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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1865-04-25 · Heft 17 (25.4.1865) · p. Seite 260

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
29 (1865)
Issue
Heft 17 (25.4.1865)
Date
1865-04-25
Page
Seite 260 (sequence 10)
Language
German
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260 geändert- :hahM wird. nochimmer. imMdvent eiyKS je-- den/Jahres.in den KirchenGaliziens gegen das Dieflm der. Christen hei den Juden gepredigt undauch sonst, im. Jcchpe; dagegen i geeifert^;; gm? Gegensätze -zu diesem Vorgänge freut es mich melden zu können-baß dieser. Tage Se, .Eminenz! der Bischof zu Tarnow Herr Joseph i Alvisius ein ,,Indultum Romanupi qiioad -famuHtimn apud Judaeos Christianum“ veröffentlicht hat. IN: diesem Schriftstücke, welches der „TygodnikKat." hriflgt ,' wird zunächst ausgeführt, daß sich die Zeiten geändert, und daß demzufolge die Juden Landgüter er- Mben und flach weltlichem Rechte. auch:: christliche Dienstboten halten dürfen. Obwohl nun die GeistlichkeitnM Meben - kann, daß Christen mit Juden unter einely- Dache -wohnen und erstere den letzteren dienstbar seien, so Wird doch gestattet, daß christliche Arbeiter-den .Juden bei: Feldarbeiten beistehen . v..,Soli servitio fine agriculturae exercendae, non vero ad fanaulltium domestienm axud Judaeos se mgncipandi. . . heißt eH am. Schluffe. Obwohl wir den Nachfatz gerne vepmißt hättenso freut uns demungeachtet der Vordersatz, indem, er zwar von einem kleinen, aber dennnoch pon einem Fortschritte, in der Duldsamkeit zeigt." - Graz (Steiermark), im März. (Privatmitth.) Die hiesige Gemeinde, die sich nach Jahrhunderten der Verbannung Feit. 1496) hier endlich wieder gesammelt hat und. aus. ungefähr 200 Seelen besteht, erlangte im Januar 1864.: durch ein Ministerialrescript die: Crlqubniß^. einen;Friedhof zu erwerben und anzulegen. Das Grundstück und der Bauplan erfordern die, Summe von 9stv0 ff< ö. W., und da die Gemeinde dies unmöglich aufbringen kann, hat sie sich durch einen Aufruf; un alle israelitischen Cultusgemeinden gewendet. So,-interessant es nun ist, hier eine Gemeinde wieder qufhlüheuzu sehen, wo die Ausschließung eine so lange Ufld -so totale war, und so. wichtig gerade der Gegenstand dieses: Ansuchens ist, so begreifen wir doch nicht, wie Für. eine so kleine Gemeinde sofort eine so. hohe Summe beansprucht wird. Gerade in unsrer Zeit, wo die öffentliche Wohlthätigkeit täglich in Anspruch genommen wird,- ist es eine heilige Pflicht, dieselbe nur für die dringendsten Fälle und in dem allernöthigsteu Maße anzuspannen. - . Frankreich. Paris, 23. März. (Privatmitth.) Die 4llianee israellte universelle hat ihr neuestes Bulletin ausgegeben, welches außer der Liste ihrer Mitglieder und einem Aufrufe .für die Errichtung jüdischer Schulen im Oriente die Protokolls , ihrer Vorstandssitzungen-sm. letzten Viertel des vorigen Jahres enthält, deren vier waren. Die Liste erweist, daß die Mitgliederzahl immerfort im Steigey ist, jedoch lediglich in Frankreich, - Italien, Marokko und der Türkei. Sonst hat die Alliance nur in. Amsterdam. und San-Francisco Wurzel-gefaßt. Sämmtliche übrigen Länder bieten nur ein sehr geringes Contingent. Aus den Sitzungsprotoko.llen ergiebt. sich nur wenig Thatsächliches. - Wir heben her- . vor, daß, nach einem Briefe aus Konstantinopel, die junge Tochter eines Israeliten aus Alexandrien,; der unter, französischem Schutze steht, wider Willen in ein Kloster zu Catsfa in Syrien^ gebracht worden, und der französische Consul Nichts für die Wiederauslieferuug des Kindes an seine Familie gethan hat. Der Präsident der Alliance, Herr Crsmieux, hat sich an den französischen Minister des Auswärtigen gewendet, der eine Untersuchung verheißen hat. Bei dieser Gelegenheit stellte Herr Crömieux dem Minister die traurige Lage der Juden im Oriente vor, und wie es den Regierungen der civilisirten Nationen zukomme,, den Verfolgten durch ihre Consuln den möglichsten Schutz angedeihen zu lassen. Der Minister ersuchte um eine schriftliche Darlegung.- Außer diesem beschäftigt sich die Alliance insbesondere mit der Gründung von Schulen im Oriente, und hat namentlich in einigen Städten Marokkos günstigen Erfolg erreicht; ebenso ist. in Saloniki, Damaskus und Bagdad, eine Schule gegründet. Die Alliance spricht es offen aus, daß es in Europa Nichts für sie zu thun gebe, „denn hier sei Alles im Gange und schreite durch sich selbst fort." Desto mehr erkennt sie eine Aufgabe in den cidilisatorischen Bestrebungen für die zahlreichen Juden in Afrika und Asien und zwar durch Gründung von Schulen. Sie erhofft - hierdurch die in Unwissenheit, Aberglauben und Elend; versunkene jüdische Bevölkerung jener großen Welttheile zu neuem Leben zu erwecken, sie für. industrielles und geistiges Leben befähigt zu machen und sie so selbst zur Vermittelung der Cultur für die dortigen nichtjüdischen

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