Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 29 (1865)
- Issue
- Heft 16 (18.4.1865)
- Date
- 1865-04-18
- Page
- Seite 240 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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ihrer Vollständigkeitsehr selten geworden, und es war daher-ein guter Gedanke des Herrn Kr. Letteris, den ganzen --Sammler^ in seinen verschiedenen Folgen wieder - auszulegen. > Der erste Jahrgang, von 17.84 liegt: in schöner Ausstattung vor uns. Immer noch weht uns daraus ein erfrischender und belebender Athem entgegen, und was an Inhalt für uns weniger bedeutend geworden^'ersetzt die Form, nämlich das schöne, korrecte Hebräisch. Der Herausgeber hat auch etliche Zusätze hinzugefügt, von welchem einige willkommen, einige nicht gerade im Zusammenhänge mit dem „Sammler" stehen. Möge die- Fortsetzung nicht lange auf sich warten lassen. Diese - sätyrisch-kritische Schrift des berühmten Kalonymos b. Kalonymos aus Arles (geb. 1287), welche das Zeitalter des Vers, im edelsten Sinne und mit scharfer Ironie geißelt, ist seit 1746 nicht wieder aufgelegt, und man kann es Herrn Michael Wolf in Lemberg nur danken, diese gut ausgestattete neue Ausgabe, <durch. Anmerkungen des Herrn Joseph Cohen erläutert, veranstaltet zu haben. Niemand wird noch heute ohne großen Genuß dieses Büchlein aus der Hand legend— Handbüchlein.. für Leseschüler des Hebräischen. -Eine methodisch bearbeitete hebräische Lesefibel von E matt ue-l Hecht. Sechste verbefferte Austage.* Kreuznach, R. Voigtländer, 1865. Die rasche Folge der Auflagen zeugt wohl am besten für die Brauchbarkeit des Büchleins. — Jahresbericht über die Religions-Unterrichts- Anstalt der Synagogen-Gemeinde von vr. Samuelsohn, Breslau 1865, spricht sich besonders über hebräischen Sprachunterricht aus. — Vortrag. Gehalten an die Schüler der israelitischen Gemeindeschule zu Bukarest am 24.'Januar 1865 von C. N. Popper, Religionslehrer. Bukarest 1865. Der Redner , feiert mit schönen und inhaltsreichen Worten den jetzigen Beherrscher 'der Donaufürstenthümer, der auch den Israeliten gleiche Rechte verheißen hat, und die Wiedereröffnung der einige Zeit lang aufgelösten Gemeindeschule. — Der treue'Lehrer. Rede bei der Beerdigung des Leopold Hochheimer, Schulmeisters und Vorsängers in Kappel, am 3- Marz 1865 von Rabbiner Weimann in Buchau. Vertrauen auf Gott und König. Predigt zum Geburtsfeste des jetzigen Königs von Württemberg am 6. März 1865 von Rabbiner Weimann in Buchau. Zl§ei des Gegenstandes würdige Predigten, die in schöner, schwungreicher Sprache erweisen, ' daß der Redner aus dem Herzen spricht, und um,so eher das Herz zu treffen versteht. Bonn, im März. Es schiene uns nicht recht gethan zu sein, wenn wir nicht mit einigen wenigen Worbten unsern aufrichtigen Dank für die Recension unsres „ Neuenisraelitifchen Gebetbuches" aussprechen wollten, welche das Februarfest (Nr. 3) der^reliive^isrLÄites brachte, und die von Herrn Professor Lelio della Dorre in Padua abgefaßt ist. Selten hat ein Autor das Glück, von einem freien und unabhängigen Manne der Wissenschaft sein Werk mit solcher Liebe aufgefaßt, und die Kritik seine Intentionen und Zwecke, feine Richtung und Leistung, den Inhalt und die Form zum Verständniß bringen zu sehen. Um so mehr muntert uns dies auft dem Werke dauernd unsre Pflege zu widmen, um bei der dritten Auflage etwaige Lücken auszufüllen und Mängel zu verbessern, und bitten wir, uns hierin mit Rath und Winken beizustehen. vr. L. Ph. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 23. März. (Privatmitth.) Gestern fand, wie alljährlich im Sitzungssaale der Stadtverordneten die Auszahlung der Aussteuergelder der Friedrich-Wil- Helm-Victoria-Landesstiftung statt. Es waren hierorts 4 jüdische und 6 christliche Paare von der Stiftung bedacht worden, und es ist ihnen, wie gewöhnlich, nächst. der statutenmäßigen Aussteuer auch-.ein Gebetbuch resp. Gesangbuch von Ihrer Königl. Hoheit der Frau Kronprinzessin ausgehändigt worden. Da während der Wirksamkeit der Stiftung bereits Lei 6 Jahresabschlüssen ein christlicher Geistlicher die Weihrede gehalten, so sollte diesmal aus den Wunsch des Königs ein Rabbiner die Festrede übernehmen, und hatte das Curatorium hierzuden Prediger Do. Landsberger aufgefordert, der sichauch bereitwillig erklärt hatte. Nach den einleitenden Worten, die sich aus das Geburtstagsfest des Königs bezogen, sprach der Redner einiges , über die Tendenzen der Stiftung und hob hervor, daß der Gedanke, dürftigen aber würdigen Brautleuten die Quellen der Wohlthätigkeit zu erschließenein Gedanke ist , der dem Schooße des Judenthums entsprossen sei, denn es gehöre der Wohlthätigkeitssinn, das müssen selbst die schlimmsten Gegner unsres Stammes zugeben, zu den Kardinaltugenden des Israeliten,