigt naturgemäß den Glauben in dem Herzen des Kindes. Wenn wir uns auch, da das Buch in Fragen und Antworten abgefaßt nach dieser Richtung nicht mit dem geschätzten Verfasser in Einklang finden, so müssen wir doch der Vortragsweise Fischers unsere volle und ungeteilte Anerkennung zollen. Insbesondere halten wir es für eine glückliche Idee, daß der Verfasser auf die moralische Nutznießung und Anwendung Rücksicht genommen, wodurch das Kind gleichsam unbewußt zu einem ihm angemessenen Religionebegriff gelangt. Fischer hat es verstanden, der ist. Schule insbesondere der oberen Klasse ein zweckmäßig gearbeitetes Schulbuch zu liefern und obwohl wir nunmehr keinen Mangel an biblischen Geschichtsbüchern in Ungar. Sprache haben, so glauben wir doch' der ungar.-isr. Schule einen Liebesdienst zu erweisen, wenn wir für die untern Klassen und Mädchenschulen die Rosenmeher'sche Bibliai olvasmaiiyok (Ladenpr. 30 Neukreuzer) und für die obern Klaffen die Fischer und Löv'fche, welche letztere vor Kurzem in Pest bei Heckenast erschien, auf das wärmste empfehlen. Vom wackeren Moritz Ehrentheil in Debrecin, diesem tüchtigen Pädagogen Ungarns erschien vor Kurzem eine hebräische, eine ungarische und eine deutsche Sprachlehre, sämmtlich in der Schule entstanden und für diese geschrieben. Wir können diese Büchlein auf das wärmste empfehlen. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Hannover, 26. März. (Privatmitth.) Der Couflict mit dem Violinisten Herrn Grün ist nun endlich in einer den Anforderungen der Zeit Rechnung tragenden Weise geschlichtet worden. Herr Grün ist auf's Neue engagirt und zwar mit dem Titel Kammer- - virtuos, erhält 800 Thlr. Gehalt und Pensionsberechtigung. Auf Anregung der Shnagogen-Gemeinde Lüneburg waren vor einigen Tagen Abgeordnete aus den Shnagogengemeinden Harburg, Lüneburg, Celle, Hannover und Hildesheim zu einer Berathung über folgende Gegenstände Hierselbst zusammengetreten: 1) Welche gesetzlichen Bestimmungen stehen der vollen Ausführung des §. 6 unseres Verfassungsgesetzes vom 5. Sept. 1848 (Unabhängigkeit der Ausübung politischer und bürgerlicher Rechte vom Glaubensbekenntnisse) noch entgegen? Wie verhält sich zu diesem Verfassungs-Grundsatze das Gesetz vom 30. September 1842, die Rechtsverhältnisse der Juden betreffend, und welches sind die Mittel und Wege, noch etwa bestehende Beschränkungen zu beseitigen? 2) Der^Zwang der Shnagogen-Gemeinden, dem großen jüdischen Armenverbande angehören zu müssen. 3) Bildung eines Organs aus den Gemeinden des Landes zur Vertretung gemeinsamer jüdischer Interessen. Der Lederfabrikant Salomon aus Lüneburg begrüßte und eröffnete die Versammlung unter Hinweis auf deren Zweck und bat, einen Vorsitzenden und einen Schriftführer zu ernennen. Zu ersterem wurde er selber und zu letzterem der Obergerichtsanwalt Jüdel aus Celle erwählt.

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